Eltern sind Vorbilder

 

Kinder und Jugendliche beobachten ihre Eltern sehr genau. Liegt das Smartphone beim Essen neben dem Teller auf dem Tisch? Wird immer mal wieder geklickt? Oder wird es bewusst zur Seite gelegt und erst nach dem Essen wieder hervorgeholt? Der Nachwuchs nimmt das elterliche Medienverhalten deutlich wahr und übernimmt es meist. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Eltern sich ihrer Vorbildrolle bewusst sind und regelmäßig das eigene Medienverhalten kritisch hinterfragen – und es gegebenenfalls auch ändern. Egal wie man zur Handy- und Computernutzung seiner Kinder steht, im digitalen Zeitalter sind die neuen Medien zum festen Bestandteil des Familienalltags geworden. Auch die Jüngsten verfügen oft schon über ein breit gefächertes Angebot. Laut einer aktuellen Studie zur Mediennutzung in der Familie gehören Smartphone und Tablet neben dem Leitmedium Fernsehen inzwischen zur Grundausstattung. Ihre ständige Präsenz verändert unsere Kommunikation und unser Zusammenleben.
 

Respekt und Privatsphäre

Hinzu kommt, dass sich Medienwelten rasant weiterentwickeln und Technologienvernetzter und smarter werden. Dies bringt Vorteile, zugleich fällt es aber vielen Menschen zunehmend schwer, mit den Veränderungen Schritt zu halten. Dies stellt Eltern vor Herausforderungen – insbesondere bei der Medienerziehung. Voraussetzung für ein harmonisches Familienleben im digitalen Zeitalter ist das elterliche Interesse an der Medienwelt ihrer Kinder. Dazu gehört, dass sie sich über aktuelle Medientrends informieren und gleichzeitig wissen, was der Nachwuchs gerne spielt und welche Apps er verwendet. Nur so sind Verständnis und offene Gespräche möglich, die dem Schutz der Kinder dienen, aber auch Respekt vor ihren Rechten – zum Beispiel ihrer Privatsphäre – zeigen.
 

Caroline Walke ist Co-Projektleiterin im Initiativbüro „Gutes Aufwachsen mit Medien“. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Gemeinsam Regeln aufstellen

Deshalb ist vor allem eins hilfreich: Elter und Kinder formulieren gemeinsam Regeln, die dann für alle Familienmitglieder gelten. Liegt das Handy über Nacht am Bett? Bleibt es beim Familienausflug in der Tasche? Auch Medienpausen zu festgelegten Familienzeiten können sinnvoll sein, denn Kinder brauchen Orientierung und Unterstützung. Wenn Eltern sich auf einen wechselseitgen Lernprozess auf Augenhöhe mit ihren Kindern einlassen, ist ein wichtiger Schritt getan, um den digitalen Medienalltag in der Familie zu gestalten.

Weitere Informationen zum Thema:

www.gutes-aufwachsen-mit-medien.de