In der Reha lernen die Kinder, mit den Folgen der
Erkrankung umzugehen und Krisensituationen zu
bewältigen.
In der Reha lernen die Kinder, mit den Folgen der Erkrankung umzugehen und Krisensituationen zu bewältigen.



Neue Perspektiven

 

 

Schnupfen, Husten, Bauchschmerzen? Kranke Kinder sind oft schnell wieder gesund. Anders sieht es bei chronischen Erkrankungen wie Übergewicht, Allergien, Diabetes mellitus oder Asthma aus. Solche Erkrankungen sind in der Regel nicht vorübergehend, sondern bestehen über Monate, Jahre oder sogar lebenslang. Werden sie nicht rechtzeitig behandelt, sind nicht nur akute Beschwerden die Folge. Es drohen Beeinträchtigungen bei der Entwicklung, die sich auf die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit bis in das Erwachsenenalter auswirken können.
Die Fachklinik Gaißach ist eine Einrichtung der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd. Ihre Aufgabe ist es, stationäre Reha-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche durchzuführen. Zusätzlich werden rehabedürftige Mütter oder Väter zusammen mit ihren rehabedürftigen Kindern behandelt. Zur Betreuung der Rehabilitanden und Begleitpersonen stehen 254 Betten zur Verfügung. Die Klinik ist insbesondere auf Erkrankungen der Atemwege, der Haut, des Stoffwechsels sowie Magen-­Darm-­Erkrankungen und Übergewicht spezialisiert. Sie arbeitet eng mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Technischen Universität München zusammen. Dadurch können Therapiemaßnahmen nach dem neuesten Stand der Wissenschaft gestaltet werden.

Eine Kinderrehabilitation kann betroffenen Kindern und Jugendlichen helfen, ein möglichst normales und beschwerdefreies Leben zu führen. Die Kosten hierfür übernimmt die Deutsche Rentenversicherung. Doch welche Voraussetzungen müssen hierfür erfüllt sein? Aus medizinischer Sicht ist eine Rehabilitation für ein Kind dann angebracht, wenn es erheblich erkrankt ist, aber die Chance besteht, dass die Gesundheit wesentlich verbessert oder wiederhergestellt werden kann. Der behandelnde Kinderarzt kann eine Rehabilitation empfehlen und unterstützen.
Grundsätzlich muss ein Elternteil die sogenannten versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Dies bedeutet beispielsweise, in den letzten zwei Jahren müssen sechs Kalendermonate lang Pflichtbeiträge gezahlt worden sein. Ausschlussgründe liegen vor, wenn ein Elternteil beispielsweise verbeamtet ist. Eine Begleitung des Kindes während der Reha ist bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes möglich. Ältere Kinder können in besonderen Ausnahmefällen für eine Woche begleitet werden. Zunächst müssen die Eltern einen Reha-Antrag stellen. Sowohl die Renten- als auch die Krankenversicherung nimmt Anträge entgegen. Die Formulare hierfür erhält man bei der Rentenversicherung, der Krankenkasse sowie bei den Auskunfts- und Beratungsstellen und Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation sowie als Download im Internet. Hilfe beim Ausfüllen geben die Berater vor Ort.
 

Die Fachklinik Gaißach liegt idyllisch im Voralpenland.

Reha dauert vier bis sechs Wochen

In der Regel dauert die Rehabilitation vier bis sechs Wochen. Bundesweit stehen speziell dafür vorgesehene Rehabilitationseinrichtungen zur Verfügung. Wünsche zur Region, zum Ort oder zu einer speziellen Einrichtung können bereits im Antrag genannt werden. Diese werden so weit wie möglich berücksichtigt. Entscheidend sind die individuellen Bedürfnisse des Kindes. Über den Ort und die Rehabilitationseinrichtung, die Dauer und die Art der Rehabilitation informiert ein Bescheid, der zeitnah nach Antragstellung zugestellt wird. Den genauen Termin teilt die Rehabilitationsklinik gesondert mit. Die ärztliche und therapeutische Behandlung verfolgt das Ziel, die Gesundheit zu verbessern beziehungsweise wiederherzustellen, einer Verschlechterung vorzubeugen oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Die Kinder sollen lernen, mit den Folgen der Erkrankung umzugehen und Krisensituationen im Alltag zu bewältigen. Hierzu werden Strategien zum Selbstmanagement erarbeitet und durch gemeinsame Aktivitäten, Sport und Spiel der Umgang mit den vorhandenen Einschränkungen eingeübt. Bereits während der Kinderrehabilitation soll die weiterführende Behandlung am Wohnort vorbereitet werden, um den Erfolg der Rehabilitation nachhaltig zu sichern.
Damit Schulkinder so wenig Unterrichtsstoff wie möglich versäumen, erhalten sie Stützunterricht in allen Hauptfächern. Die Lerngruppen werden hierbei nach Schultyp und Klassenstufe zusammengestellt. Die Kinder werden in der Regel in enger Abstimmung mit der Heimatschule unterrichtet. Die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung, ärztliche Betreuung, therapeutische Leistungen und medizinische Anwendungen werden übernommen. Grundsätzlich sind bei der Kinderrehabilitation keine Zuzahlungen zu leisten. Ist das Kind noch nicht eingeschult oder aus medizinischen Gründen eine Begleitperson erforderlich, werden auf Antrag auch die Kosten für die Begleitperson übernommen.
 

Info: Fachklinik Gaißach

Die Klinik gilt als eines der führenden Kompetenzzentren für Kinderrehabilitation in Deutschland. Die Klinik ist auf Erkrankungen der Atemwege, der Haut, des Stoffwechsels sowie Magen-Darm-Erkrankungen und Übergewicht spezialisiert. 2015 wurden etwa 2.230 Kinder und Jugendliche behandelt.

 

Tel. 08041 798-0
E-Mail: info@ fachklinik-gaissach.de
www.fachklinik-gaissach.de

Zum Reha-Antrag im Internet geht es unter dem Reiter „Reha“: www.deutsche-rentenversicherung.de