Foto: DRV Nord
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Schule in den Dünen

 

Der Wind wiegt das lange Gras hin und her. Ein Rascheln ist zu hören – vielleicht ein Fasan, der sich, aufgeschreckt durch Kinderlachen, unter der Heckenrose versteckt. Am Himmel kreischen die Möwen. In der Luft liegt der Geschmack von Meersalz, herangetrieben von der nahen Nordseebrandung. Die Sonne spiegelt sich im Glas der weißen Fensterfassade eines Flachbaus, der mitten in der Dünenlandschaft liegt.
Hier steht Deutschlands vielleicht am schönsten gelegene Schule. Auf der Insel Amrum können Kinder und Jugendliche der Fachklinik Satteldüne während ihres meist vierwöchigen Aufenthalts weiter am Unterricht teilnehmen. Dazu besuchen sie die Schule Satteldüne – eine staatliche Bildungsstätte ausschließlich für die Betreuung schulpflichtiger Patientinnen und Patienten sowie deren Geschwisterkinder während der stationären Rehabilitation.
Das Schulgebäude liegt in Strandnähe und ist vom Hauptgebäude der Klinik in fünf Gehminuten zu erreichen. „Jedes Kind bekommt bei uns ein individuelles Lehrprogramm“, erläutert Schulleiter Hans-Peter Traulsen. Seit 30 Jahren – mit einer kurzen Unterbrechung – unterrichtet der Grund- und Hauptschullehrer Kinder und Jugendliche der Klinikschule. „Offizielles Ziel ist ein wissenserhaltender Unterricht“, berichtet Traulsen. Das heißt, die Kinder sollen nicht ungebildeter nach Hause kommen, als sie ihre Heimatschule verlassen haben. „Doch unser Anspruch ist natürlich größer“, sagt Ute Feddersen-Hansen. „Durch unsere individuelle Ansprache können wir ihn auch erfüllen.“ Die Englisch- und Französisch-Lehrerin betreut derzeit insbesondere die Erstklässler. Aktuell sind es allein in dieser Jahrgangsstufe 14 Kinder aus verschiedenen Bundesländern.

Positiver Einfluss

Schulleiter Traulsen überprüft regelmäßig den Erfolg der Beschulung und die Effektivität des Unterrichts. Dazu schreibt er jedes Jahr die Heimatschulen der betreuten Kinder und Jugendlichen an, um eine Rückmeldung zu der Schulleistung nach dem Klinikaufenthalt zu bekommen. „Meist ist ein lückenloser Wiedereinstieg in den heimatlichen Unterricht möglich“, betont Traulsen. Oft berichten die Lehrkräfte der Heimatschulen sogar von einem positiven Einfluss auf die Versetzung. Der Unterricht in kleinen Gruppen und
die lernzielausgerichtete Unterrichtsgestaltung helfen Kindern dabei, sich trotz Krankheit auf das Lernen zu konzentrieren. „Viele lernen bei uns, wie leistungsfähig sie sind“, berichtet Dr. Thomas Mahner. „Wir stärken die Kinder in ihrer Selbstständigkeit“, erklärt der Deutschlehrer. Er ist seit 18 Jahren in der Schule Satteldüne und hat hier seine berufliche Erfüllung gefunden: „Für jeden Lehrer, der Daseinsfreude im Beruf sucht, sind die Bedingungen hier ideal.“
Die Lehrkräfte können sehr intensiv auf die persönlichen Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes eingehen. Ute Feddersen-Hansen bestätigt: „Die Kinder merken, dass wir uns kümmern. Sie lernen mit anderen Kindern mit ähnlichen Schicksalen. Das hilft ihnen ungemein und baut Druck ab, der oft durch die schwierige Lebenssituation entstanden ist.“
Zehn Stunden pro Woche werden alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen unterrichtet. Gelehrt werden die Kernfächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch sowie Amrumkunde. Unterrichtet werden Jugendliche bis zur 10. Klasse. „Wir haben auch schon ein Oberstufen-Kind durch eine vierstündige Klausur gebracht“, berichtet Dr. Mahner.

Die Lehrer: Hans-Peter Traulsen, Ute Feddersen- Hansen, Dr. Thomas-Mahner (v. l.)

Individueller Unterricht

Während der ersten Unterrichtsstunde besprechen die Lehrkräfte mit den Neuankömmlingen das individuell festgelegte und auf die Anforderungen der Heimatschule abgestimmte Arbeitsprogramm. „Wir helfen jedem Kind bei der Erfüllung seiner Aufgaben“, sagt Feddersen-Hansen. Zudem sprechen sich die Lehrkräfte regelmäßig mit den Ärztinnen und Ärzten sowie den Psychologinnen und Psychologen der Kinderklinik ab.
Dr. Mahner betont, dass im Laufe der Zeit nicht nur die Kinder etwas lernen, sondern auch das Lehrpersonal. „Gerade bei Patientinnen und Patienten mit Mukoviszidose habe ich sehr imponierende Persönlichkeiten kennengelernt“, berichtet er. Diese schwer chronisch Kranken kommen oft mehrmals zur Reha in die Klinik. „Wir sorgen bei den Kindern auch für Chancengleichheit und Teilnahme am Leben – das ist ein sehr wichtiger Aspekt.“
Die Kinder haben täglich 90 Minuten Unterricht. Die Größe einer Lerngruppe liegt bei rund acht bis zehn Schulkindern. Dabei sind Kinder aller Schularten in Lerngruppen vereint, in denen differenziert nach den individuellen Bedürfnissen gearbeitet wird. Selbstverständlich hat der Erfolg der Reha oberste Priorität. Doch die Rückmeldung von den Heimatschulen bisheriger Patienten zeigt, dass mehr als 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler ein müheloser Wiedereinstieg in den Schulalltag gelingt.

Fachklinik Satteldüne

Die Klinik in Nebel auf Amrum gehört zur Deutschen Rentenversicherung Nord. Sie bietet ganzjährig Rehabilitationsmaßnahmen für chronisch kranke Kinder mit Stoffwechselerkrankungen, Erkrankungen der Atmungs­organe und der Haut sowie Ernährungs­störungen an. Insbesondere für Patienten mit Atemwegserkrankungen ist das milde Inselklima förderlich. Die Klinik liegt inmitten der Insel, eingebettet in eine Naturlandschaft aus Dünen, Heide und Wald. Ein Bohlenweg führt direkt durch die Dünen zum „Kniepsand“, dem kilometerlangen Amrumer Sandstrand.
www.sattelduene.de

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