Fallmanagerinnen lotsen durch das Gesundheits- und Reha-System.
Fallmanagerinnen lotsen durch das Gesundheits- und Reha-System.



Besondere Menschen besonders begleiten


Die Deutsche Rentenversicherung Hessen hat sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit einem komplexen gesundheitlichen Unterstützungsbedarf ein individuell abgestimmtes Fallmanagement anzubieten. Gemeinsam mit weiteren Rentenversicherungsträgern hat sie das Modellprojekt „Koordination individueller Teilhabe“ (KiT) gestartet, um Rehabilitation noch effektiver zu machen. „Wir schaffen eine RehaStrategie wie aus einer Hand“, so Klaus Busch, KiT-Projektleiter bei der Deutschen Rentenversicherung Hessen.

Leistungen zur Teilhabe in Deutschland besitzen im internationalen Vergleich sowohl qualitativ als auch quantitativ ein hohes Niveau. Menschen mit einem entsprechenden Bedarf haben eine gute Chance, im Anschluss einer solchen Maßnahme wieder am Arbeitsleben und an der Gesellschaft teilzuhaben. „Wo aber einzelne Teilhabeleistungen nicht mehr ausreichend sind, um im individuellen Fall dieses Ziel zu erreichen, braucht es ein spezielles Fallmanagement vor Ort“, so Busch.

Ziel des Modellprojekts KiT ist deshalb die einzelfallorientierte Koordination über Leistungsträgergrenzen hinaus. Insgesamt sollen etwa 4.300 Menschen erreicht werden, bei denen eine übliche Reha-Maßnahme nicht ausreicht, um sie ins Arbeitsleben zurückzuführen. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und läuft in vier Modellregionen.

Die regionale Projektumsetzung der Deutschen Rentenversicherung Hessen zusammen mit den Rentenversicherungsträgern Bund, Saarland und Rheinland-Pfalz richtet sich an Versicherte mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, die einen festgestellten komplexen Bedarf an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben haben.
 

Persönlicher Return-to-Work-Plan

Bei KiT erhalten betroffene Menschen eine individuelle Betreuung und Beratung durch feste Ansprechpartner. Diese Fallmanagerinnen und Fallmanager der Deutschen Rentenversicherung fungieren als Lotsen im Gesundheits- und Reha-­System. Gemeinsam mit den Teilnehmenden erarbeiten sie einen individuellen Return-to-Work-Plan. Dabei beziehen sie nicht nur Angebote der Rentenversicherung, sondern auch die anderer Sozialleistungsträger mit ein

Doch zunächst gilt es, die beteiligten Akteure zu Fallmanagerinnen und Fallmanagern zu qualifizieren. Rehafachberaterinnen und -­berater der Deutschen Rentenversicherung Hessen engagieren sich mit Kolleginnen und Kollegen anderer Rentenversicherungsträger in Fachgruppen, um KiT Schritt für Schritt in die Tat umzusetzen.

Für ein hohes Qualitätsniveau des Fallmanagements und der Patientenzufriedenheit sind fallspezifische und fallunabhängige Netzwerke wichtig. Neben den koordinierenden Fallmanagern der Rentenversicherung sollen auch Ansprechpartner bei größeren Krankenversicherungen, psychiatrischen Fachkrankenhäusern, psychosozialen Dienststellen, Integrationsfachdiensten oder Selbsthilfegruppen ins Projekt eingebunden werden. Die Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich (FOGS) verantwortet die wissenschaftliche Begleitung von KiT.

KiT wird finanziert durch das Förderprogramm „rehapro“ zur Stärkung der Rehabilitation des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).
 

Das rehapro KiT Logo

Weitere Informationen:
www.modellvorhabenrehapro.de
www.gemeinsameinfach-machen.de