Seelenhilfe

 

 

Krankenhäuser bieten zunehmend eine psychiatrische Behandlung auch zu Hause an. Bereits 2018 hat der Gesetzgeber diese weitere Behandlungsmöglichkeit, die stationsäquivalente, also stationsersetzende, psychiatrische Behandlung (StäB) eingeführt. Bei dieser Form der Behandlung werden Patienten weder teil- noch vollstationär im Krankenhaus aufgenommen, sondern von Ärzten, Pflegekräften und gegebenenfalls weiteren Therapeuten des Krankenhauses zu Hause im heimischen Umfeld behandelt.
 

„Stationsäquivalent“ behandeln

Sowohl psychiatrische Krankenhäuser als auch Allgemeinkrankenhäuser mit selbstständigen, fachärztlich geleiteten psychiatrischen Abteilungen und jeweils regionaler Versorgungsverpflichtung können eine StäB anbieten. Ob Patienten, Erwachsene, Jugendliche und Kinder die Voraussetzungen für diese neue Behandlungsform des Krankenhauses erfüllen und medizinisch geeignet sind, stellt der Krankenhausarzt innerhalb des Aufnahme- beziehungsweise Untersuchungsgespräches fest. Eine StäB ist möglich, wenn medizinischerseits eine vollstationäre Behandlung notwendig ist. In Einzelfällen ist es sinnvoll, die familiäre und häusliche Umgebung einzubeziehen. Das kann beispielsweise bei Phobien oder Angstzuständen der Fall sein. Kommt eine StäB zum Einsatz, wird sie durch mobile fachärztlich geleitete multiprofessionelle Behandlungsteams des Krankenhauses durchgeführt. Täglich steht dann zu Hause mindestens ein direkter Patientenkontakt mit einem Mitglied des Teams auf dem Behandlungsplan. Darüber hinaus werden genauso wie bei einer vollstationären Krankenhausbehandlung alle notwendigen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung durch das behandelnde Krankenhaus erbracht, zum Beispiel die Arzneimittelversorgung, häusliche Krankenpflege oder die Mitbehandlung von Krankheiten. Die therapeutische, medizinische und organisatorische Gesamtverantwortung für die stationsäquivalente Behandlung liegt bei dem Krankenhaus, das den Patienten aufgenommen hat. Dazu gehört auch, dass der Patient von zu Hause aus Ärzte und Pfleger jederzeit erreichen kann. Das Behandlungsteam ist dabei werktags tagsüber zu erreichen. Die restlichen Zeiten werden durch den ärztlichen und pflegerischen Bereitschaftsdienst des Krankenhauses abgedeckt.
 

Zuzahlung fällt weg

Auch Pflegeleistungen können grundsätzlich neben einer StäB erbracht werden, da sich die Pflegepersonen ja weiterhin im häuslichen Umfeld – Privatwohnung, Pflegeheim oder Einrichtung – befinden. Das Krankenhaus ist ausschließlich für Leistungen verantwortlich, die direkt mit der StäB zusammenhängen. Wird ein Patient zu Hause versorgt, muss an das behandelnde Krankenhaus keine Zuzahlung geleistet werden.
 

Info:

Bisher kann die StäB noch nicht flächendeckend angeboten werden. Aber da bundesweit die StäBErfahrungen von Krankenhäusern zunehmen, wird das Angebot wachsen.