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zukunft jetzt | Nr. 4/2016 | Ausgabe Berlin-Brandenburg

Die eigene Gesundheit managen Dr. Frank Wille ist Chefarzt der Montanus- Klinik (Bad Schwal- bach) der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen Fotos: wdv/J. Lauer Seine Pulsuhr hat Kubiak immer im Blick, auch in der Medizini- schen Trainingstherapie beim Kraft-Ausdauer-Training unter den Augen von Diplom-Sportleh- rerin Nadine Ripp. Hier steigt er zum Warmmachen auf das Ergo- meter, trainiert am Lumbaltrai- ner die Rückenmuskulatur, Po und Oberschenkel-Rückseite, im Sling-Trainer dann Rücken, Ar- me und Schultern und geht schließlich noch ans Rudergerät. Danach folgt ein Rückentraining in der Gruppe bei Physiothera- peutin Marielena Lindner. Ihr Ziel: „Beim Aufwärmen mit Mu- sik den Teilnehmern wieder den Spaß an der Bewegung zu ver- mitteln.“ Dann kommen mehrere Einheiten, um Beweglichkeit und Kraft zu verbessern. Es folgen Dehnungsübungen gegen einsei- tige Körperhaltung und verkürzte Muskulatur. Beim Sozialberater Mit Sascha Jahnen, einem Sozi- alberater der Montanus-Klinik, bespricht Ulrich Kubiak, wie er nach der Reha wieder stufen- weise ins Arbeitsleben einsteigt. Die Sozialberater werden aktiv, wenn es um Eingliederung, An- passung des Arbeitsplatzes oder andere Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) geht. „Die stufenweise Wiedereingliederung leiten wir von hier in Absprache ¿Wissen Ihre Patienten, was in der Reha auf sie zukommt? Wir informieren vorab über Angebote und Ziele der Reha. In unserem Anschreiben empfehlen wir auch die Internetseite www.vor-der-reha.de mit vielen Tipps und Anregungen. Ganz oben auf der Zielliste sollte immer die Verbesserung von Teilhabe stehen, privat wie im Berufsleben. Man- che Beschwerden und Einschränkungen werden auch bleiben. Dann kommt es darauf an, besser damit umgehen zu lernen. ¿Weshalb gibt es neben der ambulanten Reha noch die stationäre Reha? Der Trend geht zur wohnortnahen Reha ohne große Lebensumstellungen. Aber für chronisch kranke Patienten ist es oft sinnvoll, einige Wo- chen aus dem Alltagstrott herauszukommen, sich in einem ganzheitlichen Therapiekonzept voll und ganz dem persönlichen Gesundheitsma- nagement zu widmen – unterstützt von Reha- Ärzten und Therapeuten. Dabei lernen sie auch, wie sie das Gelernte zu Hause umsetzen. ¿Ulrich Kubiak war monatelang arbeitsunfähig – wie helfen Sie solchen Patienten? Für Kranke mit besonderen beruflichen Problem- lagen haben wir die medizinisch-beruflich orien- tierte Rehabilitation (MBOR). Über einen Abgleich von beruflicher Anforderung und aktuell vorhan- dener Leistungsfähigkeit können Defizite erkannt und im Rahmen eines maßgeschneiderten Thera- pieprogramms bearbeitet werden. „Barrieren im Kopf“ lassen sich überwinden und das Vertrauen in die körperliche Leistungsfähigkeit zurückge- winnen. Auch stufenweise Wiedereingliederung, Hilfsmittel oder Leistungen zur Teilhabe am Ar- beitsleben können eingesetzt werden. 30 zukunft jetzt Ausgabe 4.2016 Gesundheit mit dem Patienten ein“, erklärt Jahnen. Die Rentenversicherung gibt für LTA Geld aus, mit dem Ziel, den Arbeitsplatz zu erhal- ten. Dafür werden auch Qualifi- kations- oder Umschulungsmaß- nahmen finanziert. Ulrich Kubiak erhält Informationsmaterial und eine Empfehlung wegen der Über-Kopf-Arbeiten, damit kann er ins Gespräch über eine Anpas- sung seines Arbeitsplatzes oder eine innerbetriebliche Umset- zung gehen. Auch für den Schwerbehindertenantrag hat ihm Sozialberater Jahnen Tipps gegeben. Am Ende der drei Wochen in Bad Schwalbach freut sich Ul- rich Kubiak, wieder nach Hause zu kommen. „In der Reha habe ich gelernt, wo die Schmerzen herkommen und was ich dage- gen machen kann. Ich fahre mit weniger Schmerzen heim, habe einiges gelernt. Jetzt muss ich das in den Alltag einbinden.“ Zwei Wochen ist er noch ar- beitsunfähig, dann beginnt die stufenweise Wiedereingliederung: zwei Wochen vier Stunden täglich arbeiten, die nächsten zwei Wo- chen sechs Stunden, dann wieder voll. „Zuerst geht es noch an den alten Arbeitsplatz, dann muss man sehen, was die Gespräche über die innerbetriebliche Ar- beitsplatzumsetzung ergeben.“ www.montanus-klinik.de Mit dem Sozial- berater bespricht Ulrich Kubiak seine Wiederein- gliederung.

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