Die Rehakompass-Beratung dient potenziellen Rehabilitanden zur ersten Orientierung.
Die Rehakompass-Beratung dient potenziellen Rehabilitanden zur ersten Orientierung.



Steuern mit dem Rehakompass

 

Psychische und psychosomatische Erkrankungen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Sie wirken sich oftmals negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen und deren Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben aus. Auch bei Abhängigkeitserkrankungen lässt sich ein Anstieg von Betroffenen in der Bevölkerung feststellen. Menschen mit psychischen Beschwerden oder Problemen im Umgang mit Suchtmitteln nehmen leider meist erst sehr spät professionelle Hilfe in Anspruch. Bis sie im Rahmen einer Reha behandelt werden, haben sich die Beschwerden häufig bereits chronifiziert.

Vor diesem Hintergrund führt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) OldenburgBremen zwei regionale Modellprojekte im Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“ mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 3,5 Millionen Euro durch. Die innovative Maßnahme der beiden unter den Abkürzungen SEMRES und SEMPRE laufenden Projekte ist der sogenannte Rehakompass. Dessen Ziel ist es, Menschen mit Rehabedarf bereits frühzeitig durch ihr Umfeld anzusprechen und anschließend professionell aufzufangen.

Zu diesem Zweck greift der Rehakompass auf ein Netzwerk aus verschiedenen Institutionen wie Betrieben, Vereinen, Jobcenter und Selbsthilfe zurück. Personen im Netzwerk werden von Lotsen und Lotsinnen zu den Themen psychische Erkrankungen, Suchterkrankungen und gesellschaftliche Stigmatisierung geschult. Durch die Rehakompass-Schulungen werden sie in die Lage versetzt, Anzeichen psychischer Belastung und problematischen Konsumverhaltens wahrzunehmen und bei Klienten, Mitarbeitern und Vereinsmitgliedern zu thematisieren. Im Rahmen dieser Ansprache soll auch auf die Möglichkeit einer RehakompassBeratung hingewiesen werden.

„Viele Menschen können insbesondere zu Anfang einer Erkrankung ihre Beschwerden und Belastungen noch schwer einordnen“, berichtet die Lotsin Lena Haslop. „In der Rehakompass-Beratung erfasse ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen daher zunächst die aktuelle Lage und erläutere die Unterstützungsmöglichkeiten. Bei Interesse und Bedarf der Betroffenen kann eine Weitervermittlung in den Psychosomatischen Rehakompass (PRK) oder den Sucht-Rehakompass (SRK) erfolgen.“
 

Rehaantrag im Schnellverfahren

PRK und SRK umfassen jeweils zweitägige Veranstaltungen in einer Fachklinik, in deren Rahmen die Teilnehmenden in die Abläufe einer Reha „reinschnuppern“ können. Die Veranstaltungen finden in Kleingruppen von etwa fünf Personen statt. Die Teilnehmenden bekommen einen ersten Eindruck über die vielfältigen Angebote einer Reha und haben die Möglichkeit, sich mit anderen vor Ort auszutauschen. Zudem findet ein ausführlicher Gesundheits-Check-up statt, der Klarheit über die Beschwerden und Behandlungsoptionen verschaffen soll. Wird ein Rehabedarf festgestellt und ist die Motivation beim Betroffenen vorhanden, kann direkt vor Ort der Antrag auf eine Reha gestellt werden, der im Schnellverfahren bearbeitet wird.

Die Projektpartner gehen neue Wege, um den Rehazugang zu vereinfachen und Chronifizierungen zu vermeiden. Für die Projektkoordinatorin, Dr. Natalie Schüz, sind drei Aspekte besonders innovativ: die intensive Netzwerkarbeit, die betrieben wird, um gefährdete Menschen frühzeitig wahrzunehmen und anzusprechen. Die RehakompassBeratung, die Menschen ohne Berührungspunkte mit dem Hilfesystem abholt, wo sie stehen. Und schließlich PRK und SRK selbst, durch die potenzielle Rehabilitanden einen ersten Einblick in die Reha bekommen und vorhandene Ängste abbauen können.
 

Kontakt zum Modellprojekt
Email: rehakompass@ drv-oldenburg-bremen.de
Telefon: 0421 3407 230
 

...Kurz notiert: Abschied von Peter Buderath

Peter Buderath aus Nordenham legt sein Ehrenamt als Versichertenältester nieder. Über 26 Jahre war er Versichertenältester für die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Oldenburg-Bremen. Nun hat er aus persönlichen Gründen zum 1. Juli 2020 das Ehrenamt aufgegeben. 200 Beratungen hielt Buderath durchschnittlich im Jahr ab. Dabei führte er zahlreiche Gespräche mit Menschen, die in Rente gehen wollten, aber nicht so genau wussten, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein mussten. Peter Buderath beantwortete Fragen wie: Mit wie vielen Jahren darf ich überhaupt in Rente? Welche Anträge müssen ausgefüllt werden? Der Versichertenälteste informierte über die verschiedenen Rentenarten und füllte gemeinsam mit den Versicherten die entsprechenden Formulare aus. Mitunter gab es auch Schicksale, die ihm nahegingen. „Vor allem junge Menschen, die wegen eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr arbeiten können und Erwerbsminderungsrente beantragen müssen – das ist dann schon hart“, sagt Peter Buderath. In einer Feierstunde wurde Buderath von der Vorstandsvorsitzenden und dem Geschäftsführer der DRV Oldenburg-­Bremen verabschiedet. Sie dankten für seinen langjährigen sozialen Einsatz und wünschten ihm für den weiteren Lebensweg alles Gute.
 

Von Herzen Dienstleister

» Ich freue mich, für die Menschen da zu sein.«

Thomas Kleinschmit, Versichertenältester
 

Für sein Ehrenamt absolvierte er nebenberuflich eine einwöchige Intensivschulung zu den komplexen Themen der Rentenversicherung und wurde mit praktischen Übungen auf diverse Beratungssituationen vorbereitet. Jetzt informiert Thomas Kleinschmit kostenlos über Voraussetzungen und Möglichkeiten der Rente, nimmt Anträge auf oder lässt Rentenansprüche berechnen. „Ich bin von Herzen Dienstleister. Daher freue ich mich, bei allen Fragen rund um Rente für die Menschen hier in Bremen-Aumund da zu sein”, erklärt Kleinschmit. Nach vorheriger Terminvereinbarung unter Tel. 0152 07143780 oder per E-Mail (thomas.kleinschmit@web.de) steht er für Beratungsgespräche gerne zur Verfügung. Alle Beratungen durch Versichertenälteste der DRV Oldenburg-­Bremen sind kostenlos.