Der Grundrentenzuschlag würdigt die Lebensleistung von Geringverdienern.
Der Grundrentenzuschlag würdigt die Lebensleistung von Geringverdienern.



Kurz & Knapp

 

 

RUND UM DEN GRUNDRENTENZUSCHLAG

Wer hat Anspruch auf den Grundrentenzuschlag? Antworten auf die sechs wichtigsten Fragen


Was ist der Grundrentenzuschlag?
Der Grundrentenzuschlag honoriert die Lebensleistung von langjährig Rentenversicherten mit unterdurchschnittlichem Einkommen. Er ist ein Zuschlag zur Rente, der individuell berechnet wird.

Muss der Grundrentenzuschlag beantragt werden?
Nein, der Anspruch auf den Grundrentenzuschlag wird automatisch von der Deutschen Rentenversicherung geprüft. Wer Anspruch hat, bekommt den Zuschlag mit der Rente ausgezahlt.

Wann wird der Grundrentenzuschlag ausgezahlt?
Den Grundrentenzuschlag gilt ab Januar 2021. Doch wegen des hohen Aufwands bei der Umsetzung wird die Deutsche Rentenversicherung voraussichtlich ein halbes Jahr brauchen, bis die ersten Grundrentenzuschlagsbescheide versendet werden können. Bei immerhin 26 Millionen Renten muss geprüft werden, ob die sehr komplexen Voraussetzungen erfüllt sind. Die weiteren Bescheide werden bis Ende 2022 erteilt. Selbstverständlich wird der Grundrentenzuschlag rückwirkend ausgezahlt.
 

»Der Anspruch auf den Grundrentenzuschlag wird automatisch geprüft.«


Welche Versicherungszeiten zählen bei dem Grundrentenzuschlag?
Für einen Anspruch auf den Grundrentenzuschlag werden mindestens 33 Jahre Grundrentenzeit benötigt. Es zählen die Jahre der versicherungspflichtigen Berufstätigkeit, aber beispielsweise auch Zeiten der Kindererziehung und Pflege, der Krankheit und Rehabilitation. Nicht angerechnet werden dagegen Zeiten der Arbeitslosigkeit, der geringfügigen Beschäftigung ohne eigene Beitragszahlung (Minijob), der Schulausbildung und mit freiwilligen Beiträgen.

Wird Einkommen auf den Grundrentenzuschlag angerechnet?
Ja, das Einkommen spielt eine entscheidende Rolle. Der volle Grundrentenzuschlag wird bei einem Einkommen bis zu 1.250 Euro (Paare: 1.950 Euro) ausgezahlt. Bei einem Einkommen zwischen 1.250 und 1.600 Euro (Paare: 2.300 Euro) werden 60 Prozent angerechnet. Alles, was darüber liegt, wird komplett angerechnet.

Welches Einkommen wird bei dem Grundrentenzuschlag angerechnet?
Das zu versteuernde Einkommen, der steuerfreie Teil der Rente sowie Kapitalerträge werden bei dem Grundrentenzuschlag angerechnet. Minijobs und steuerfreie Einnahmen, etwa durch eine ehrenamtliche Tätigkeit, bleiben dagegen unberücksichtigt. Auch Wohneigentum und Vermögen spielen bei der Berechnung keine Rolle. Das Finanzamt und die Rentenversicherung tauschen sich über das Einkommen automatisch aus.
 

Herz trifft Seele: eine neue Psychologie des Herzens

Judit Kleinschmidt, Volker Köllner, Eike Langheim: „Mein Herz + meine Seele“, Trias, Oktober 2020, 19,90 Euro

Das Risiko für einen Herzinfarkt steigt nicht nur durch Rauchen oder fehlende Bewegung. Auch Schlafmangel (siehe Seiten 24–26) und psychosoziale Faktoren wie Depressionen oder belastende Arbeitsbedingungen spielen eine Rolle. Umgekehrt kann auch ein krankes Herz seelische Krisen auslösen. Drei Experten aus Rehazentren der Rentenversicherung haben diese Erkenntnisse jetzt in einem neuen Buch zusammengetragen.
 

Schutzschirm für Rehakliniken

Unter den notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der CoronaPandemie haben auch die Rehaeinrichtungen gelitten. Wo in normalen Zeiten Versicherte der Deutschen Rentenversicherung wieder fit für das Berufsleben gemacht werden, blieben ab März viele Betten und Sporthallen leer. Für viele dieser Rehaeinrichtungen, die der Rentenversicherung als externe Vertragspartner verbunden sind, war die Lage existenzgefährdend. Die Bundesregierung reagierte schnell und unterstützte die Rehakliniken als Teil des Sozialschutz-Pakets. Im Zeitraum April bis Ende Juli 2020 haben die Rentenversicherungsträger insgesamt rund 393 Millionen Euro an Zuschüssen nach dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) ausgezahlt. Das Rehasystem wird damit nachhaltig gesichert.
 

CHATBOT FÜR FRAGEN ZUR RIESTER-RENTE

0,05 Sekunden, benötigt der Chatbot der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), um eine Frage rund um die Riester-Rente zu beantworten. Ein Chatbot ist eine Art Dialog-Roboter. Der Riester-Chatbot ist online unter riester.deutscherentenversicherung.de zu finden.
 

PARTNER FÜR EIN LANGES LEBEN

Die Rentenbezugsdauer hat sich aufgrund der erhöhten Lebenserwartung von Rentnerinnen und Rentnern seit 1960 deutlich erhöht. Zurzeit beziehen sie im Durchschnitt fast 20 Jahre lang eine Rente. Das ist etwa doppelt so lange wie noch vor 60 Jahren.
 

3 FRAGEN AN...

Prof. Dr. Harald zur Hausen (84), Nobelpreisträger für Medizin, hat mit seiner Forschung die HPV-Impfung ermöglicht

Gebärmutterhalskrebs: „Keine Scheu, zu reden“

1 Die HPV-Impfung, die unter anderem vor Gebärmutterhalskrebs schützt, wird schlecht angenommen. Wieso? Es liegt an zwei Faktoren: Erstens vergehen von der Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) bis zu einer Krebserkrankung bei einem Teil der Infizierten 15 bis 20 Jahre ohne Symptome. Zweitens scheuen sich viele Eltern, mit ihren Kindern über sexuell übertragbare Krankheiten zu reden in einer Phase, in der sie noch keine Sexualkontakte haben.

2 Die Impfrate liegt unter 50 Prozent. Wäre sie doppelt so hoch, könnte man bestimmte Krebsarten ausrotten? Wenn wir gegen alle krebserzeugenden HPV-Typen impfen, was inzwischen der Fall ist, können wir bis zu 90 Prozent der mit HPV verbundenen Krebserkrankungen verhindern.

3 Sind freiwillige Schulimpfungen ein empfehlenswerter Weg? Ja. Bei Aufklärungen an Modellschulen in der Rhein-Neckar-Region, an denen ich teilgenommen habe, hat auch eine Krebspatientin gesprochen. Das hat die Kinder sehr beeindruckt. Die Impfrate dort ist enorm gestiegen – auf rund 80 Prozent.

 

Infos zu Schulimpfungen und warum auch HPV-Impfungen für Jungen so wichtig sind, finden Sie online: ja-ich-auch.preventa.de