Verraten und verkauft


Auf der Suche nach einer lohnenden Geldanlage werden viele Menschen immer wieder von betrügerischen Online- Handelsplattformen hereingelegt. Die Täter locken sie häufig mit gefälschten Medienberichten über Anlageerfolge an, die sie im Internet platzieren, sagt Jörn Rehren vom Verbraucherzentrale Bundesverband. „Das ist oft ziemlich aufwendig gemacht und auf den ersten Blick kaum als Fake zu erkennen.“ Geworben wird mit Erfolgsgeschichten über Prominente, die vermeintlich hohe Renditen erzielt haben. „Häufig geht es um Investitionen in Kryptowährungen. “Typischerweise werden die Opfer dazu gebracht, erst einmal überschaubare Summen von 250 Euro zu investieren; den Handel selbst übernimmt die Plattform. Das scheint sich vorerst auszuzahlen, den Anlegern werden Gewinne vorgegaukelt. Als Nächstes baut der angebliche Berater Handlungsdruck auf, die Betroffenen sollen höhere Beträge nachschießen. „Wir haben Fälle bis zu 50.000 Euro gesehen“, sagt der Verbraucherschützer. Am Ende ist das Geld meist weg, die Täter sind nicht zu fassen.
 

Keine Überweisungen ins Ausland

Die Masche ist bei Experten bekannt. Die Verbraucherzentrale hatte bereits 2018 vor betrügerischen Plattformen gewarnt, aber die Fallzahlen sind offenbar dennoch eher gestiegen. „Das ist der Anlagedruck bei vorherrschenden Niedrigzinsen“, erklärt Rehren. Sie bewirkten, dass Bankguthaben und andere Geldanlagen kaum noch Erträge lieferten. Dieses Marktumfeld sollte Verbraucher eigentlich misstrauisch werden lassen, wenn ihnen besonders hohe Gewinne für ihre Investitionen in Aussicht gestellt würden. Doch: „Nicht wenige missachten offenbar das Risiko und wollen Rendite sehen. “Damit Verbraucher keinen Betrügern aufsitzen, empfiehlt die Verbraucherzentrale dringend Zurückhaltung gegenüber außergewöhnlich vielversprechenden Angeboten. Manchmal ergebe bereits die Internetrecherche eines Anbieternamens, dass andere Anleger schmerzhafte Erfahrungen damit gemacht haben. Fehlt das Impressum auf der Website einer Plattform, ist auch das ein deutliches Warnsignal. Alle Alarmglocken sollten läuten, wenn ein aufdringlicher Mitarbeiter auf eine rasche Geldüberweisung ins Ausland dringt.
 

»Die gefälschten Medienberichte sind aufwendig gemacht.«

Jörn Rehren, Verbraucher­zentrale Bundesverband
 

Online-Datenbank checken

Auch die Finanzaufsicht BaFin bietet Unterstützung. Denn wer bei Verbrauchern Geld zu Spekulationszwecken einsammelt, benötigt in der Regel eine Zulassung der Aufsicht. Die Behörde führt eine Online-Datenbank aller registrierten Firmen. Jeder Privatanleger kann und sollte dort nachschauen, ob der Anbieter eines Angebots auf dieser Seite gelistet ist. Taucht das Unternehmen dort nicht auf, sollten Interessenten auf jeden Fall sehr hellhörig werden, empfiehlt eine Sprecherin der Finanz aufsicht. Die BaFin hat außerdem eine ganze Reihe von Warnhinwesen, die auf unseriöse Anbieter hindeuten können, zusammen getragen und auf ihrer Website veröffentlicht.

 

Mehr Hintergrundinfos zum Thema unseriöse Geldanleger:
t1p.de/betrueger-erkennen