Vertreterversammlung bei der Beratung über den
Haushaltsplan.
Vertreterversammlung bei der Beratung über den Haushaltsplan.



"Wir gehen mit den Geldern nachhaltig um"


Frau Bisanz, wie hoch ist der Gesamthaushalt der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg?

Das Haushaltsvolumen unseres Regionalträgers umfasst im Jahr 2019 mehr als 12,4 Milliarden Euro. Er ist nach dem Landeshaushalt der größte öffentliche Etat des Landes Brandenburg. Sie sehen also: So klein ist unser Haushalt nicht.

Woher kommt das Geld?

Der größte Teil unserer Einnahmen, nämlich über 70 Prozent, resultiert aus Beitragseinnahmen. Das werden die meisten wissen: Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer zahlt von ihrem oder seinem Lohn einen prozentualen Anteil in die Rentenversicherung ein, und auch der Arbeitgeber gibt seinen Teil in gleicher Höhe dazu. Daneben gibt es noch die Beiträge der Selbstständigen oder auch freiwillige Beiträge, die man einzahlen kann. Etwa ein Fünftel unserer Einnahmen sind Bundesmittel. Das sind Gelder, die der Bund an die Rentenversicherung für Leistungen zahlt, die gewährt werden, ohne dass dafür jemals Beiträge geflossen sind. Das bekannteste Beispiel ist hier sicherlich die sogenannte Mütterrente.

Wofür wird das Geld aus den verschiedenen Töpfen verwendet?

Der größte Teil ist den Rentenzahlungen vorbehalten, sie allein machen schon fast 90 Prozent unserer Ausgaben aus. Aber natürlich gibt es auch andere Ausgaben: Was zum Beispiel viele nicht wissen, ist, dass sich die Rentenversicherung an den Beiträgen ihrer Rentnerinnen und Rentner für die Krankenversicherung beteiligt. Und dies macht immerhin fast sieben Prozent unserer Ausgaben aus. Aber auch die Leistungen zur Rehabilitation sind nicht zu vernachlässigen. Sie werden für unsere Versicherten aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der veränderten Arbeitswelt immer wichtiger. Hierauf entfallen mehr als zwei Prozent aller Ausgaben.
 

»Unser Haushalt ist nach dem Landeshaushalt der größte öffentliche Etat des Landes Brandenburg.«

Bianka Bisanz, Leiterin Referat Finanzen, DRV Berlin-Brandenburg
 


Und was kostet die Verwaltung selbst?

Schließlich wollen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ja auch bezahlt werden. Unsere Verwaltungs- und Verfahrenskosten betragen zurzeit nur 1,37 Prozent unserer Ausgaben. Das ist im Vergleich zu ähnlichen Organisationen ein guter Wert. Vor allem, wenn man die Größe bedenkt: Schließlich beschäftigen wir etwa 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Rentenversicherung arbeitet ja bekanntermaßen im Umlageverfahren. Bedeutet dies, dass Sie alles, was Sie einnehmen, auch gleich wieder ausgeben? Ganz so ist es nicht. Wir haben schon so eine Art „Sparstrumpf“, der nennt sich Nachhaltigkeitsrücklage. Diese Rücklage dient dazu, Liquiditätsengpässe auszugleichen. Aber in letzter Zeit mussten wir nicht darauf zurückgreifen und haben das Geld sicher für unsere Kundinnen und Kunden angelegt.

Wie wird denn ein Haushalt dieser Größenordnung geplant?

Zunächst einmal beantragen alle Abteilungen und Fachbereiche einzeln ihre Mittel in unserem Referat Finanzen. Schließlich haben sie einen guten Einblick in die eigenen Einnahmen und Ausgaben. Unser Referat entwirft daraus den Haushalt für das kommende Jahr und gibt diesen an die Geschäftsleitung.

Und die gibt dann den Haushalt frei?

Nein, sie prüft lediglich den Entwurf. Denn jetzt kommt die Selbstverwaltung ins Spiel: Der Vorstand und unsere Vertreterversammlung sind Gremien, die sich aus Arbeitgeber- und Versichertenvertretern, also den Beitragszahlern, zusammensetzen. Diese haben spezielle Haushalts- und Finanzausschüsse eingesetzt, damit alles seine Richtigkeit hat. Nachdem der betreffende Ausschuss den Haushaltsplan dem Vorstand vorgelegt hat, geht er zu unserer Aufsichtsbehörde und wird dort geprüft. In letzter Instanz entscheidet die Vertreterversammlung, und erst danach ist der Haushalt für ein Jahr bewilligt.

Warum sind die Prozesse so kompliziert?

Für uns ist es ganz wichtig, dass wir die finanzielle Stabilität und Wirtschaftlichkeit der Deutschen Rentenversicherung BerlinBrandenburg nachhaltig sichern können. Wir gehen mit den Geldern so um, dass wir auch in ferner Zukunft noch Renten und Rehaleistungen bezahlen können und unsere Versicherten, Rentnerinnen und Rentner genau wissen, dass sie bei uns in guten Händen sind.

 

Info: Was macht die Vertreterversammlung?

Die Vertreterversammlung ist ein Selbstverwaltungsgremium, das aus 30 ehrenamtlichen Mitgliedern besteht, wovon 15 der Versichertenseite und 15 der Arbeitgeberseite angehören. Die Vertreterversammlung wird alle sechs Jahre bei der Sozialwahl gewählt. Zu ihren Aufgaben gehört es, den jährlichen Haushalt der Deutschen Rentenversicherung Berlin-­Brandenburg zu beschließen und die Jahresrechnung abzunehmen.