Durch Halbwahrheiten und Gerüchte verliert man bei der Rente leicht den Überblick.
Durch Halbwahrheiten und Gerüchte verliert man bei der Rente leicht den Überblick.



Die häufigsten Rentenirrtümer

 

Um nur wenige Themen ranken sich so viele Missverständnisse, Falschinformationen und Gerüchte wie um die gesetzliche Rente. Manches hat man aufgeschnappt, sich falsch gemerkt oder es ist veraltet. Und kein Wunder: Das Rentensystem ist komplex, weil es allen Lebenslagen gerecht werden muss. Die wichtigsten Rentenirrtümer und wie es wirklich ist:

Die letzten fünf Arbeitsjahre sind besonders wichtig

Nein, jedes Jahr des Erwerbslebens zählt gleich viel. Entscheidend ist der Verdienst. In den Jahren, in denen das Gehalt besonders hoch ist, sammeln Versicherte mehr Rentenpunkte als etwa zu Beginn des Versichertenlebens. Viele verdienen im fortgeschrittenen Alter besser als in jüngeren Jahren. Deshalb fallen diese „fetten“ Jahre stärker ins Gewicht.

Eine Reha führt zur Rentenkürzung

Das stimmt nicht. Während einer Rehabilitation werden normalerweise die Pflichtbeiträge weiterbezahlt – und jeder Rentenbeitrag ist gut für die Rente. Doch nicht nur das. Die meisten Reha-Leistungen tragen zur Gesundheit und damit zum längeren Erhalt der Erwerbsfähigkeit bei. Das erhöht die Rente.

Die Rente kommt automatisch

Das ist falsch. Jeder Versicherte sollte seine Rente mindestens drei Monate vor Rentenbeginn schriftlich beantragen. Denn alle Versichertenzeiten und möglicherweise Versicherungslücken müssen restlos geklärt sein, um die Höhe des Ruhegeldes zu berechnen. Nur mit ausreichend Vorlauf gelingt ein finanziell nahtloser Übergang vom Erwerbsleben zur Rente.

Azubis sind erst nach fünf Jahren abgesichert

Nein, für Auszubildende gelten bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten Sonderregelungen für eine Rente wegen Erwerbsminderung. Berufsanfänger sind also schon ab dem ersten Tag durch die Deutsche Rentenversicherung abgesichert.

Die Erwerbsminderungsrente wirkt sich negativ auf die Altersrente aus

Das ist so nicht richtig. Wer nicht arbeiten kann und eine Erwerbsminderungsrente bezieht, bei dem wird eine „Zurechnungszeit“ aufgeschlagen. Das heißt: Die Betroffenen werden bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente so gestellt, als hätten sie bis 65 Jahre und elf Monate gearbeitet (Stand 2022). Und für die anschließende Altersrente gilt: Sie ist mindestens so hoch wie die Erwerbsminderungsrente.

Witwenrente ist nur für Frauen

Die Deutsche Rentenversicherung diskriminiert nicht zwischen den Geschlechtern. Alle Ehepartner, egal ob Mann oder Frau, haben Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente – die Witwenrente oder Witwerrente –, wenn der oder die Verstorbene mindestens fünf Jahre lang Beiträge eingezahlt hat.

Für alle weiteren Fragen: t1p.de/DRV-Beratung