Wohin nach Alkoholentzug?
Wohin nach Alkoholentzug?



Einfacher in die Reha

 

Ohne Unterstützung hätte sie nicht gewusst, wie es weitergeht, berichtet Petra: „Die Mitarbeiterin hat mich von einer Reha überzeugt und mit mir alle Unterlagen ausgefüllt.“ Petra, die ihren Nachnamen nicht im Magazin lesen möchte, hat als eine der Ersten am Modellvorhaben FIRE teilgenommen. Mit dem Projekt, das die DRV KBS im Rahmen des Förderprogramms rehapro durchführt, werden Menschen unterstützt, die aufgrund einer Alkoholabhängigkeit einen Entzug im Krankenhaus machen.

Versicherte werden im Rahmen einer Beratung motiviert, eine Reha zu beantragen. Sie erhalten Unterstützung über die gesamte Prozessdauer. Außerdem verzichtet die Rentenversicherung auf den üblichen Sozialbericht bei der Antragstellung, der normalerweise bei einer Suchtberatungsstelle im Nachgang des Krankenhausaufenthalts erstellt wird. „Für viele Patientinnen und Patienten sind die Antragsunterlagen und das Aufsuchen einer externen Suchtberatung eine große Hürde bei der Beantragung einer Reha. Deshalb nutzen wir im Projekt FIRE einen kombinierten Sozialund Befundbericht, der direkt im Krankenhaus erstellt wird“, erklärt Nina Walthart, Sozialarbeiterin im Projekt. Durch die Bearbeitung der Reha-Anträge im Eilverfahren ist es möglich, dass viele Projektteilnehmende schon wenige Tage nach Entlassung aus dem Krankenhaus eine Reha für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen antreten können.
 

Drehtüreffekt abwenden

„Wir wissen, dass eine Reha für ein abstinentes Leben von großer Bedeutung ist“, so Detlef Schmidt, Projektleiter bei der KBS. „Mit FIRE können wir den sogenannten Drehtüreffekt abwenden und einen erneuten Entzug im Krankenhaus verhindern. Wir hoffen, auch die nächsten Teilnehmenden erleben FIRE ähnlich positiv wie Petra.“ Um das herauszufinden, wird das Projekt von der Charité Berlin wissenschaftlich begleitet.

Das Projekt FIRE ist in Krankenhäusern in den Regionen Rheinland, Westfalen und Saarland gestartet.