"Intensiv und spannend"

 

Herr Grothues, am 14. August 2018 fand Ihr 50-jähriges Dienstjubiläum statt, am 30. November 2018 wechseln Sie in den Ruhestand. Wenn Sie zurückblicken – welches Ereignis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Die 50 Jahre waren voll mit intensiven und spannenden Ereignissen. Eine meiner interessantesten beruflichen Erfahrungen war sicherlich die deutsche Wiedervereinigung im Jahr 1990, die ich als Mitarbeiter des Bereichs Aus-, Fort- und Weiterbildung begleitet habe. Ich hatte damals im März 1990 die Aufgabe, die Bildungsmaßnahmen für die neu einzustellenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – es waren etwa 1.300 in den neuen Bundesländern für unsere beiden neuen Verwaltungsstellen in Chemnitz und Cottbus – zu organisieren. Eine große Herausforderung, weil wir bereits im September des Jahres 1990 mit den Schulungsmaßnahmen anfangen wollten. Bei der Organisation dieser Maßnahmen habe ich das Umfeld der ehemaligen DDR und unglaublich viele interessante und tolle Menschen kennengelernt. Dank der Unterstützung vieler helfender Hände ist es gelungen, in kürzester Zeit eine Logistik aufzubauen, die uns in die Lage versetzt hat, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur einzustellen, sondern sie auch für den Übergang sozial abzusichern und zu schulen. Für mich war die Erfahrung mit dem Aufbau in den neuen Bundesländern vielleicht die intensivste berufliche Erfahrung. Eines aber war mir darüber hinaus besonders wichtig – die Arbeit mit und für die Beschäftigten. Engagierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind entscheidend für zufriedene Kunden und letztendlich für den Erfolg der „Knappschaft“. Hierzu beizutragen, das hat sich wie ein roter Faden durch mein gesamtes Berufsleben gezogen.

Welches Ereignis möchten Sie noch  herausheben?
Den Aufbau der Minijob-Zentrale 2003 will ich nennen, den ich als Leiter der Abteilung Personal, Berufliche Bildung und Sozialmedizinischer Dienst begleitet habe. Hier bestand die große Herausforderung darin, die Minijob-Zentrale nach der Entscheidung der Bundesregierung innerhalb von vier Monaten funktionsfähig zu machen. Das bedeutete, wir mussten in kürzester Zeit Räumlichkeiten organisieren, Arbeitsplätze ausstatten und nicht zuletzt fast 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für drei Standorte einstellen. Es hat funktioniert.
Bei der Fusion von Bundesknappschaft, Bahnversicherungsanstalt und Seekasse im Jahre 2005 durfte ich als einer der Projektleiter daran mitarbeiten, die unterschiedlichen Kulturen und Organisationsformen von drei Trägern unter einen Hut zu bringen. Ein langwieriger, schwieriger, am Ende aber äußerst erfolgreicher Prozess. Die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See war relativ schnell nach der Fusion im Jahre 2005 ein hocheffizienter und gut funktionierender Versicherungsträger.

Im Jahr 2013 wurden Sie zum Mitglied der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See gewählt. Gibt es ein besonderes Highlight aus der Zeit?
Besonders spannend war der Aufbau der Bundesfachstelle Barrierefreiheit im Jahr 2016. Mit Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) hat der Bundesgesetzgeber die Einrichtung der Bundesfachstelle Barrierefreiheit beschlossen und diese Aufgabe der KBS übertragen. Insbesondere in der Planung und Umsetzung habe ich von Anfang an intensiv mitgewirkt. Mir ist dadurch sehr deutlich geworden, wie schwer es für Menschen mit Handicap ist, sich in unserer Gesellschaft zu bewegen und zurechtzufinden. Es ist gut, dass der Gesetzgeber dieses Problem erkannt hat und wir mit unserer Bundesfachstelle Barrierefreiheit daran mitarbeiten dürfen.

Wo steht die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See heute, und wie geht  es weiter?
Die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, mit ihrer mehr als 750-jährigen Geschichte, steht heute ausgesprochen gut da. Unsere Arbeitsergebnisse stimmen. Wir haben ein hohes Ansehen in der Politik und in den uns begleitenden Ministerien. Die zusätzlichen Aufgaben, die man uns mit der Minijob-Zentrale, der Bundesfachstelle Barrierefreiheit und zuletzt der Fachstelle rehapro übertragen hat, machen die KBS zukunftssicher. Zu verdanken haben wir das sicherlich auch unserer effektiven und kompetenten Arbeit – und das ist das Werk unserer engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für die Zukunft sind die Anforderungen, die der digitale Wandel mit sich bringt, eine der größten Herausforderungen. Wir werden uns mit allen Bereichen des Verbundsystems der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See im Sinne der Ansprüche unserer Kunden darauf einstellen, da bin ich mir sicher.

 

Peter Grothues: Ein Leben für die „Knappschaft“

Begonnen hat Peter Gro­thues am 1. August 1968  bei der damaligen Ruhr­knappschaft, die 1969 mit den anderen ehemaligen Knappschaften zur Bundes­knappschaft zusammenge­legt wurde. 2005 kam dann im Rahmen der Organisati­onsreform der Deutschen Rentenversicherung die Fusion von Bundesknapp­schaft, Bahnversicherungsanstalt und Seekasse zur Deutschen Rentenver­sicherung Knappschaft­-Bahn-­See. Grothues’ Weg in der „Knappschaft“ führte ihn zunächst in den Grund­satzbereich des zwischen­staatlichen Rentenrechts, dann in die Aus­-, Fort-­ und Weiterbildung, wo er viele Jahre als Ausbildungsleiter tätig war. 1998 wurde er Leiter der Abteilung Perso­nal, Berufliche Bildung und Sozialmedizinischer Dienst. 2013 wurde er zum Mitglied der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversiche­rung Knappschaft­-Bahn-­See gewählt.

Informationen zum Verbundsystem der Deutschen  Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See: ww.kbs.de