Auf Wandertour: Lara, Hanna und eine Freundin aus der Klinik.
Auf Wandertour: Lara, Hanna und eine Freundin aus der Klinik.



Eine Reha, die ist lustig, eine Reha, die ist schön

 

 

Mareike aus Hannover wollte mit ihren Kindern – Lara (acht) und Hanna (sieben) – zur Kinderrehabilitation an die Nordsee. Gesagt, getan. Die Reha wurde bewilligt. Nur sollte ihre Wahlheimat für vier Wochen nicht die Nordsee werden, sondern der Südschwarzwald. So hat es der Rentenversicherer anhand der vorliegenden Indikationen entschieden: Beide Kinder haben Allergien und Neurodermitis, sind anfällig für Infekte. Lara hat zudem Pseudo-Krupp. Die Familie hatte bereits Reha-Erfahrungen. Allerdings keine schönen. Aus persönlichen Gründen musste die kleine Familie eine medizinische Behandlung 2016 nach nur einer Woche abbrechen. Die dort durchgeführten kalten Kneipp-Anwendungen hatten bei den Töchtern bleibenden Eindruck hinterlassen: „Mama, nur, wenn wir das nicht wieder machen müssen, fahren wir zur Reha“, war die deutliche Aussage der beiden Mädchen. Und dennoch erzählte Hanna ihren Freunden vor der Reise: „Da machen wir immer lustige Sachen.“

Kinderrehabilitation sichert die spätere Erwerbsfähigkeit

Eine Kinderrehabilitation wird immer dann genehmigt, wenn die spätere Erwerbsfähigkeit bedroht ist und ein Elternteil die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt: In den letzten zwei Jahren muss mindestens für sechs Monate eine versicherungspflichtige Beschäftigung bestanden haben. Mareike ist seit Jahren im öffentlichen Dienst teilzeitbeschäftigt. Damit stand hier nichts im Weg. Insbesondere bei chronisch kranken Kindern und Jugendlichen gehen Mediziner davon aus, dass früh einsetzende Behandlungen einen positiven Einfluss auf die künftige gesundheitliche Entwicklung haben. Entsprechende Angebote sollen dazu beitragen, dass die erkrankten Kinder später ihr Leben eigenständig, selbstbestimmt und möglichst unabhängig von staatlichen Hilfen führen können. Die Familie befindet sich mit ihrem Rehabilitationswunsch in bester Gesellschaft. 2018 haben bei der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover 1.361 Kinder und Jugendliche eine Reha durchgeführt. Damit gab es gegenüber 2017 eine Steigerung um 3,6 Prozent. Dieser Trend ist bundesweit spürbar.

In den Osterferien zur Reha

„Die Koffer hab ich gepackt“, beschreibt Mareike die Startphase. Ansonsten durfte jedes Kind eine Kiste packen. Kuscheltiere, Malbücher, Spiele, ein Ball: An alles wurde gedacht. Lara nahm sogar noch ihre LieblingsAnziehsachen mit. „Für eine Anreise mit dem Auto alles kein Problem“, sagt die Mama. An der schweizerischen Grenze ganz in der Nähe zu Basel liegt die Klinik – ein Komplex aus drei Fachwerkgebäuden mit kurzen Wegen. „Idylle pur“, sagt die Familie einstimmig. In der Freizeit konnten sie wandern und den Zauberwaldpfad besuchen. In verwunschener Hochmoorlandschaft, inmitten üppig wachsender Fauna schlängeln sich dort schmale Wege und bieten am Wegesrand Informations-, Erzähl- und nicht zuletzt Spielstationen. Mareike ist nachhaltig beeindruckt.

Das Wohlfühlpaket „Reha“

Genauso begeistert war sie von dem Klinikpersonal. „Unglaublich nett und hilfsbereit“, lautet ihr spontanes Statement. „Zu Hause haben wir wegen Laras Hausstauballergie weder Teppiche noch Gardinen. In der Klinik reagierte meine Tochter jetzt auch noch allergisch auf das benutzte Reinigungsmittel. Aber alles kein Problem für die Klinik. Die haben einfach das Putzmittel gewechselt.“ „Die Kinder haben auch Laktoseintoleranz und Heuschnupfen und sind allergisch gegen Nüsse und Sesam“, erzählt die Mutter weiter. Damit muss sie nicht nur in der Klinik auf das Essen achten, sondern vor allem müssen die Kinder lernen, auf sich selbst zu achten. „Klar, informiere ich Freunde und Bekannte, wo sich die Kinder aufhalten. Inzwischen passen sie aber auch schon gut auf sich selber auf. Wenn sie nicht wissen, ob sie etwas essen dürfen, dann essen sie es erst gar nicht. Zu Hause haben sie ein Depot kleiner Besonderheiten. Daraus geht dann auch mal eine Süßigkeit mit zu einer Geburtstagsfeier oder halt auf Reha-Reise.“ Die Klinik war aber sehr gut auf die Allergie-Problematik eingestellt. „Es gab eine tolle Verpflegung“, so lautet das einhellige Urteil der Familie. Sie sagt weiter: „Wir essen gerne abends warm. Dreimal die Woche gab es dort diese Möglichkeit. Ansonsten waren es immer vier Gerichte zur Auswahl, auch typische Kinderteller. Mit Pommes und Nuggets waren alle glücklich.“

Auf die Kinder wird eingegangen

Vielleicht auch deshalb nahm die kleine Hanna die Ernährungsberatung so gut an. Natürlich vermiest es einer Siebenjährigen die Stimmung, wenn sie erfährt, dass ihre morgendliche Lieblingsschokocreme nicht so gesund ist und sie nicht täglich, geschweige denn überwiegend gegessen werden soll. Aber mit Schaubildern und kindgerechten Erläuterungen wurden die Kinder sehr gut mitgenommen und aufgeklärt, bestätigt die verständnisvolle Mama. Atem- und Sporttherapie, 30-minütige Nordic-Walking-Touren ergänzten die Anwendungen als Einzel- oder Gruppentherapie. Rückblickend waren auch die kreativen Angebote wirkungsvoll. Die gemeinsame Zeit war wichtig und hat allen gutgetan. „Im Alltag geht vieles unter“, sagt die alleinerziehende Mareike. Auch Hannas Essensgewohnheiten hat sie nun besser im Griff – durch ein tolles Ritual der Klinik: Von allem gibt es einen Probierlöffel. Lara und Hanna haben sich in der Reha pudelwohl gefühlt. Lara hat sogar gefragt, ob sie nicht dort hinziehen könnten. Doch je mehr es auf Ostern zuging, desto größer wurde Laras Heimweh. Oma und Opa und – natürlich – die beiden Hasen zu Hause fehlten ihr sehr. 

 

 

Therapie schon bei ersten Warnzeichen

Professor Michael Sommer

"Wir brauchen eine neue Reha. Eine, die früher greift, und zwar schon bei ersten gesundheitlichen Beschwerden.“ Diesen Appell richtete der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover Professor Michael Sommer jetzt an die Vertreterversammlung des Rentenversicherers. Es gebe immer mehr junge Patienten mit Adipositas, Diabetes oder psychischen Leiden, so Sommer. Gleichzeitig steige das Alter vieler Rehabilitanden, weil das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise angehoben wird. So werde der Bedarf an medizinischen Behandlungen in den kommenden Jahren noch steigen. Reha ist eine lohnende Investition: 85 Prozent der Patienten gehen auch 24 Monate danach noch einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Professor Sommer forderte, nun auch die Prävention zügig auszubauen. Dieses noch junge Angebot der Rentenversicherung greift weit vor einer Reha und hilft dabei, Krankheiten schon bei ersten Warnzeichen abzuwenden.

Kontakt: Firmenservice der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover: Tel. 0800 1000453 (kostenfrei).