Rückenschmerzen oder Unfälle können die
Erwerbsfähigkeit stark einschränken.
Rückenschmerzen oder Unfälle können die Erwerbsfähigkeit stark einschränken.



Das Netz für alle Fälle

 

Manfred Lorenz, ein 56-jähriger Fliesenleger, leidet seit Jahren unter Bandscheibenproblemen. Eine medizinische Rehabilitation, die ihm die Deutsche Rentenversicherung bewilligt hatte, linderte die Beschwerden. Dennoch traten die Schmerzen später erneut auf. Auch die weitere Behandlung und eine ambulante Reha blieben erfolglos. Aufgrund chronischen Verschleißes der Wirbelsäule wird Lorenz eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bewilligt.

Der Fall ist fiktiv, aber er zeigt beispielhaft, dass jeder Versicherte bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze eine Erwerbsminderungsrente erhalten kann. Dafür müssen bestimmte medizinische und versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein. Die medizinischen Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente sind gegeben, wenn der Versicherte wegen Krankheit oder Behinderung pro Tag weniger als sechs Stunden eine berufliche Tätigkeit ausüben kann.
 

Erwerbsminderungsrenten

Die Ausweitung der Zurechnungszeiten sorgt für steigende Zahlbeträge.

Zeitaufwendige Prüfung

Zudem gilt der Grundsatz „Reha vor Rente“. Zunächst wird also geprüft, ob die Erwerbsfähigkeit durch medizinische oder berufliche Rehabilitation wiederhergestellt werden kann. Wichtig: Eine Erwerbsminderungsrente wird nur auf Antrag bewilligt.

Die Rente wegen voller Erwerbsminderung soll den Verdienstausfall ersetzen. Das ist dann der Fall, wenn nur noch weniger als drei Stunden täglich gearbeitet werden kann. Eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung soll in Verbindung mit einer Teilzeitarbeit den Lebensunterhalt sichern. Sie kann gezahlt werden, wenn die Leistungskraft auf weniger als sechs Stunden täglich gesunken ist, aber noch mindestens drei Stunden täglich gearbeitet werden kann.

Die Bearbeitung von Erwerbsminderungsrentenanträgen nimmt einige Zeit in Anspruch. Einer der Gründe ist, dass psychische Erkrankungen wie Depression und Burnout, die einen großen Teil der Bewilligungen ausmachen, eine sorgfältige Prüfung erfordern. „Es ist sehr viel aufwendiger, eine psychische Erkrankung zu diagnostizieren als etwa eine Verletzung nach einem Unfall“, sagt Gundula Sennewald von der Deutschen Rentenversicherung. „Wir müssen uns jeden Einzelfall genau anschauen.“ Die Erwerbsminderungsrente kann für maximal drei Jahre bewilligt werden und ist dann erneut zu beantragen. Ist keine gesundheitliche Besserung mehr zu erwarten, wird die Rente auf Dauer gezahlt.
 

 

Die Broschüre zum Download: t1p.de/Erwerbsminderung-DRV