Die zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche sind freiwillig, aber sinnvoll.
Die zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche sind freiwillig, aber sinnvoll.



Vorsorge hilft

 

 

Um bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr frühzeitig Krankheiten erkennen zu können, die eine normale körperliche und geistige Entwicklung in besonderem Maße gefährden, bieten die Krankenkassen ein Untersuchungsprogramm an, das insgesamt elf Untersuchungen umfasst. Die Untersuchungen sind terminlich so geplant, dass individuelle Entwicklungsunterschiede berücksichtigt werden und der Arzt Verzögerungen in der Entwicklung, Behinderungen oder Krankheiten rechtzeitig erkennt. So kann eine Frühbehandlung oder Frühförderung unmittelbar eingeleitet werden.

Bei jeder Kinderuntersuchung überprüft der Arzt, ob sich das Kind altersgerecht entwickelt. Er untersucht das Kind körperlich und prüft, ob Auffälligkeiten der Sinnesorgane, des Bewegungsapparats, des Nervensystems oder anderer Organe vorliegen. Darüber hinaus können Jugendliche im Alter von 13 bis 14 Jahren eine weitere Untersuchung zur frühzeitigen Erkennung von Krankheiten, die die körperliche oder geistige Entwicklung in nicht geringfügigem Maße gefährden, in Anspruch nehmen. Ziel dieser sogenannten Jugendgesundheitsuntersuchung ist die Früherkennung von Risikofaktoren und gesundheitsgefährdendem Verhalten wie Rauchen, Alkohol- oder Drogenkonsum.

Nachhaltige Entwicklungsförderung

Mit den zusätzlichen Früherkennungsuntersuchungen U10, U11 und J2 soll die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in Zusammenarbeit mit den Eltern und der Familie nachhaltig gefördert werden, um mögliche Entwicklungsstörungen zu vermeiden oder diese frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Diese zusätzlichen Kinderuntersuchungen, die von einigen Krankenkassen und der KNAPPSCHAFT übernommen werden, schließen die zeitliche Lücke zwischen den bereits gesetzlich vorgesehenen Kinderuntersuchungen U9 und J1. Die U10 findet im Alter von sieben bis acht Jahren statt. Sie ist die erste zusätzliche Kinderuntersuchung im Schulalter. Die U11, die im Alter von neun bis zehn Jahren durchgeführt wird, dient beispielsweise dazu, Schulleistungsstörungen zu erkennen.

Im Alter von 16 bis 17 Jahren findet die zusätzliche und letzte Vorsorgeuntersuchung für Jugendliche statt. In der J2 unterhält sich der Arzt ausführlich mit den Jugendlichen über mögliche Pubertätsprobleme, Sexualitätsstörungen sowie Berufswünsche und achtet auf Verhaltensauffälligkeiten. Die körperliche Untersuchung umfasst unter anderem einen Hör-, Seh- und Allergietest.

Selbstverständlich ist die Teilnahme an dem Vorsorgeangebot freiwillig. Durchgeführt werden können diese Früherkennungsuntersuchungen bei allen Kinder- und Jugendärzten sowie bei Hausärzten, wenn diese besondere Voraussetzungen erfüllen. Im Rahmen der zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen besteht außerdem Anspruch auf eine ausführliche Beratung. Zusätzlich werden der Impfstatus kontrolliert und die durch die Expertenkommis­sion der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen durchgeführt.

Als Versicherte der KNAPPSCHAFT können Kinder an dem Programm AktivBonus junior teilnehmen. Dies ist ein Zusatzbonus, den die KNAPPSCHAFT für die Inanspruchnahme der Kinder- und Jugenduntersuchungen zusätzlich zum allgemeinen Bonusprogramm vergibt. Ist das Kind 18 Jahre alt und hat bestimmte Vorsorgeuntersuchungen durchlaufen, erhält es den AktivBonus junior, der bei konsequenter und regelmäßiger Vorsorge zum Schutz des Nachwuchses mit bis zu 500 Euro belohnt wird.

Weitere Informationen zu den Vorsorgeuntersuchungen gibt es auf: www.knappschaft.de

 

FOTO: IPGGUTENBERGUKLTD