Bundesminister Hubertus Heil, Landesministerin Dr. Martina Münch, Erste Direktorin der KBS Bettina am Orde, Leiter der KBS-Regionaldirektion Cottbus Hans-Joachim Röttger (v.l.n. r.).
Bundesminister Hubertus Heil, Landesministerin Dr. Martina Münch, Erste Direktorin der KBS Bettina am Orde, Leiter der KBS-Regionaldirektion Cottbus Hans-Joachim Röttger (v.l.n. r.).



Neue Aufgaben

 

Auch die hinteren Stehplätze waren bis auf die letzte Lücke besetzt, als der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, sich am 6. August bei der KBS in Cottbus in einer Talkrunde den Fragen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellte. Er kam in Begleitung der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Martina Münch. Die Runde diskutierte verschiedene aktuelle Projekte für Cottbus und die Lausitz, die mit der anstehenden Energiewende eingeleitet werden. Der Bundesarbeitsminister verkündete gleich zu Beginn, dass sein Ministerium den Strukturwandel aktiv angeht und deshalb jetzt die Aufgaben des Europäischen Sozialfonds (ESF) in die Hände der KBS legt. Damit entstehen bis 2021 in Cottbus 140 neue Arbeitsplätze, er rechne für die Zukunft „mit 300 Arbeitsplätzen und darüber hinaus durch weitere Gesetzgebungen und Aufgaben, die im Bereich des Sozialstaates anfallen“.

Viele offene Fragen

Fragen aus dem Publikum – etwa 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren gekommen – an die beiden Minister betrafen Änderungen der Grundrente, eine gewünschte Senkung des Beitrages Kinderloser zur Pflegeversicherung oder die Zukunft der Großen Koalition nach den nächsten Landtagswahlen. Bei einem anschließenden Rundgang durch das Gebäude am Knappschaftsplatz, unter Leitung frisch ausgelernter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, schauten beide Gäste auf dem Weg ins Eltern-Kinder-Arbeitszimmer in Büros mit Umzugskisten. Diese werden bereits für den neuen ESF-Bereich eingerichtet. Am Ende des Rundgangs, an dem zahlreiche regionale Pressevertreter teilnahmen, bekräftigte der Bundesarbeitsminister in seinem Pressestatement, dass die neuen Aufgaben für die KBS „ein klares Bekenntnis sind, um den Standort Cottbus und die Region zu stärken“.

Von links: Kirsten Eink (KBS), Erste Direktorin der KBS Bettina am Orde, Landesministerin Dr. Martina Münch, Bundesminister Hubertus Heil, Frank Karnitzki (KBS), Randi Michler (KBS).

... Kurz notiert: Menschen in besonderen Wohnformen sollen selbstbestimmter leben

Durch das Bundesteilhabegesetz soll die Selbstständigkeit von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen unterstützt werden. Zum 1. Januar 2020 tritt die 3. Reformstufe des Gesetzes in Kraft. Damit ergeben sich Änderungen für diejenigen, die in besonderen Wohnformen leben. Das sind Unterkünfte, die bislang als Wohnheime oder vollstationäre Einrichtungen bezeichnet werden. Beziehen die hier wohnenden Menschen mit Behinderung eine Rente, wird diese ab Januar 2020 in der Regel nicht mehr auf die Konten der Sozialhilfeträger überwiesen, sondern auf die Konten der Rentenberechtigten selbst. Hierdurch soll ihnen ein individuelleres und selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden.

Info: Was ist der ESF?

Der Europäische Sozialfonds zählt zum wichtigsten arbeitsmarktpolitischen Instrument, um die Beschäftigung von Menschen in Europa nachhaltig zu fördern und Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt abzubauen. Insbesondere (Langzeit-)Arbeitslose, junge Menschen mit schlechtem oder ohne Bildungsabschluss, Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund oder ältere Erwerbstätige sollen durch die Mittel des ESF in allen 28 EU-Mitgliedstaaten bessere Beschäftigungschancen durch Ausbildung und Qualifizierung erhalten und ihnen neue berufliche Perspektiven eröffnet werden.