Portrait, Mann (ca. 40), Blick in Kamera, freundliches Lächeln



Ehrenamtliche Verantwortung


Björn Wortmann weiß, wovon er spricht, wenn man ihn auf das Thema Engagement im Ehrenamt anspricht. Denn für den 38-jährigen Aschaffenburger ist das der rote Faden, der sich durch sein Leben zieht. „Seit meiner Jugend engagiere ich mich ehrenamtlich in Vereinen, sei es als Betreuer auf Zeltlagern oder als Handball- und Fußballtrainer. In Interessenvertretungen war ich auch schon früh aktiv: als Klassensprecher, Studierendenvertreter, als Referent bei der Gewerkschaft oder als Elternbeirat. 2017 bin ich zum Vorsitzenden des DGB Kreisverbands Aschaffenburg-Miltenberg gewählt worden“, so Wortmann, der Ende 2020 zum alternierenden Vorsitzenden der Vertreterversammlung in der Selbstverwaltung der DRV Nordbayern gewählt wurde. Zuvor war er Mitglied im Vorstand des fränkischen Rentenversicherungsträgers.

Den Vorsitz teilt er sich mit Patrick Püttner im jährlichen Wechsel. Dabei vertritt Björn Wortmann die Seite der Versicherten, Patrick Püttner die der Arbeitgeber. Wortmann: „Ich vertrete die Interessen der Versicherten, um zusammen mit den Arbeitgebern als Sozialpartner und der DRV einen Mehrwert für alle zu schaffen.“ Sein Antrieb für das Engagement neben Vollzeitjob und Familie? „Ehrenamtliches Engagement ist sinnstiftend und bereitet mir große Freude. Aber vor allen Dingen trägt es zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei.“ 
 

Herr Wortmann, inwieweit ist Ihre bisherige berufliche Tätigkeit von Nutzen für Ihr ehrenamtliches Engagement?
Mein Studium zum Politikwissenschaftler hilft mir bei meiner Tätigkeit als Gewerkschaftssekretär beim DGB und in der Selbstverwaltung sehr. Die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen steht dabei für mich im Mittelpunkt. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Netzwerke und Kooperationen, die unterschiedliche Interessenlagen in gemeinsamen Projekten bündeln, unerlässlich. So verstehe ich auch mein Engagement in der sozialen Selbstverwaltung der Deutschen Rentenversicherung: die Interessen der Versicherten zu vertreten, um zusammen mit den Arbeitgebern als Sozialpartner und dem Hauptamt der DRV einen Mehrwert für alle zu schaffen.

Was ist der Antrieb für das Engagement neben Vollzeitjob und Familie
Ehrenamtliches Engagement ist sinnstiftend und bereitet mir große Freude. Aber vor allen Dingen trägt es zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Jeder und jede kann einen Beitrag dazu leisten und sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten engagieren.

Welchen Einfluss hat Corona für Ihren beruflichen Alltag?
Das oberste Gebot ist der Gesundheitsschutz der Menschen. Dazu braucht es gegenseitige Solidarität mehr denn je.Meine berufliche Reisetätigkeit hat sich durch die Coronapandemie sehr stark eingeschränkt. Wir nutzen weitestgehend elektronische Kommunikationsmittel und treffen uns im virtuellen Raum. Auch wenn natürlich keine Video- oder Telefonkonferenz den persönlichen Kontakt und Austausch ersetzen kann, der in der täglichen Arbeit so wichtig ist.

Welche Chancen bzw. Risiken sehen Sie im digitalen Wandel?
Die Digitalisierung kann die Arbeitswelt humaner gestalten, wenn die Beschäftigten den Prozess mitbestimmen können und mehr Gestaltungssouveränität erhalten. Auf der anderen Seite stellen wir fest, dass Digitalisierung zu einer Beschleunigung und Verdichtung von Arbeitsprozessen führt. Diese Entwicklung steht dabei im unmittelbaren Zusammenhang mit einer Zunahme psychischer Erkrankungen. Psychische Erkrankungen spielen im Kontext von Prävention, Rehabilitation und Erwerbsminderung eine immer größere Rolle.

Was ist für Sie der Ausgleich zum Beruf?
…mich nach einem langen Arbeitstag auf das Fahrrad zu setzen und am Main entlang durch die Natur zu radeln. Wenn es die Pandemie wieder zulässt, freue ich mich, regelmäßig schwimmen oder ins Fitnessstudio zu gehen. Mit meiner Familie verreise ich gerne.

Würden Sie sich selbst als Familienmensch bezeichnen?
Ja, denn die Zeit mit der Familie ist mir sehr wichtig. Daraus schöpfe ich viel Kraft.

Gibt es ein Zitat, mit dem Sie sich identifizieren?
Max Frisch: „Demokratie bedeutet, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen.“


So funktioniert die Selbstverwaltung
Ein Erklärfilm der Studierenden der DRV Nordbayern erzählt, wodurch sich Selbstverwaltung auszeichnet. Mehr unter: www.deutsche-rentenversicherung-nordbayern.de/selbstverwaltung