Thomas K. in seinem Garten. In der Umhängetasche befinden sich die Steuereinheit und die Akkus für das Herzunterstützungssystem.
Thomas K. in seinem Garten. In der Umhängetasche befinden sich die Steuereinheit und die Akkus für das Herzunterstützungssystem.



Herzenssache im Fokus

 

Wie schnell die Welt aus den Fugen geraten kann, musste Thomas K. erfahren: Mit Mitte dreißig erlitt der Techniker nach einem verschleppten Infekt eine zunächst unbemerkte Herzmuskelentzündung. In der Folgezeit verschlechterte sich die Auswurfeistung seiner linken Herzkammer immer massiver und erzielte zuletzt nur noch rund zehn Prozent.

Um diesen lebensbedrohlichen Zustand abzuwenden, wurde ihm in einer mehrstündigen Operation im Universitätsklinikum Großhadern ein sogenanntes „Kunstherz“ eingesetzt. Anders als oft vermutet, wird das kranke Herz dabei nicht ersetzt, sondern verbleibt an Ort und Stelle. Vereinfacht gesagt, wird eine Pumpe an das Herz angeschlossen, die das Blut aus der kranken Herzkammer direkt in das Kreislaufsystem pumpt. Durch dieses Unterstützungssystem kann die Wartezeit bis zu einer meist unumgänglichen Herztransplantation für fünf bis zehn Jahre überbrückt werden. In Deutschland werden jährlich etwa 1.000 Patienten mit einem Herzunterstützungssystem versorgt.

„Das war der absolute Tiefpunkt – körperlich wie psychisch“, so Thomas K. rückblickend. „Als man mich nach der Operation zur Anschlussrehabilitation in die Klinik Bad Wörishofen der Deutschen Rentenversicherung Schwaben schickte, war ich so ausgebremst, dass für mich selbst einfachste Dinge nicht mehr möglich waren.“
 

In guten Händen

„Sie schaffen das!“ Die Aussage eines Arztes nach der erfolgreichen Operation klang zunächst wie ein unerreichbares Versprechen. Doch mit kleinen Schritten, die manchmal fast nicht zu sehen waren, kämpfte sich Thomas K. während der Rehabilitation zurück ins Leben. Und es gab viel zu lernen und zu tun: Sein Kunstherz, das seinen Strom aus zwei Akkus zieht oder nachts über ein Kabel geladen wird, stellt hohe Anforderungen an ihn. Er muss die Selbstdiagnostik beherrschen, sich mit Blutverdünnung auskennen und penibel genau mit seiner Wundversorgung sein. Daneben galt es, sein fast zum Erliegen gekommenes Leistungsvermögen wieder zu steigern. „Das ging während der Reha alles Hand in Hand und war hervorragende Teamarbeit. Mein Pensum wurde sensibel an meine Tagesform angepasst. Schließlich sollte ich ja weder über- noch unterfordert werden“, erinnert sich der Patient, auf dessen Behandlungsplan ein Mix aus Physio-Einzeltherapie, Ergotherapie, Intervall- sowie Gerätetraining und psychologische Betreuung zu finden war.

Als Thomas K. nach insgesamt 18 Wochen Krankenhausaufenthalt und Rehabilitation endlich wieder nach Hause durfte, war für ihn und seine Familie ein wichtiger Meilenstein erreicht. Wenngleich die Herztransplantation unumgänglich weiter im Raum steht. „Wann es so weit sein wird und ein passendes Spenderorgan für mich gefunden ist, kann ich nicht abschätzen. Ich bin gelistet und muss mich bereithalten. Deshalb arbeite ich jeden Tag daran, dass es mit mir körperlich und psychisch weiter bergauf geht. Besonderen Halt und Unterstützung geben mir dabei insbesondere meine Familie und mein Zuhause. Aber auch die Aussicht, dass ich dann wieder, zumindest in Teilzeit, in das Erwerbsleben einsteigen und meinen Beruf ausüben kann.“

»Bei uns sind auch besonders schwere Fälle in guten Händen.«

Prof. Dr. Jens Wagner, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Pneumologie, Intensivmedizin
 

Zertifizierte Qualität

„Für unser gesamtes Team ist es schön zu sehen, welche Fortschritte Thomas K. während seiner vier Wochen dauernden Rehabilitation und bis heute gemacht hat“, sagt Prof. Dr. Jens Wagner. Er ist Chefarzt der Fachklinik für Herz-Kreislauferkrankungen und Orthopädie, die idyllisch am Waldrand von Bad Wörishofen liegt. In der Kardiologie verfügt sie über 108 Behandlungsplätze.

Die Klinik weist in der Rehabilitation von Patienten mit Herzerkrankungen einen über 60-jährigen Erfahrungsschatz auf. „Zu uns kommen neben den Patienten nach Herzinfarkt, Stent, Bypass oder HerzklappenOperation auch besonders schwere Fälle mit Kunstherz oder nach einer Transplantation, die nicht in jeder Rehaklinik betreut werden können.“ Für sie bietet die Klinik seit über zwölf Jahren ein spezielles Konzept an. Die hohe Versorgungsqualität wurde Anfang April 2020 besonders ausgezeichnet: Als eine der ersten von über 100 Mitgliedskliniken der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) erhielt die Fachabteilung Kardiologie eine Zertifizierung, die erst seit Juli 2019 verliehen wird. „Damit können wir nun auch schwarz auf weiß unseren zuweisenden Stellen bestätigen, dass wir strukturell und personell bestens aufgestellt sind und alle geforderten Kriterien erfüllen.“
 

...Infos + Kontakt

Die Fachklinik Bad Wörishofen bietet zertifizierte High-End-Reha für Herzerkrankungen.

Fachklinik für HerzKreislauferkrankungen und Orthopädie
Am Tannenbaum 2
86825 Bad Wörishofen
Tel. 08247-9990
www.klinikbadwoerishofen.de