Rat und Hilfe vor der Rente

 

Sind die 50, 55 oder 60 nur weitere Geburtstage oder doch mehr? Viele machen sich jetzt erste Gedanken über das, was sie in ein paar Jahren erwartet: die Rente. Diese wird von Versicherten oft als Lohn für ihre Lebensleistung gesehen. Das ist auch richtig, denn die gesetzliche Rente spiegelt und bilanziert das Erwerbsleben jedes Einzelnen. Da für alle Menschen die finanzielle Sicherheit im Alter sehr wichtig ist, fragen sich zumeist rentennahe Versicherte, welche Rentenansprüche sie zu welchem Zeitpunkt haben werden. Denn selbst wenn Versicherte jährlich eine Renteninformation zugesandt bekommen, die ihnen einen Überblick über die erworbenen Anwartschaften und die Höhe der künftig zu erwartenden Altersrente oder der Rente wegen Erwerbsminderung gibt, können Rechtsänderungen die ausgewiesenen Werte beeinflussen. Dies gilt sogar für ältere Versicherte, die, sofern sie mindestens fünf Beitragsjahre haben, ab einem Alter von 55 Jahren alle drei Jahre eine ausführliche Rentenauskunft erhalten, welche die Renteninformation ersetzt.

Klaus Worm ist Leiter des Servicezentrums der DRV in Karlsruhe. Er rät Versicherten insbesondere bei vorgezogenem Rentenbezug dazu, sich genau zu informieren.

»Wichtig ist neben der Finanzfrage auch, sich nicht erst mit Renteneintritt darüber Gedanken zu machen, wie man als Rentner seine Zeit verbringen wird.«

Viele Wege in die Rente

Da der Weg in die Rente vielfältig ist, können die zugesandten Informationen nicht jede individuelle Situation berücksichtigen. Manche Versicherte müssen vorzeitig eine teilweise oder volle Erwerbsminderungsrente mit Abschlägen von bis zu 10,8 Prozent in Anspruch nehmen. Andere würden gerne vor ihrem regulären Renteneintrittsalter ihren Ruhestand genießen, wissen jedoch nicht, welche Altersrente dafür optimal wäre und ob ihnen eine solche selbst bei einer möglichen Minderung um künftig bis zu 14,4 Prozent zum Leben reichen würde. Wieder andere arbeiten auch gerne länger und interessieren sich dafür, welche Zuschläge sie für jeden Monat des längeren Arbeitens erhalten und wie sich dies konkret auf die Rentenhöhe auswirkt. Alle haben eines gemeinsam: Ihnen hilft eine fundierte und professionelle Beratung bei der DRV BadenWürttemberg, ihren ganz individuellen Weg in die Rente zu finden.

Ilenia Korth berät die Kunden des Regionalzentrums der DRV Baden-Württemberg in Ravensburg. Der Einstieg ins Rentenalter hat für sie sehr viele Facetten.

»Bei uns erhält jeder in dieser wichtigen Zeit eine individuelle, speziell auf ihn zugeschnittene Beratung. Das wissen die Menschen zu schätzen.«

Rechtzeitige Beratung

Wer sich mit dem Gedanken trägt, vorzeitig in Altersrente zu gehen, sollte sich möglichst frühzeitig beraten lassen. „Oftmals sind die Leute doch sehr überrascht, was die Abschläge bei vorgezogenem Rentenbezug im Detail für sie bedeuten“, weiß Klaus Worm vom Servicezentrum Karlsruhe. Deshalb rechnen die Experten der DRV auf den Cent genau aus, wie hoch der zu erwartende Rentenzahlbetrag im Einzelfall zum jeweiligen Zeitpunkt sein wird.

Abschläge ausgleichen

„Und immer häufiger taucht die Frage auf, ob es möglich ist, Abschläge auszugleichen“, schildert Matthias Marten vom Regionalzentrum Freiburg. Seit dem 1. Juli 2017 ist dies durch Sonderzahlungen bereits ab dem 50. Lebensjahr möglich. Selbst wenn man sich später doch dafür entscheidet, länger als ursprünglich gedacht zu arbeiten, ist das Geld nicht verloren, sondern erhöht die reguläre Altersrente. „Diese Möglichkeit ist gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase attraktiv“, ergänzt Marten. Auch Fragen nach Hinzuverdienstmöglichkeiten, insbesondere bei früherem Renteneintritt, werden sehr häufig gestellt. „Zudem wissen viele gar nicht, dass man Rente nur erhält, wenn man sie beantragt. Die Rente kommt nicht von allein“, erklärt Ilenia Korth vom Regionalzentrum Ravensburg. „Und wir kümmern uns auch darum, dass sämtliche rentenrelevanten Zeiten im Versicherungskonto gespeichert sind.“

Matthias Marten aus dem Regionalzentrum
Freiburg ist Stammgast in der Sendung „Kaffee
oder Tee“ des SWR-Fernsehens. Er hat viele
gute Ratschläge parat – nicht nur im TV.

»Immer häufiger taucht die Frage auf, ob es möglich ist, Abschläge auszugleichen.«

Arbeitsfähigkeit erhalten

Für Menschen, die befürchten, aus gesundheitlichen Gründen aus dem Erwerbsleben auszuscheiden, finden die Beraterinnen und Berater oftmals andere Möglichkeiten. Beispielsweise kann eine medizinische Rehabilitation, eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes oder – je nach Alter und Eignung des Versicherten – auch eine Qualifizierungsmaßnahme oder Umschulung von der gesetzlichen Rentenversicherung finanziert werden. „Dies alles gehört zu unserem Leistungsspektrum“, betont Korth.

Mehr unter drv-bw.de oder 0800 1000 48024