Gleichgeschlechtliche Partner genießen heute
gleiche Rechte.
Gleichgeschlechtliche Partner genießen heute gleiche Rechte.



Alle anders, alle gleich


Der Tod eines Angehörigen ist ein schwerer Einschnitt für die Hinterbliebenen. Umso mehr, wenn der Partner oder die Eltern sterben. Dabei ist es für den Schmerz der Betroffenen völlig unerheblich, ob sie in einer homo- oder heterosexuellen Partnerschaft gelebt haben. Genauso wenig spielt es für die Trauer von Kindern eine Rolle, ob sie ihre leiblichen, ihre Adoptiv- oder Pflegeeltern verlieren. Aus diesem Grund macht der Gesetzgeber auch bei den Rentenansprüchen keine Unterschiede mehr, wenn es um die Hinterbliebenenrenten geht. Es gilt bei der Deutschen Rentenversicherung der Grundsatz der Vielfalt: alle anders, alle gleich.

Das war nicht immer so, erinnert sich Manuela Vogel aus der Grundsatzabteilung der Rentenversicherung: „Das war durchaus ein steiniger Weg: Noch im Jahr 2004 war es überhaupt nicht möglich, dass Homosexuelle aus eingetragenen Lebenspartnerschaften eine Hinterbliebenenrente beziehen können.“
 

»Es war ein steiniger Weg bis zur Gleichbehandlung.«

Manuela Vogel, Deutsche Rentenversicherung Bund, Grundsatzabteilung
 


Obwohl die eingetragene Lebenspartnerschaft für Lesben und Schwule 2001 eingeführt wurde, wurde erst 2005 geregelt, dass Lebenspartner bei der Rente nicht schlechter gestellt werden dürfen als Eheleute. „Heute sind wir da ohnehin schon viel weiter“, betont Manuela Vogel. Seit 2017 die „Ehe für alle“ eingeführt wurde, stellt sich die Frage nach einer Unterscheidung nicht mehr.
 

Für alle Kinder gesorgt

Das Rentenrecht spiegelt zu jeder Zeit die gesamtgesellschaftliche Entwicklung wider. So sind in eine Familie aufgenommene und adoptierte Kinder leiblichen Kindern schon lange gleichgestellt, wenn es um den Bezug von Voll- und Halbwaisenrenten geht. Auch hier war es allerdings erst seit 2005 möglich, in homosexuelle Partnerschaften eingebrachte Kinder zu adoptieren. Durch diese sogenannte Stiefkindadoption erwerben sie den Status eines gemeinsamen Kindes, das vollen Anspruch auf Waisenrente hat. Gleiches gilt für die Adoption nicht-leiblicher Kinder. Seit der Einführung der „Ehe für alle“ dürfen gleichgeschlechtliche Paare erstmals gemeinsam ein Kind adoptieren.
 

Junges Mädchen (ca. 5) sitzt neben Teddybär vor großen Fenster und guckt hinaus


„Sterben beide Eltern, ist eins ganz wichtig zu wissen“, ergänzt Manuela Vogel: „Kinder, die nach dem Verlust ihrer Eltern adoptiert werden, verlieren deshalb nicht ihre Waisenrente.“ Waisen sollen nicht schlechter gestellt werden, weil sie ein neues Zuhause finden. „Sie bringen dann quasi eigenes Geld mit in die neue Familie“, sagt die Rechtsexpertin. Ein kleiner Trost und eine verlässliche Unterstützung der Deutschen Rentenversicherung nach einem schweren Schicksalsschlag.

Die Broschüre online unter: t1p.de/hb-renten