Menschen bei einer Versammlung.



Neue Aufgaben für die Führung

 

Natürlich war die Corona-Krise eines der Hauptthemen auf dem Symposium. „Sie wirkte wie ein Booster für Unternehmen und Institutionen“, erklärte Andreas Gülker, Direktor der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (DRV KBS). „Flexibilität in allen Bereichen wurde gelebt, die Digitalisierung vorangetrieben, neue Arbeitsformen erprobt sowie verstärkt in IT-Hardware und Softwareausstattung investiert.“ 85 Führungskräfte der Rentenversicherung und Rehabilitation der DRV KBS waren am 18. Oktober ins Hotel Sauerland Stern in Willingen gekommen, außerdem nahmen die Führungskräfte der insgesamt elf Rehakliniken der KBS per Livestream an der Veranstaltung teil. Das verantwortliche Mitgestalten von betrieblichen Veränderungsprozessen ist Schwerpunktthema dieser Veranstaltungsreihe für die Führungskräfte aus den bundesweiten Dienststellen der Rentenversicherung und Rehabilitation.

Andreas Gülker würdigte die gemeinsame Führungsarbeit und beschrieb in den vier Handlungsfeldern Innovation, Nachhaltigkeit, Organisation und Führung, dass Unternehmen und Institutionen, die gut digital aufgestellt sind, besser durch die Krise kommen. In Bezug auf die Verantwortung von Führungskräften betonte er: „Resilienz ist nicht nur die Fähigkeit, nach einer Krise zum Ausgangslevel zurückzukehren, sondern auch die Möglichkeit, nach der Krise besser dazustehen als zuvor.“ 

Anschließend erläuterte Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, die aktuelle und mittelfristige Finanzlage der Deutschen Rentenversicherung. Sie wies auf die doppelte demografische Herausforderung in Bezug auf die Arbeitsmengen und die Beschäftigtensituation aller Rentenversicherungsträger hin und beschrieb am Beispiel der DRV Bund als wesentliche zukünftige Handlungsfelder die Modernisierung der DRV-Arbeitswelt einschließlich der Modernisierung des Kernsystems (rvEvolution), die weitere Intensivierung der Digitalisierung und eine stetige Prozessoptimierung.

»Flexibilität in allen Bereichen wurde gelebt.«

Andreas Gülker, Direktor der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

 

Direktor Andreas Gülker (mit Gundula Roßbach, Präsidentin DRV Bund) sprach vor 85 Führungskräften der DRV KBS.

Digitale Transformation

„Die große Herausforderung der Rentenversicherung ist die digitale Transformation“, so Volker Achenbach in seiner Standortbestimmung zu den bereits erfolgten Digitalisierungsprozessen. Die pandemische Lage erschwert derzeit noch die Umstellung auf die neue größere Teamstruktur in den rentensachbearbeitenden Dienststellen. Die Neuausrichtung der Personal- und Arbeitsmengensteuerung sowie wachsendes digitales Arbeiten sollen die Teamverantwortung verbreitern. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dabei ist die verstärkte Kommunikation der einzelnen Funktionsebenen miteinander. Die Entzerrungsnotwendigkeiten und der schnelle Homeoffice-Rollout während der Pandemie haben dieses nicht optimal ermöglicht. Zudem sind die demografische Entwicklung der Beschäftigten in Verbindung mit einem gelungenen Wissens- und Personalmanagement wesentliche Herausforderungen der nahen Zukunft. Eine interne Arbeitsgruppe berichtete über das neue Zielbild, Piloten und den Kulturwandel aufgrund von Homeoffice.

Reha und Firmenservice

Kathrin Knau, Abteilungsleiterin Rehabilitation, nutzte ihren Vortrag, um insgesamt zu den Grundsätzen der Reha-Strategie zu informieren. Sie berichtete zum Fokus Reha-Zugang und zur Weiterentwicklung der Reha am Beispiel der Paul-Ehrlich-Klinik in Bad Homburg mit aktuellen Post-COVID-Konzepten seit dem Frühjahr 2021. Eine Stärkung des Wunsch- und Wahlrechts von Versicherten bei der Einrichtungsauswahl sowie eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit zeigten ferner auf, wie stark der Stellenwert von Prävention und Rehabilitation als wichtige Säulen gesellschaftlicher Teilhabe geworden ist.
Die beiden fachverantwortlichen stellvertretenden Abteilungsleitungen Gert Böke und Detlef Schmidt berichteten über gemeinsame Lösungen, insbesondere beim Firmenservice, über die eigenen Präventionsprojekte der DRV KBS und die Intensivierung der Videoberatung im Bereich der Auskunft und Beratung.

Der Leiter der Geschäftsstelle Digitalisierung der DRV Bund, Johannes Wolf, stellte zudem die Leuchtturmprojekte der DRV vor. Abgerundet wurde das Thema durch Dr. Wolfgang Beinhauer (Fraunhofer IAO) mit einem Ausblick zu Künstlicher Intelligenz.

Das Symposium

Veränderungsprozesse der gesetzlichen Rentenversicherung und Rehabilitation verantwortlich mitgestalten – Resilienz stärken – Kommunikatives Miteinander fördern“, so lautete der Titel des 4. Symposiums für Führungskräfte in der Rentenversicherung und Rehabilitation. Das von 2020 auf 2021 vertagte Treffen fand unter 2G-Plus-Bedingungen plus parallelem Livestream statt.