Ein Riester-Vertrag ist keine komplizierte Angelegenheit. Und lohnt sich.
Ein Riester-Vertrag ist keine komplizierte Angelegenheit. Und lohnt sich.



Riestern für Minijobber


Die Riester-Rente ist eine private Altersvorsorge, die jährlich mit staatlichen Zulagen gefördert wird. Versicherte erhalten eine jährliche Grundzulage in Höhe von 175 Euro sowie eine jährliche Kinderzulage für jedes kindergeldberechtigte Kind: 185 Euro für jedes vor 2008 geborene Kind und 300Euro für jedes ab 2008 geborene Kind. Bei Elternpaaren, die miteinander verheiratet sind und nicht dauerhaft voneinander getrennt leben, wird die Kinderzulage automatisch der Mutter zugeordnet. Nur auf Antrag der Mutter und des Vaters kann die Kinderzulage auf den Vater übertragen werden.
 

Voraussetzung für Minijobber

Damit Minijobber die staatliche Riester-Förderung in Anspruch nehmen können, müssen sie rentenversicherungspflichtig sein. Sie dürfen also nicht von der Möglichkeit der Befreiung von der Rentenversicherungspflicht Gebrauch machen. Rentenversicherungspflichtige Minijobber beteiligen sich aktuell mit einem Eigenanteil in Höhe von 3,6 Prozent (bei Minijobbern in Privathaushalten 13,6 Prozent) ihres Verdienstes an den Rentenversicherungsbeiträgen. Bei einem monatlichen Verdienst von 450 Euro entspricht das 16,20 Euro Eigenanteil für Minijobber im gewerblichen Bereich.
 

Was kostet ein Riester-Vertrag?

Um die Grundzulage in vollem Umfang zu erhalten, müssen Sparer einen Mindesteigenbeitrag in den Riester-Vertrag einzahlen. Dieser Beitrag beläuft sich auf 4 Prozent des Bruttoverdienstes aus dem Vorjahr (maximal 2.100 Euro) abzüglich des Zulagenanspruchs. Um die Riester-­Förderung in vollem Umfang erhalten zu können, muss jedoch ein sogenannter Sockelbetrag in Höhe von mindestens 60 Euro jährlich in den Riester-­Vertrag eingezahlt werden. Wird weniger als 60 Euro eingezahlt, können die Zulagen nicht in voller Höhe gezahlt werden. Gut zu wissen: Durch die Rentenversicherungspflicht verschafft der Minijobber seinem Ehepartner ebenfalls einen Förderanspruch auf einen eigenen Riester-Vertrag, sofern dieser keinen Anspruch auf Riester-­Förderung hat.
 

60 Euro pro Jahr für volle Zulage

60 Euro pro Jahr für volle Zulage Minijobber, die keinen weiteren Verdienst aus einer anderen Beschäftigung haben (zum Beispiel aus einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung), verdienen maximal 5.400 Euro im Jahr. Der Mindesteigenbeitrag beläuft sich somit auf 216 Euro jährlich (4 Prozent des Brutto-Vorjahresverdienstes) abzüglich des Zulagenanspruchs. Nach Abzug der Grundzulage in Höhe von 175 Euro liegt der Mindesteigenbeitrag nur noch bei 41 Euro jährlich. Durch den Abzug möglicher Kinderzulagen könnte der Mindesteigenbeitrag theoretisch vollständig entfallen. Um die staatliche Förderung jedoch beanspruchen zu können, müssen Riester-­Sparer immer den Sockelbetrag in Höhe von 60 Euro jährlich in den Riester-Vertrag einzahlen.

Ein Beispiel: Eine rentenversicherungspflichtige Minijobberin verdient monatlich 450 Euro, also 5.400 Euro im Jahr. Sie hat zwei Kinder, geboren 2006 und 2012. Sie erhält also die Grundzulage in Höhe von 175 Euro, die Kinderzulage in Höhe von 185 Euro sowie die Kinderzulage in Höhe von 300 Euro. Damit erhält sie insgesamt eine jährliche Zulage in Höhe von 660 Euro. Sie selbst zahlt lediglich den Sockelbetrag in Höhe von 60 Euro jährlich. Auf ihrem Riester-Vertrag landen somit jährlich 720 Euro.

Fazit: Die Riester-Rente ist für Minijobber eine günstige Möglichkeit, um neben der gesetzlichen Rente für das Alter vorzusorgen und staatliche Förderungen zu nutzen.
 

Ausführliche Informationen zur Riester-Förderung hält die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) bereit: t1p.de/riester-rente