Die Klinik Bad Reichenhall ist auf Atemwegserkrankungen spezialisiert.
Die Klinik Bad Reichenhall ist auf Atemwegserkrankungen spezialisiert.



Reha bei Folgen von Covid-19


Auch wenn die Forschung noch am Anfang steht, über die Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung ist mittlerweile einiges bekannt: Immer wieder ist von Schäden an Lunge, Herz, Nervensystem oder Niere die Rede sowie von lange weiterbestehender Müdigkeit, Schwäche, Atemnot, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen sowie psychischen Auswirkungen, wie zum Beispiel Ängsten oder Depressionen. Wer nach einer überstandenen Erkrankung an Beschwerden leidet, kann bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bayern Süd eine Rehabilitation beantragen – und, nach einer Bewilligung, die Reha-Maßnahme zum Beispiel in der auf Lungenheilkunde spezialisierten Klinik Bad Reichenhall absolvieren.
 

Mittelalter Mann in Arztkittel lächelt in die Kamera

»Jeder, der eine Covid-Erkrankung hinter sich hat, sollte sich wegen möglicher Spätfolgen untersuchen lassen.«

Dr. Konrad Schultz, Medizinischer Direktor der Klinik Bad Reichenhall
 


Die Klinik hat ein spezielles Reha-Programm zusammengestellt: Unter anderem körperliches Training, spezielle Atemübungen und der Austausch unter den Betroffenen in psychologisch geleiteten Gruppensitzungen werden angeboten. 97 Post-Covid-Patienten haben bislang eine Reha-Maßnahme in der Klinik angetreten. Viele Betroffene kämen in einem sehr schlechten Gesundheitszustand, sagt Dr. Konrad Schultz, Medizinischer Direktor der Klinik Bad Reichenhall: „Da sind zum Beispiel junge Menschen. Die waren es gewohnt, fit zu sein, doch plötzlich bereitet ihnen das Treppensteigen Schwierigkeiten. Wer im Krankenhaus beatmet wurde, leidet zum Teil lange an Muskelschwäche oder wird die Bilder im Kopf nicht los, die eine solche Behandlung hinterlassen kann.“
 

ich hat, sollte sich wegen möglicher Spätfolgen untersuchen lassen.« Dr. Konrad Schultz, Medizinischer Direktor der Klinik Bad Reichenhall Auch wenn die Forschung noch am Anfang steht, über die Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung ist mittlerweile einiges bekannt: Immer wieder ist von Schäden an Lunge, Herz, Nervensystem oder Niere die Rede sowie von lange weiterbestehender Müdigkeit, Schwäche, Atemnot, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen sowie psychischen Auswirkungen, wie zum Beispiel Ängsten oder Depressionen. Wer nach einer überstandenen Erkrankung an Beschwerden leidet, kann bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bayern Süd eine Rehabilitation beantragen – und, nach einer Bewilligung, die Reha-Maßnahme zum Beispiel in der auf Lungenheilkunde spezialisierten Klinik Bad Reichenhall absolvieren. Die Klinik hat ein spezielles Reha-Programm zusammengestellt: Unter anderem körperliches Training, spezielle Atemübungen und der Austausch unter den Betroffenen in psychologisch geleiteten Gruppensitzungen werden angeboten. 97 Post-Covid-Patienten haben bislang eine Reha-Maßnahme in der Klinik angetreten. Viele Betroffene kämen in einem sehr schlechten Gesundheitszustand, sagt Dr. Konrad Schultz, Medizinischer Direktor der Klinik Bad Reichenhall: „Da sind zum Beispiel junge Menschen. Die waren es gewohnt, fit zu sein, doch plötzlich bereitet ihnen das Treppensteigen Schwierigkeiten. Wer im Krankenhaus beatmet wurde, leidet zum Teil lange an Muskelschwäche oder wird die Bilder im Kopf nicht los, die eine solche Behandlung hinterlassen kann.“ Veränderung zum Besseren

Der Internist und Lungenfacharzt macht jedoch Mut: „Es geht zwar langsam, aber es verändert sich in der Regel zum Besseren“, erläutert Schultz die Erfolge der Rehabilitation. Ein Großteil der Patienten berichte, wie die Atemnot sich am Ende der Therapie bessert, ebenso die körperliche Leistungsfähigkeit und auch die seelischen Beschwerden: „Die Menschen, die während ihrer Akutphase häufig an Albträumen gelitten haben, sagen, sie schlafen ruhiger.“ Allerdings habe er keinen Vergleich zu Betroffenen, die nach überstandener Krankheit keine Reha angetreten haben, räumt Schultz ein.

Um zu erforschen, ob und wie Rehabilitation die Folgen einer Covid-Erkrankung lindern kann, haben Schultz und sein Team zusammen mit den Universitäten München und Würzburg eine Studie gestartet. Ziel ist, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie es Genesenen in den Monaten ergeht, die auf die Krankheit folgen, und wie die Reha-Maßnahmen anschlagen. Wer aufgrund einer Covid-Erkrankung eine Rehabilitation in der Klinik absolviert, nimmt in der Regel an der Studie teil. Bei den Teilnehmern messen die Ärzte zum Beispiel die Lungenfunktion, werten Laborergebnisse, Leistungstests und Symptomfragebögen aus – zu Beginn der Reha und danach. Drei und sechs Monate später werden die Patienten erneut befragt.

Von den ersten Ergebnissen seien die Mediziner „eher positiv überrascht“, berichten Schultz und die leitende Oberärztin der Klinik, Dr. Gabi Schwarzl: „Im Laufe der Reha besserten sich Werte mancher Patienten massiv.“ Weniger erfreulich seien verschiedene Komplikationen, die Schwarzl bei Post-Covid-Patienten beobachtet hat. Das können zum Beispiel Einschränkungen der Lungenfunktion sein. Umso mehr raten die Ärzte dazu, Beschwerden ernst zu nehmen und eine Rehabilitation zu beantragen.

„Jeder, der eine akute Covid-Erkrankung hinter sich hat, sollte sich wegen möglicher Spätfolgen von einem Arzt, am besten einem Pneumologen, untersuchen lassen“, empfiehlt Schultz. Die Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, sollten auch eine Rehabilitation beantragen. Ebenso Menschen, die die Erkrankung zu Hause erlebt und nach längerer Zeit noch Gesundheitsprobleme haben. Bei vielen sei die Hemmschwelle zu groß: „Einige, die eine Corona-Infektion zu Hause durchgemacht haben, warten lieber ab, bis es scheinbar ein bisschen besser wird, um dann ihr altes Leben so gut es geht wieder aufzunehmen. Die ständig wiederkehrende Müdigkeit oder die Kurzatmigkeit wird in Kauf genommen.“
 

Isolierstation für Covid-Patienten

Wenn Konrad Schultz über Covid-19 redet, spricht er auch als behandelnder Arzt: Wie bereits während des ersten Lockdowns im April und Mai unterstützt seine Klinik auch jetzt wieder vorübergehend Krankenhäuser in der Region. Auf einer eigens geschaffenen Isolierstation behandeln die Lungenfachärzte und ein engagiertes Team aus Pflegern, Physiotherapeuten und Psychologen derzeit zwischen sieben und elf Patienten mit einer leichten Covid-Erkrankung. Die Klinik ist dafür aufgrund ihres lungenfachärztlichen Schwerpunkts geeignet und wegen der Tatsache, dass alle Zimmer mit Sauerstoffversorgung ausgestattet sind. Strenge Hygienemaßnahmen stellen sicher, dass für die anderen Reha-Patienten keine Infektionsgefahr besteht.

Die Behandlung der Patienten und die Hygienemaßnahmen seien mittlerweile eingespielt, sagt Schultz, blieben jedoch eine besondere Herausforderung. „Ich habe großen Respekt vor der Leistung unseres Teams!“ Die Patienten bräuchten viel Zuwendung und häufig eine längere Betreuung. Viele von den Patienten der Isolierstation bleiben, wenn keine Infektionsgefahr mehr besteht, daher zur Anschluss-Rehabilitation.
 

...Klinik Bad Reichenhall

Die über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannte Rehabilitationsklinik der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd richtet sich an Patienten mit Erkrankungen der Atmungsorgane und des Bewegungsapparates. Sie gehört zum Reha-Zentrum Bad Reichenhall/ Bayerisch Gmain der Deutschen Rentenversicherung. www.klinik-badreichenhall.de