Ob Anspruch auf den Grundrentenzuschlag besteht, wird automatisch für alle Rentner und Rentnerinnen geprüft.
Ob Anspruch auf den Grundrentenzuschlag besteht, wird automatisch für alle Rentner und Rentnerinnen geprüft.



Kurz & Knapp

 

 

GRUNDRENTE – ZUSCHLAG ZUR RENTE

Die neue Grundrente ist ein Plus zur bestehenden Rente. Ein Antrag auf den Zuschlag muss nicht gestellt werden.

Rentnerinnen und Rentner, die viele Jahre gearbeitet und unterdurchschnittlich verdient haben, erhalten künftig einen Grundrentenzuschlag. Darauf hat sich der Deutsche Bundestag Anfang Juli 2020 geeinigt. Die Grundrente ist keine eigenständige Leistung, sondern ein Zuschlag zur Rente. Dieser wird zusammen mit der gesetzlichen Rente ausgezahlt. Seine Höhe wird individuell bestimmt. Das Grundrentengesetz ist am 1. Januar 2021 in Kraft getreten. Um den Zuschlag erhalten zu können, müssen mindestens 33 Jahre an sogenannten Grundrentenzeiten vorhanden sein. Dazu zählen beispielsweise Zeiten mit Pflichtbeiträgen aus der Erwerbstätigkeit, Pflegezeiten und Kindererziehungszeiten sowie Zeiten, in denen man Leistungen bei Krankheit oder Rehabilitation bekommen hat. Weitere Voraussetzung: Rentnerinnen und Rentnern mit Versicherungszeiten muss ein Einkommen von mindestens 30 Prozent des Durchschnittsverdienstes zugrunde liegen, wenn diese Zeiten im Durchschnitt mit weniger als 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes zu bewerten sind. Auf den Grundrentenzuschlag wird Einkommen angerechnet, wenn ein bestimmter Freibetrag überschritten wird.

Aktuell geht das Bundesarbeitsministerium davon aus, dass etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland von dem Zuschlag profitieren werden. Er wird sich voraussichtlich im Schnitt auf rund 75 Euro monatlich belaufen. Die Rentenversicherung ermittelt automatisch die Zeiten und prüft auch die weiteren Voraussetzungen, insbesondere die Einkommensanrechnung. Niemand muss also einen Antrag stellen, um den Zuschlag zu erhalten.

Niemand muss sich melden

Da von der Rentenversicherung in rund 26 Millionen Fällen geprüft werden muss, ob der Grundrentenzuschlag gezahlt wird, dauert es voraussichtlich bis Mitte 2021, bis die ersten Grundrentenbescheide verschickt werden. Die Beträge, auf die ab Januar 2021 ein Anspruch besteht, werden in allen Fällen nachgezahlt. Fragen zum persönlichen Anspruch und zur individuellen Höhe kann die Deutsche Rentenversicherung noch nicht beantworten. Die Deutsche Rentenversicherung bearbeitet alle Fälle und zahlt jedem, dem der Zuschlag zusteht, diesen auch schnellstmöglich aus.

Digitale Rentenübersicht

1 Was ist die Digitale Rentenübersicht?
Rohde: Die Digitale Rentenübersicht wird ein Online-Portal sein, auf dem sich Bürgerinnen und Bürger über den Stand ihrer Ansprüche aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge informieren können.

2 Welche Vorteile bringt dieses Angebot den Nutzern?
Petersen: Viele Menschen wissen nicht genau, mit welchem Einkommen sie im Ruhestand rechnen können. In der Regel erwirbt die Mehrheit Ansprüche auf Alterseinkommen bei verschiedenen Einrichtungen der Altersvorsorge. Die Informationen darüber sollen in der Digitalen Rentenübersicht gebündelt und für jeden digital abrufbar werden. Zudem sollen die Werte auch als Basis für individuelle Beratung und Auskunft genutzt werden können.

3 Wann soll die Digitale Rentenübersicht kommen?
Rohde: Das Portal soll von der „Zentralen Stelle für die Digitale Rentenübersicht“ bei der Deutschen Rentenversicherung Bund entwickelt werden und steht in der ersten Betriebsphase voraussichtlich ab Herbst 2022 zur Verfügung.
 

<strong>Imke Petersen:</strong> leitet künftig die Zentrale Stelle für die Digitale Rentenübersicht (ZfDR)
<strong>Antje Rohde:</strong> koordiniert künftig die Öffentlichkeitsarbeit der ZfDR.

Ruhestand

Die Renten bleiben stabil

Trotz Corona werden die Renten nicht sinken. Das ist gesetzlich festgelegt. Für die Renten West ist 2021 eine Nullrunde zu erwarten. Die Renten Ost steigen wegen der OstWest-Angleichung voraussichtlich um 0,72 Prozent. Für das Jahr 2022 rechnet die Rentenversicherung mit einem Zuwachs. 
 


Prognose für die nächsten 14 Jahre: Um

steigt die Rente.

West (Rente Ost: 35,8 Prozent) laut Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung voraussichtlich bis 2034. Die Berechnung geht von einer Erhöhung von durchschnittlich zwei Prozent pro Jahr aus.

QUELLE: RENTENVERSICHERUNGSBERICHT DER BUNDESREGIERUNG

Mehr Hintergrundinfos unter:t1p.de/DRV-Rentenanpassung

 

Riester für Immobilie online beantragen

Wer sein Wohn-Riester-Guthaben für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung nutzen möchte, kann dies nun auch online beantragen. Der Antrag heißt: „Kapitalentnahme für die Anschaffung/ Herstellung einer Immobilie“. Für die Prüfung des „Entnahmeantrags online“ benötigt die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen bei der Deutschen Rentenversicherung Bund einige Unterlagen des Anlegers. Man kann sie ganz einfach an den passenden Stellen im Antrag als Anhänge hochladen. Bevor man mit dem Antrag startet, sollte man deshalb alle wichtigen Nachweise bereithalten. Ist das Vorhaben noch in Planung oder ist der Kauf der Immobilie bereits unter Dach und Fach? Für jede Phase der Anschaffung sind unterschiedliche Nachweise erforderlich.

Alle Informationen und die Anträge finden Interessierte unter: t1p.de/Entnahmeantrag-DRV
 

Rentenversicherung fördert Corona-Forschung

Um aus der Pandemie zu lernen, fördert die Deutsche Rentenversicherung Bund über einen Zeitraum von zwei Jahren vier Forschungsprojekte im Kontext von Covid-19. Unter anderem erforscht die Universität Lübeck die langfristigen Beeinträchtigungen von Covid-19-­Patienten, die eine Rehabilitation durchlaufen haben. Auch die drei anderen Untersuchungen befassen sich mit den Folgen von Corona für die Rehabilitation.

Mehr Infos unter:  t1p.de/DRV-Covid19-Forschung