Andreas Busch (l.) und Thomas Neu.
Andreas Busch (l.) und Thomas Neu.



Mehr Teilhabe und Abbau von Barrieren


Seit mehr als einem Jahr ist die Inklusionsvereinbarung der KBS in Kraft. Diese Vereinbarung stellt die vollumfängliche Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen im Arbeitsleben in den Mittelpunkt. Andreas Busch, Inklusionsbeauftragter der KBS, und Thomas Neu, stellvertretender Inklusionsbeauftragter, berichten, wie die KBS Inklusion und Barrierefreiheit umsetzt.

Was genau ist Ihre Aufgabe als Inklusionsbeauftragter?
Andreas Busch:
Jeder Arbeitgeber bestellt nach dem Sozialgesetzbuch IX eine oder einen Inklusionsbeauftragten. Die KBS hat zusätzlich einen Stellvertreter benannt. Wir agieren im Auftrag des Arbeitgebers und bilden das Bindeglied zu den Vertrauenspersonen schwerbehinderter Menschen. Unsere wesentlichen Aufgaben liegen darin, Umsetzungskonzepte zu entwickeln, mit beteiligten Arbeitsbereichen abzustimmen und die konsequente Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben und der KBS-Inklusionsvereinbarung sicherzustellen. Neben dem Inklusionsbeauftragten sind weitere verantwortliche, fachlich kompetente Personen nebst Stellvertretung benannt, die die bauliche und informationstechnische Barrierefreiheit fachlich begleiten.

Kann eine Inklusionsvereinbarung tatsächlich im Arbeitsalltag umgesetzt werden?
Thomas Neu:
Die Vorstände und die Geschäftsführungen der Deutschen Rentenversicherungsträger haben sich zu einer Kultur des Miteinanders von Menschen mit und ohne Behinderung in allen Bereichen des Lebens bekannt. Diese Selbstverständlichkeit auf dem Weg zu einer inklusiven Unternehmenskultur soll aktiv gelebt werden. Damit verbunden sind eine Fülle von Maßnahmen, beispielsweise bewusstseinsbildende Aktionen, Workshops oder Führungskräftetrainings. Zur Inklusion gehört auch die sprachliche Vermeidung diskriminierender Begrifflichkeiten. Das sind stichhaltige Gründe für die KBS, die Erklärung „Vielfalt durch Inklusion“ zu unterzeichnen. Sichtbar gemacht wird dieses durch die Einführung des Logos „Vielfalt durch Inklusion“. Es wird von den Schwerbehindertenvertretungen aller Rentenversicherungsträger nicht nur genutzt, sondern auch gelebt.

Andreas Busch: Eine bedeutende Funktion im Kontext der Inklusion hat auch die Bundesfachstelle Barrierefreiheit, die seit dem Jahr 2016 bei der KBS in Berlin angesiedelt ist. Sie wurde auf Grundlage des Gesetzes zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsgesetzes errichtet. Die Bundesfachstelle berät und unterstützt Behörden sowie Verwaltungen dabei, Barrierefreiheitsthemen weiterzuentwickeln. Zudem berät sie die Zivilgesellschaft und die Wirtschaft in Barrierefreiheitsfragen. Ebenfalls bei der KBS in Berlin angesiedelt ist die noch junge Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik. Sie fungiert als unabhängige Prüfstelle für digitale Barrierefreiheit und nimmt zentrale Überwachungs- und Beratungsaufgaben wahr.
 

»Es ist spürbar, dass es ein langer gemeinsamer Weg hin zur Inklusion ist.«

Andreas Busch, Inklusionsbeauftragter der KBS
 


Wie setzt die KBS Barrierefreiheit um?
Thomas Neu:
Die KBS erstellt für die in ihrem Besitz befindlichen Gebäude alle drei Jahre, erstmalig bis zum 30. Juni 2021, einen Bericht über den Stand der baulichen Barrierefreiheit. Sie erarbeitet verbindliche Maßnahmen- und Zeitpläne zur Reduzierung von Problemstellen und ermittelt Optimierungsbedarfe. Digitale Produkte wie Webseiten und webbasierte Angebote, Hard- und Software sowie eigenentwickelte IT-Anwendungen müssen barrierefrei sein oder sukzessive werden. Die KBS stellt all ihre elektronisch unterstützten Verwaltungsabläufe auf den Prüfstand.

Wie wird die KBS Inklusion und Barrierefreiheit weiter vorantreiben?
Andreas Busch:
Wir sind konstant gefordert, mit der Fortentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen auf einem hohen Stand zu bleiben. Um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, haben wir bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen oder umgesetzt. Dies betrifft etwa den Kundenservice, den Bereich der Bildung und viele technische Themen. Die Gebärden- und SchriftdolmetscherInnen gehören bei Personalversammlungen mittlerweile zum Standard. Auch wenn bereits viele Veränderungen festzustellen sind, ist doch spürbar, dass es ein langer gemeinsamer Weg hin zur Inklusion ist, der uns allen viel Ausdauer abverlangt. Wir sind aber stolz darauf, dass die KBS den Inklusionsgedanken für ihre Kunden und Mitarbeitenden konsequent angeht und gemeinsam mit den anderen Trägern der Deutschen Rentenversicherung alle Anstrengungen unternimmt, um Vorreiter bei der Herstellung der Barrierefreiheit zu bleiben. 
 

Der Nationale Aktionsplan 2.0...

...zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention – die Handlungsfelder:

1. Arbeit & Beschäftigung

2. Bildung

3. Rehabilitation, Gesundheit & Pflege

4. Kinder, Jugendliche, Familie, Partnerschaft

5. Frauen

6. Ältere Menschen

7. Bauen und Wohnen

8. Mobilität

9. Kultur, Sport, Freizeit

10. Gesellschaftliche & politische Teilhabe

11. Persönlichkeitsrechte

12. Int. Zusammenarbeit 

13. Bewusstseinsbildung