Mehr Rente für Mütter erwachsener Kinder: Der
Rentenpakt belohnt nachträglich Erziehungszeiten.
Mehr Rente für Mütter erwachsener Kinder: Der Rentenpakt belohnt nachträglich Erziehungszeiten.



Kurz & knapp

 

 

Neuer Rentenpakt bringt mehr Leistungen

Der Rentenpakt fördert Mütter, Erwerbsminderungsrentner und stabilisiert das Rentenniveau und den Beitragssatz bis 2025

Die Große Koalition hat sich auf einen Rentenpakt geeinigt. Das „Rentenversicherungs-Leistungsverbesserungsund -Stabilisierungsgesetz“ sorgt dafür, dass bei knapp 10 Millionen Müttern oder auch Vätern ab 2019 eine längere Kindererziehungszeit bei der Rente angerechnet wird. Dies gilt für Kinder, die vor 1992 geboren wurden und kann die Rente pro Kind um bis zu 16 Euro im Monat steigern. Ein Antrag ist hierfür grundsätzlich nicht erforderlich. Damit nähern sich die anzurechnenden Erziehungszeiten denen an, die heute bereits für nach 1991 geborene Kinder gelten.
Wer ab 2019 neu eine Erwerbsminderungsrente bekommt, wird so behandelt, als ob er bis zum aktuellen Rentenalter von 65 Jahren und acht Monaten gearbeitet hätte. Das heißt, es werden zusätzliche Zeiten berücksichtigt, für die keine Beiträge gezahlt wurden. Davon profitieren voraussichtlich rund 170.000 Menschen pro Jahr.
Midijobber zahlen ab 2019 bis zu einem Bruttoeinkommen von 1.300 Euro statt bisher 850 Euro im Monat reduzierte Rentenbeiträge, ohne dass ihre Rentenansprüche dadurch sinken.

Stabiles Niveau bis 2025

Das Gesetz sieht auch eine Haltelinie für Rentenniveau und Beitragssatz vor. Danach wird der Beitragssatz von aktuell 18,6 Prozent bis 2025 bei 20 Prozent gedeckelt und das Rentenniveau bei 48 Prozent eines Durchschnittslohns gehalten.

 

 

Rentenbezugsdauer steigt deutlich an

Die Menschen beziehen immer länger ihre Rente. Lag die durchschnittliche Bezugsdauer bei den Versichertenrenten im Jahr 1997 noch bei 15,9 Jahren, war sie 20 Jahre danach bereits auf 19,9 Jahre gestiegen. Grund für die Entwicklung ist vor allem die deutlich gestiegene Lebenserwartung. Trotz der daraus entstehenden Mehrausgaben ist der Beitragssatz in der Rentenversicherung in den letzten 20 Jahren von 20,3 Prozent auf 18,6 Prozent gesunken. Zugleich sind die Renten in diesem Zeitraum um rund 28 Prozent gestiegen. Das macht die Anpassungsfähigkeit der umlagefinanzierten Rentenversicherung deutlich.

 

„Halbzeit“ beim Anstieg der Rentenbesteuerung

Im Zuge der Angleichung der steuerlichen Belastung von Renten und Beamtenpensionen steigt seit 2005 die Besteuerung der Altersbezüge. So lag der steuerpflichtige Anteil der Rente in diesem Jahr bei 76 Prozent beim Renteneintritt, der Rentenfreibetrag folglich bei 24 Prozent. Voll versteuert werden Altersbezüge dann ab 2040.

 

 

 

Freiwillige Renteneinzahlungen versechsfacht

Sparbuch, Festgeld oder Bundesanleihen werfen kaum noch Geld ab. Deshalb werden freiwillige Einzahlungen in die Rentenkasse immer beliebter. 2017 ist das Volumen der Beiträge für freiwillig geleistete Ausgleichszahlungen auf 151 Millionen Euro gestiegen. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Erhöhung um das Sechsfache.
Insbesondere die Zahlungsmöglichkeit zum Ausgleich von Rentenabschlägen, die bei Inanspruchnahme einer vorzeitigen Altersrente entstehen, wird verstärkt von den Versicherten genutzt. Grund ist der besonders niedrige Beitragssatz.

 

Abschlagsfreie „Rente mit 63“

Nach 45 Beitragsjahren ohne Abzüge früher in Rente: Diese Möglichkeit besteht vorübergehend für Versicherte der Jahrgänge 1952 und älter. Für spätere Jahrgänge steigt die Altersgrenze nach 45 Jahren sukzessive.