Die Hausärzte führen bei SERVE als Lotsen durch
das Versorgungssystem
Die Hausärzte führen bei SERVE als Lotsen durch das Versorgungssystem



Von der Fachberatung zum Fallmanagement


Die Deutsche Rentenversicherung Hessen hat den Zuschlag für ihr innovatives Präventionskonzept SERVE beim Förderprogramm „rehapro“ zur Stärkung der Rehabilitation erhalten. Das hessische Modellvorhaben konnte im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) überzeugen und wird nun im Kreis MarburgBiedenkopf umgesetzt. „Das freut uns sehr“, sagt Thomas Hild-Füllenbach, Mitglied der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Hessen. „Wir wollen, dass der Mensch in einer Art Patientenselbstmanagement verantwortlich mitwirkt, und arbeiten verstärkt daran, unser Präventionsangebot auszubauen und flexibler zu gestalten.“

Mit dem Modellvorhaben berät und unterstützt der hessische Rentenversicherungsträger gemeinsam mit den Partnern Jobcenter Frankfurt am Main und MarburgBiedenkopf sowie den Arbeitsagenturen Frankfurt am Main und Marburg-Biedenkopf Versicherte mit bestimmten gesundheitlichen Risikofaktoren. Ein spezielles Screening, unter anderem über die Hausärzte, soll diese Patienten frühzeitiger als bisher erfassen, um individuell auf ihre Bedarfe einzugehen. „Dieses Projekt ist ein weiterer Schritt von der Reha-Fachberatung zum Fallmanagement“, so Hild-Füllenbach.
 

»Experten beraten im virtuellen Raum.«

Dr. Ulf Seifart, Ärztlicher Direktor der Klinik Sonnenblick in Marburg
 

Herzstück ist ein sogenanntes Sozialmedizinisches Kolloquium, das fachliche Kompetenzen bündelt. „In diesem virtuellen Raum können räumlich voneinander entfernte Experten über passgenaue Maßnahmen für den Patienten beraten, die im Bedarfsfall auch über den gesetzlichen Leistungskatalog hinausgehen“, so PD Dr. Ulf Seifart, Ärztlicher Direktor der Klinik Sonnenblick in Marburg und beratender Arzt der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Hessen. Bei ihm laufen die Fäden von SERVE zusammen.

Das Projekt möchte Arbeitsunfähigkeitstage reduzieren, die Zufriedenheit der Patienten verbessern und langfristig die Wahrscheinlichkeit der vorzeitigen krankheitsbedingten Erwerbsminderung minimieren. Es ist auf fünf Jahre angesetzt, die Fördersumme beträgt rund 4,1 Millionen Euro. 
 

Info: Modellprojekt für Prävention

SERVE bedeutet: sektorenübergreifende präventive Identifikation, Beratung und Unterstützung von Versicherten mit besonderen beruflichen Problemlagen.

Weitere Informationen unter:
www.modellvorhabenrehapro.de
www.rehadat-forschung.de