Junge Frau schreibt auf Glasscheibe



Die Rente besser verstehen


Zeiten ändern sich, und so auch die in ihnen lebenden Menschen. Um deren Bedürfnisse zu verstehen, um das deutsche Alterssicherungssystem zu erforschen und entsprechende Anstöße zu geben, wurde im Jahr 2001 das Forschungsnetzwerk Alterssicherung (FNA) gegründet.

Mit dieser Institution fördert die Deutsche Rentenversicherung Bund die Forschung im Bereich der Alterssicherung. Ziel: wissenschaftlich fundierte Grundlagen für die eigene Arbeit, für Wissenschaft und Politik und für die Öffentlichkeit zu schaffen. Gefördert wird mit zahlreichen Instrumenten, die von der Finanzierung von Forschungsprojekten über die Vergabe von Förderstipendien und die Austragung von Workshops und Tagungen reichen. Einmal im Jahr lobt das FNA einen Forschungspreis für herausragende Forschungsarbeiten im Bereich der Alterssicherung aus.

Für den Forschungspreis können Masterarbeiten, Promotionen und Habilitationsschriften eingereicht werden.

Zentrales Beratungsgremium des FNA ist ein interdisziplinär ausgerichteter Beirat aus 16 Mitgliedern, der je zur Hälfte aus Wissenschaftlern und aus Vertretern der Deutschen Rentenversicherung besteht. Der FNA-Beirat wählt in einem unabhängigen Begutachtungsverfahren die beste wissenschaftliche Arbeit aus dem Kreis der Bewerbungen aus und empfiehlt die Preisvergabe durch den Bundesvorstand.
 

Erwerbstätig trotz Rente

Die Themen sind so breit gefächert wie die beteiligten Wissenschaftsdisziplinen. Ein Überblick über die Forschungspreise der vergangenen Jahre findet sich unter www. fna-rv.de.

Den Forschungspreis 2020 erhielt die Soziologin Dr. Jutta Schmitz-Kießler für ihre Dissertation zum Thema „Erwerbstätigkeit trotz Rente“. In ihrer Arbeit erforscht sie die Motive von erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentnern und ordnet sie in den Kontext des sozialpolitischen Systems ein. Arbeitende Rentner seien lange eine Ausnahmeerscheinung gewesen, so Dr. Schmitz-Kießler. Das habe sich in den letzten zehn Jahren gewandelt. Inzwischen gebe es immer mehr Menschen im Rentenalter, die einer Erwerbstätigkeit nachgingen.

Die Soziologin hatte sich bereits im Studium auf das Thema Altersvorsorge spezialisiert. „Den Aufhänger für meine Arbeit hat zum einen die empirische Tatsache gebildet, dass immer mehr Rentnerinnen und Rentner arbeiten. Zum anderen widersprach diese Entwicklung den Ergebnissen der Altersforschung, die wir bis dato hatten.“ Ihre Arbeit zeigt auf, dass monetäre Gründe für die Erwerbstätigkeit im Alter zwar eine wichtige Rolle spielen, jedoch von einer komplexen Motivationslage flankiert werden. Sie reicht von der Sehnsucht nach Struktur über das Bedürfnis, Expertise weiterzugeben bis zum Wunsch, geistig und körperlich fit zu bleiben. 


Hintergrundinfos über das Forschungsnetzwerk Alterssicherung unter: www.fna-rv.de