Kurz & Knapp

 

 

Das dritte Geschlecht

Seit Anfang des Jahres muss sich ganz offiziell niemand mehr klar als Mann oder Frau definieren. Auch die Deutsche Rentenversicherung stellt sich darauf ein

Nicht jeder Mensch weist eindeutige körperliche Geschlechtsmerkmale auf. Einer Schätzung des Deutschen Ethikrats zufolge leben in Deutschland ungefähr 80.000 intersexuelle Personen. Sie sind genetisch, anatomisch oder hormonell weder Mann noch Frau. Darauf hat der Gesetzgeber inzwischen reagiert: Seit Ende letzten Jahres erfasst das Personenstandsgesetz deshalb ein drittes Geschlecht: Kinder, die weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, können „auch ohne eine solche Angabe oder mit der Angabe ‚divers‘ in das Geburtenregister eingetragen werden“. Für spätere Änderungen müssen Betroffene allerdings eine ärztliche Bescheinigung vorlegen.

»Angesichts Millionen Versicherter handelt es sich um eine umfangreiche Aufgabe.«

 Transgender, transsexuell, intersexuell? Gesellschaftlich mögen die Grenzen verschwimmen. Das neue Personenstandsgesetz definiert
jedoch nur Intersexuelle als drittes
Geschlecht. Sie sind nachweislich genetisch, anatomisch oder hormonell weder Mann noch Frau.

„Diverse“ Versicherte

Die Deutsche Rentenversicherung setzt diesen Prozess ebenfalls um. So wird die Auswahlmöglichkeit „divers“ schnellstmöglich eingeführt. Angesichts Millionen Versicherter handelt es sich dabei um eine umfangreiche Aufgabe, der sich die Rentenversicherung stellt. Erste Schritte unternahm die Rentenversicherung schon Jahre vor der Entscheidung des Gesetzgebers: So wurde bereits 2015 die Möglichkeit geschaffen, eine geschlechtsneutrale Anrede ohne „Herr“ oder „Frau“ zu beantragen. Stattdessen lautet die neutrale Anrede beispielsweise „Guten Tag, Michaela Mustermann“. In Anträgen, in denen das Geschlecht abgefragt wird, besteht zudem seit letztem Jahr beim Geschlecht die Auswahlmöglichkeit „geschlechtsneutral“. Auch bei der Vergabe von Versicherungsnummern ist es bereits möglich, eine Variante zu wählen, die das Geschlecht als unbestimmt ausweist.

 

Mehr Rente für Millionen Eltern

Seit Beginn dieses Jahres bekommen Millionen Frauen eine Rentenerhöhung von rund 15 Euro (Ost), 16 Euro (West) pro Kind im Monat. Von der Erhöhung der sogenannten Mütterrente profitieren alle Mütter oder Väter mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden und ihre Kinder in Deutschland erzogen haben. Dies traf Ende 2017 auf 8,9 Millionen Rentnerinnen und 120.000 Rentner zu. Darüber hinaus werden rund 660.000 Hinterbliebenenrenten erhöht.
kurzlink.de/muetterrente

 

Privathaushalte müssen Minijobs anmelden

Es lohnt sich für Arbeitgeber und Beschäftigte: Die Anmeldung einer Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale bringt viele Vorteile mit sich: Beschäftigte haben so etwa Anspruch auf bezahlten Urlaub und Entgeltfortzahlung bei Krankheit. Außerdem sind sie bei einem Unfall im Haushalt abgesichert. Und sie können Ansprüche auf Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben. Arbeitgeber zahlen zwar Beiträge zur Sozialversicherung, diese sind aber niedriger als im gewerblichen Bereich. 20 Prozent der Gesamtausgaben, maximal 510 Euro pro Jahr, können sie sogar von der Steuer abziehen. Die Minijob-Zentrale übernimmt zudem den Großteil der Arbeitgeberpflichten, etwa die Berechnung und den Einzug der Abgaben sowie die Meldung zur Unfallversicherung.
minijob-zentrale.de

 

Zahl der ausländischen Versicherten deutlich gestiegen

Die Zahl der Rentenversicherten mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag 2017 bei rund sechs Millionen. Sie hat sich innerhalb von zehn Jahren fast verdoppelt. Grund ist vor allem die Freizügigkeit in der EU.

 

 

Ideale Form der Altervorsorge

72 Prozent der Bevölkerung sehen in der gesetzlichen Rentenversicherung die ideale Form der Altersvorsorge. Repräsentative Umfragen zeigen, dass sich der Wert seit 2014 weiter deutlich verbessert hat.

 

 

Häusliche Pflege wird belohnt

Millionen Menschen, die im eigenen Zuhause Pflegebedürftige versorgen, können ein Rentenplus erhalten. Mehr als zwei Millionen Menschen werden in Deutschland zu Hause gepflegt. Die Arbeit leisten meist die Angehörigen, in neun von zehn Fällen Frauen. 527.000 von ihnen besserten 2017 dadurch ihre Rente auf. Dabei können dank des Flexirentengesetzes seit 2017 selbst Ältere von der Regel profitieren, auch wenn sie bereits in Rente sind. Die Rentenversicherungspflicht tritt für jeden ein, der für mindestens zehn Stunden wöchentlich eine pflegebedürftige Person mit Pflegegrad 2 oder mehr betreut. Die pflegebedürftige Person muss der Pflegekasse melden, wer sie umsorgt.
kurzlink.de/pflegerente