Eine Ärztin fasst eine Patientin freundlich an die Schutler.



"Harmonisch und kollegial"

 

Frau Dr. Gliem, Sie arbeiten seit 2018 in der Ärztlichen Untersuchungsstelle Marburg der Deutschen Rentenversicherung Hessen. Wie kamen Sie zum Sozialmedizinischen Dienst der DRV Hessen?
Das war eher zufällig. Ich war zuvor beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Hessen tätig. Der Medizinische Dienst organisiert regelmäßig Hospitationen mit den Ärztlichen Diensten anderer Sozialleistungsträger. Meine Hospitation war beim Team der Ärztlichen Untersuchungsstelle Marburg der Deutschen Rentenversicherung Hessen.

Hat Ihnen die Hospitation gefallen?
Ja, ich habe mich daraufhin bei der DRV Hessen beworben. Ich hatte den Wunsch, mich neuen inhaltlichen Herausforderungen zu stellen.

War es denn herausfordernd?
Als Sozialmedizinerin war mir der theoretische Unterschied zwischen Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsminderung zwar schon zuvor bekannt. Was das aber im Alltag der ärztlichen Begutachtung konkret bedeutet, habe ich erst nach dem Wechsel zur Rentenversicherung kennengelernt.

Und was bedeutet das konkret?
Jetzt wird es theoretisch. Also, Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn Versicherte aufgrund einer Krankheit ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr oder nur unter der Gefahr der Verschlimmerung der Erkrankung ausführen können. Die Beurteilung bezieht sich immer auf den konkreten Arbeitsplatz, den die Versicherten zurzeit innehaben. Erwerbsminderung ist dagegen eine rentenrechtlich relevante Einschränkung der Erwerbsfähigkeit. Erwerbsfähigkeit bedeutet die physische und psychische Leistungsfähigkeit, eine Erwerbstätigkeit unter den üblichen Arbeitsmarkt-Bedingungen in gewisser Regelmäßigkeit ausüben zu können.

Wie haben Sie den Start beim Sozialmedizinischen Dienst in Marburg erlebt?
Die Einarbeitung war sehr effizient und gründlich. Die Zusammenarbeit mit den anderen Ärztinnen und Ärzten und den Mitarbeiterinnen am Empfang und in der Verwaltung empfinde ich als sehr harmonisch und kollegial. Wir sind ein tolles Team.

Was zeichnet Ihre Arbeit als Sozialmedizinerin aus?
Die Arbeit ist interessant und vielseitig. Wir müssen in allen Gebieten der Medizin fachlich stets am Ball bleiben, weil unsere Versicherten das ganze Spektrum an Vorerkrankungen mitbringen, dem man beispielsweise auch in einer Hausarztpraxis begegnen würde. Wir haben hier ausreichend Zeit, uns jeder Versicherten und jedem Versicherten individuell und ganz ausführlich zuzuwenden. Bei meinen Leistungsbeurteilungen bin ich dann weder Budgetüberlegungen noch fachlich-inhaltlichen Anordnungen unterworfen, sondern allein an ein mein ärztliches Gewissen und an unsere Qualitätsstandards gebunden.

Wie steht es mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Dieses Thema wurde ja während der Corona-Pandemie noch wichtiger…
Ich empfinde die DRV Hessen als familienfreundlich. Das kommt mir als Mutter von zwei Töchtern im Alter von zehn und 13 Jahren sehr entgegen. Ich schätze – neben der Gleitzeit und dem Wegfall von Nacht- und Wochenenddiensten – die Möglichkeit, einen Teil meiner Arbeitszeit im Homeoffice verbringen zu können. Das ist gerade in Zeiten von Pandemie und Home-Schooling eine enorme Hilfe.

Allgemein- und Sozialmedizinerin Dr. Stefanie Gliem (45)

Ärztliche Untersuchungsstellen der Deutschen Rentenversicherung Hessen:

Bad Nauheim, Ludwigstr. 23, Tel. 06032 8694-650
Darmstadt, Bratustr. 7, Tel. 06151 3913-0
Frankfurt am Main, Weismüllerstr. 45, Tel. 069 48986-200
Künzell, Danziger Str. 2, Tel. 0661 38002-366
Kassel, Friedrich-Engels-Str. 21, Tel. 0561 7894-139
Marburg, Amöneburger Str. 1–6, Tel. 06421 9128-0

Weitere Informationen:
www.arztsein-menschsein.de,
www.deutscherentenversicherunghessen.de