Die feste Lohngrenze beim Minijob wird aufgehoben. Künftig orientiert sie sich am Mindestlohn.
Die feste Lohngrenze beim Minijob wird aufgehoben. Künftig orientiert sie sich am Mindestlohn.



Neue Regeln beim Minijob

 

Seit dem Jahr 2013 lag die Minijob-Grenze unverändert bei 450 Euro monatlich. Ab dem 1. Oktober 2022 aber passt sich diese Grenze dynamisch dem Mindestlohn an. Die neue Minijob-Grenze orientiert sich an einer wöchentlichen Arbeitszeit von zehn Stunden zu Mindestlohnbedingungen. Daher erhöht sich die monatliche Verdienstgrenze für Minijobberinnen und Minijobber von 450 Euro auf 520 Euro. Hintergrund: Der gesetzliche Mindestlohn ist zum 1. Oktober 2022 ebenfalls gestiegen: von 10,45 Euro auf 12 Euro pro Stunde.

Überschreitung der Grenze neu geregelt

Seit dem 1. Oktober 2022 gilt außerdem eine neue Regel für das unvorhersehbare Überschreiten der Minijob-Grenze: In bis zu zwei Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres darf es zu einer Überschreitung kommen. Diese darf bei maximal dem Doppelten der Minijob-Grenze liegen. Dadurch ergibt sich ein maximaler jährlicher Verdienst im Minijob in Höhe des 14-fachen der monatlichen Minijob-Grenze, also in Höhe von 7.280 Euro. Im Normalfall liegt die Minijob-Grenze bei 6.240 Euro jährlich.
Man beachte: Bis zum 1. Oktober 2022 galt die Regelung, dass in maximal drei Monaten eines Zeitjahres unvorhersehbare Überschreitungen möglich waren; die Höhe der Überschreitungen in diesen Monaten war zudem unbegrenzt.

Wichtig für Rentnerinnen und Rentner

Aufpassen in Bezug auf die Verdiensthöhe im Minijob müssen Rentnerinnen und Rentner. Denn für einige Rentnerinnen und Rentner gibt es eine kalenderjährliche Hinzuverdienstgrenze. Diese Hinzuverdienstgrenze in Höhe von 6.300  Euro gilt für Bezieherinnen und Bezieher einer Rente wegen voller Erwerbsminderung oder der Knappschaftsausgleichsleistung. Diese Grenze gilt in 2022 weiterhin und wurde nicht nach oben hin angepasst. Das bedeutet: Minijobberinnen und Minijobber sollten diese Grenze in 2022 im Blick behalten, denn bereits ein leichtes unvorhergesehenes Überschreiten der Minijob-Grenze kann zur Überschreitung der kalenderjährlichen Hinzuverdienstgrenze führen.

Überschreiten Bezieherinnen und Bezieher einer Rente wegen voller Erwerbsminderung oder der Knappschaftsausgleichsleistung ihre Hinzuverdienstgrenze, wirkt sich dies rentenschädlich (Kürzung oder Wegfall) aus. Im Fall der Knappschaftsausgleichsleistung bewirkt ein Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze sogar den Wegfall des gesamten Anspruchs auf die Leistung. Rentnerinnen und Rentner, die eine Altersrente beziehen und die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben, können 2022 deutlich mehr hinzuverdienen als normalerweise: nämlich 46.060 Euro.

Aufgepasst: Die Bundesregierung plant derzeit eine grundlegende Reform der Hinzuverdienstregelungen für alle Versichertenrenten ab dem 1. Januar 2023. Die Hinzuverdienstgrenze bei Altersrenten soll ersatzlos entfallen. Bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und der Knappschaftsausgleichsleistung sollen die Hinzuverdienstgrenzen deutlich angehoben werden. Rentnerinnen und Rentner sollten die weitere Entwicklung der Hinzuverdienstregelungen verfolgen.

Der Anreiz, über die Grenzen eines Minijob hinaus mehr zu arbeiten, wächst.

Auch die Midijob-Grenze ist gestiegen

Auch die Verdienstgrenze für den Midijob ist zum 1.Oktober 2022 gestiegen: von 1.300 Euro auf 1.600 Euro. Dies hat eine deutliche Ausweitung des sogenannten Übergangsbereichs zur Folge. Ein Midijob liegt also nun vor, wenn das durchschnittliche monatliche Arbeitsentgelt 520,01 bis 1.600 Euro beträgt. Zuvor lag ein Midijob vor, wenn das Arbeitsentgelt im Monat durchschnittlich 450,01 bis 1.300 Euro betrug.

In dem neuen Übergangsbereich sind Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber stärker belastet als zuvor, als die Grenze bei 1.300 Euro lag. Im unteren Bereich des Übergangsbereichs, also ab 520,01 Euro, beträgt der Beitragsanteil einer Arbeitgeberin oder eines Arbeitgebers rund 28  Prozent. Dieser Anteil wird gleitend bis 1.600 Euro auf den regulären Sozialversicherungsbeitrag abgeschmolzen. Midijobberinnen und Midijobber dagegen profitieren: Denn der Belastungssprung wurde beim Übergang vom Minijob zum Midijob geglättet. Dies soll ein Anreiz für Minijobberinnen und Minijobber sein, ihre Arbeitszeit auszuweiten – hinein in den Midijob. Wichtig zu wissen: Im Gegensatz zu Minijobs, für die die Minijob-Zentrale zuständig ist, sind Midijobs sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen, für die die Krankenkassen zuständig sind.

Mehr Inhalte zum Thema: www.minijob-zentrale.de

Minijob oder Midijob?

In einem Minijob verdienen Mitarbeiter monatlich regelmäßig nicht mehr als 520 Euro (bis 30. September 2022 waren es 450 Euro). Als Midijob werden Beschäftigungsverhältnisse bezeichnet, in denen Arbeitnehmer regelmäßig mehr als beim Minijob, aber bis maximal 1.600 Euro (bis 30. September 2022 1.300 Euro) monatlich verdienen. Der Midijob liegt damit in der Mitte zwischen klassischem Minijob und einer Vollzeit- oder auch Teilzeitbeschäftigung. Midijobber sind im Gegensatz zu Minijobbern in allen Sozialversicherungszweigen versicherungspflichtig.