Ausdauertraining von Patienten am Ergometer mit EKG-Überwachung.
Ausdauertraining von Patienten am Ergometer mit EKG-Überwachung.



Kardiologie trifft Orthopädie

 

Gleich, ob Anwendungen in der Trainingstherapie oder im Schwimmbad verordnet sind – in den modernen Therapiebereichen der Klinik Bad Wörishofen trainieren die Rehabilitanden durch die großzügige Verglasung fast immer mit Blick ins Grüne. Die Patienten der Fachklinik, die von der Deutschen Rentenversicherung Schwaben betrieben wird, leiden an Herz-Kreislauf- oder an orthopädischen Erkrankungen.
Vor 60 Jahren als Sanatorium für Innere Krankheiten eröffnet, begann sie als erste Klinik in Deutschland mit der Nachsorge von Herzinfarktpatienten. Heute werden über 60 Prozent der Patienten des 170-Betten-Hauses wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt. Mehr als die Hälfte dieser Rehabilitanden kommen aus dem Krankenhaus. Darunter sind regelmäßig Patienten nach Herzinfarkt, Herzklappenersatz, Bypass-OP, mit Herzmuskelschwäche, Herzrhythmusstörungen oder nach Schrittmacherimplantation, die in ihrem Leistungsvermögen stark beeinträchtigt sind. „Hier ist eine genaue Diagnostik wichtig“, betont der Chefarzt Prof. Dr. med. Jens Wagner, „um durch gezielte medikamentöse und therapeutische Verordnungen ein gutes Rehabilitationsergebnis zu erreichen. Dies gilt gerade auch für unsere Herztransplantierten und die Kunstherzpatienten. Bei Herzinfarktpatienten beispielsweise ist entscheidend, dass Risikofaktoren wie Blutdruck und Cholesterin gut eingestellt und sie psychisch stabilisiert werden. Ein Herzinfarktpatient, der weiter raucht“, so der Internist, Kardiologe und Pneumologe, „das geht gar nicht. Hier hilft nur Einsicht und unser Nichtrauchertraining.“

Chefarzt Prof. Dr. med. Jens Wagner, Internist,
Kardiologe, Pneumologe

»Genaue Diagnostik ist wichtig.«

Auch Stress am Arbeitsplatz kann Herzerkrankungen negativ beeinflussen. Dafür bieten die Psychologen der Klinik Verarbeitungsstrategien. Um der Angst entgegenzuwirken, die oft nach einem Herzinfarkt auf den Betroffenen lastet, haben sich die Herzgruppengespräche gut bewährt. Ein typisches therapeutisches Angebot aus der breiten Palette ist beispielsweise das Training am Ergometer. Bei diesem Ausdauertraining wird die individuelle Leistungsfähigkeit berücksichtigt, und der Therapeut hat den Rehabilitanden umfassend im Blick. Auch beim Terraintraining draußen sind die Patienten in verschiedene Leistungsgruppen eingeteilt. Bei Patienten mit mehreren Krankheitsbildern, etwa mit Herzinfarkt und Rückenschmerzen, arbeiten die Kardiologie und Orthopädie, das zweite Standbein des Hauses, Hand in Hand.