Christian Blauert (links) und Karsten-Tobias
Blauert-Schoof sind seit 2014 verheiratet.
Christian Blauert (links) und Karsten-Tobias Blauert-Schoof sind seit 2014 verheiratet.



Diversität - Ein Gewinn


Deutschland ist bunt und vielfältig. Bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Berlin-Brandenburg sind Menschen mit 196 verschiedenen Nationalitäten versichert.

Wie sieht es bei den Menschen aus, die diese Versicherten betreuen? Bilden die Mitarbeitenden die Gesellschaft in ihrer Vielfalt ab? Astrid Kick war als Gleichstellungsbeauftragte der DRV Berlin-Brandenburg viele Jahre bei Vorstellungsgesprächen dabei. Sie sagt: „Wir haben Menschen aus vielen Ländern unter den Kolleginnen und Kollegen. Wir schauen nicht, wo der Mensch herkommt. Wir schauen: Ist er in der Lage, für uns zu arbeiten?“ Entscheidend für die Auswahl dürfe für einen öffentlichen Arbeitgeber nur Eignung, Befähigung und fachliche Leistung sein.
 

Christian Blauert (l.) und Karsten-Tobias BlauertSchoof (r.) auf dem Christopher-Street-Day.


Eine, die alle Anforderungen erfüllt hat, ist Emma Epping. Sie macht gerade eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten und hat einen Migrationshintergrund. „Manche denken ja, dass Behörden langweilig und grau sind. Dabei ist die Vielfalt der Menschen hier erstaunlich“, sagt Epping. Sie würde sich freuen, wenn noch mehr Menschen mit Migrationshintergrund den Weg „zur Rente“ fänden. Weil der Fokus auf Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung liegen muss, können Quoten aber nicht geplant werden. So nimmt sich die DRV Berlin-Brandenburg zwar vor, ebenso viele Frauen wie Männer neu einzustellen, das gelingt aber nicht immer. Derzeit sind die Mitarbeiten den zu etwas mehr als drei Vierteln weiblich. Allerdings betrifft das die Gesamtheit aller Angestellten, die Verteilung entlang der Hierarchieebenen ist eine andere. Es gibt eine Geschäftsführerin und einen Geschäftsführer, von fünf Abteilungsleitungen sind zwei weiblich. Aber auf der Referatsleitungs-Ebene ist das Haus von Parität noch weit entfernt. Wollen die Frauen keine Karriere machen? Astrid Kick sieht es differenzierter. Viele Frauen wollten ihnen übertragene Aufgaben zu 100 Prozent erfüllen. Dann würden sie sich auf eine ausgeschriebene Stelle schon dann nicht mehr bewerben, wenn sie von zehn Anforderungen nur zwei nicht erfüllten. Männer schienen dagegen bei nur fünf erfüllten Anforderungen zuweilen zu denken: „Die anderen fünf lerne ich dann schon noch.“
 

»Wir schauen nicht, wo der Mensch herkommt, sondern, ob er in der Lage ist, für uns zu arbeiten.«

Astrid Kick, langjährige Gleichstellungsbeauftragte, DRV Berlin-Brandenburg
 


Auch Christian Blauert und Karsten-Tobias Blauert-Schoof arbeiten für die DRV BerlinBrandenburg. Die beiden sind seit 2014 verheiratet und stehen zu ihrem Schwulsein. Blauerts Mutter war in Frankfurt am Main für die Deutsche Rentenversicherung tätig, wo er auch einstieg und Karriere machte. Heute ist er ein Teamleiter in der Reha-Fachberatung. Blauert-Schoof wurde von seinem heutigen Mann „zur Rente“ geholt und arbeitet in einer Auskunfts- und Beratungsstelle. Beide wollten nach Berlin. Blauert hat hier familiäre Wurzeln, auch Blauert-Schoofs Eltern leben nicht weit weg. Sie konnten bei der Rentenversicherung bislang keine Diskriminierung feststellen. Den Umgang der Kolleginnen und Kollegen mit ihnen empfinden sie als „locker“.
 

Homosexualität ist Normalität

Und die Kunden, also die Versicherten, mit denen sie im Alltag zu tun haben? Wie gehen die mit der Homosexualität ihres Gegenübers um? Blauert: „Ich stehe dazu, aber ich muss es nicht jedem erzählen, weil es für mich Normalität ist.“ Beide können von Versicherten berichten, die zunächst um ihr Schwul- oder Lesbischsein herumdrucksten. Wenn sie diesen dann aber sagten, dass sie auch einen Mann zu Hause hätten, werde das Gespräch gleich viel offener und freundlicher. Auch gesellschaftlich habe sich beim Umgang mit Homosexualität viel getan. Für die jüngere Generation sei heute vieles selbstverständlich. „Ältere Semester“ seien bei dem Thema dagegen häufig noch befangen.
 

Emma Epping freut sich über die gelebte Vielfalt
bei der DRV BerlinBrandenburg.

Die Charta der Vielfalt

Die DRV Berlin-Brandenburg gehört zu den unterzeichnenden Organisationen der Charta der Vielfalt. Darin hat sie sich unter anderem dazu verpflichtet, eine Organisationskultur zu pflegen, die von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt ist. Und dazu, die Vielfalt innerhalb und außerhalb der Organisation anzuerkennen, die darin liegenden Potenziale wertzuschätzen und für sich gewinnbringend einzusetzen.

Das bringt es auf den Punkt: Diversität ist ein Gewinn für alle. Mehr Diversität bringen aber nur mehr diverse Menschen ins Haus. Das wiederum setzt voraus, dass sie sich erst einmal bewerben. Die einzige zu nehmende Hürde ist die fachliche und persönliche Eignung, alles Weitere ist egal. Astrid Kick: „Ich ermuntere ausdrücklich alle, die nicht einer gefühlten oder tatsächlichen Norm entsprechen: Bewerben Sie sich bei uns! Ihre Hautfarbe, Ihre Weltanschauung, Ihre Herkunft und so weiter spielen keine Rolle.“