Ein perfektes Team

 

Hände waschen, mit anderen Kindern das Spielzeug teilen – jeden Tag lernt die Kleine hinzu. „Und wie schön sie alleine essen kann!“ Wenn Franziska Büttner von ihrer Tochter spricht, sprüht sie vor Stolz. Kati ist eineinhalb Jahre alt und besucht seit einigen Monaten eine Kinderkrippe. Unterdessen gehen ihre Eltern arbeiten. Die frühe Rückkehr in den Beruf war geplant, ein schlechtes Gewissen hat die 31-Jährige deshalb nicht: „Ich wollte nicht nur Mutter und Hausfrau sein – ohne das kritisieren zu wollen. Aber der berufliche Anschluss war mir wichtig.“ Darum habe sie sich gefreut, wieder arbeiten gehen zu dürfen. Mit dieser Einstellung ist sie nicht alleine. Über Facebook lernte die junge Frau aus dem niedersächsischen Algermissen fünf Mütter kennen, mit denen sie gemeinsam eine Krabbelgruppe gründete: „Bis auf eine sind alle nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen.“ Die gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte kam 2013 zur Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover und bildete sich hier zur Personalfachkauffrau fort. Seitdem ist die junge Frau in der Personalabteilung beschäftigt. Im Sommer 2017 kam die Tochter zur Welt, Kati ist ein Wunschkind. „Wir haben uns beide dafür entschieden, also werden wir uns auch gemeinsam kümmern“, betont die junge Mutter. Ihr Mann Robin unterstützt sie, wann immer es ihm zeitlich möglich ist – und wo immer er gerade gebraucht wird: Der 36-Jährige wäscht die Wäsche, saugt Staub und erledigt den Großeinkauf. „Es funktioniert bei uns einfach richtig gut“, schwärmt Franziska Büttner. Die jungen Eltern sind ein perfekt eingespieltes Team. Dabei hilft ihnen der Dienstplan der Berufsfeuerwehr Hannover, wo Robin Büttner im 24-Stunden-Dienst arbeitet. Wenn er frei hat, bringt er Kati in die Krippe. An diesen Tagen bleibt Franziska Büttner zumeist etwas länger im Büro. Hat der Feuerwehrmann Dienst, fährt seine Frau die fünf Kilometer zur Krippe. Dann kommt sie zwar etwas später ins Büro, aber so gleichen sich die Stunden wieder aus. Insgesamt kommt Franziska Büttner auf 35 Stunden in der Woche. Sie weiß: Ohne die flexiblen Arbeitszeiten bei der Deutschen Rentenversicherung würde das nicht gehen.

Unabhängig sein

Dabei bietet ihr Arbeitgeber den Beschäftigten auch das Teleworking an. Zu Hause arbeiten – wäre das nicht was für sie? Momentan sei ihr der Austausch mit den Kollegen wichtig, sagt Franziska Büttner. „Die sozialen Kontakte prägen einen Menschen doch.“ In ihrem Team bekommt sie großen Zuspruch. Auch wenn die Tochter krank ist und die Mutter nicht ins Büro kommen kann, stößt sie dort auf Verständnis. Denn die Großeltern können spontan nicht aushelfen, sie wohnen mehr als eine Autostunde entfernt. Gleichzeitig frage sie sich, weshalb immer die Mütter „böse Blicke“ aushalten müssen, wenn sie nach der Geburt eines Kindes früh in den Beruf zurückkehren. Der Vater werde nie gefragt: „Wie lange bleibst du zu Hause?“ Aber Franziska Büttner will auch unabhängig sein, vor allem finanziell. Sie und ihr Mann haben sich 2014 ein Haus mit Garten gekauft. Sie wussten, dass hier eines Tages ihre Kinder spielen würden. Natürlich arbeite sie auch des Geldes wegen: Ein Eis essen gehen, den Indoorspielplatz besuchen, in den Urlaub fahren – das alles ließe sich mit zwei Einkommen besser finanzieren als mit Elterngeld, sagt die junge Mutter. Und vielleicht bekommt Kati ja eines Tages auch noch ein Geschwisterchen. Dann würde Franziska Büttner alles wieder ganz genauso machen.

Info

Bei der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover arbeiten 2.200 Beschäftigte. 58 haben in den vergangenen drei Jahren Elternzeit beantragt, darunter sieben Väter. Im Schnitt dauerte die berufliche Auszeit neun Monate. Mütter betreuten ihren Nachwuchs rund elf Monate zu Hause, Väter rund zwei Monate. Etwa jede sechste Mutter nutzte die volle Elternzeit.

 

Kind plus Job: Bei der Rente gibt’s was obendrauf

Wer in Elternzeit geht, kann sich drei Jahre ganz seinem Nachwuchs widmen. In der Regel sind es die Mütter, die zu Hause bleiben. Aber längst nicht alle wollen ihren Arbeitsplatz so lange aufgeben und kehren vorzeitig zurück. Damit punkten sie bei der Rente und steigen dort – sogar mit kleinem Gehalt – zum Besserverdiener auf. In den ersten 36 Monaten nach der Geburt füllt sich das Rentenkonto des erziehenden Elternteils ganz von allein. Pro Jahr wird ein Rentenpunkt gespeichert, also so viel, als hätte die Mutter den Durchschnittsverdienst aller Versicherten erhalten – 38.901 Euro im Jahr – und dafür Beiträge eingezahlt. Fangen sie früher an zu arbeiten, wird der Rentenpunkt aus der Kindererziehungszeit addiert mit den Beiträgen aus dem Arbeitsverdienst. So füllt sich das Rentenkonto wie bei einem höheren Verdienst. Allerdings nicht unbegrenzt: Bei der Beitragsbemessungsgrenze von 6.700 Euro im Monat ist Schluss. Anders sieht es aus, wenn der berufliche Wiedereinstieg nach Ablauf der drei Jahre erfolgt. Wer dann mit reduzierter Stundenzahl arbeitet, verzichtet zwar auf einen Teil des Einkommens – nicht aber auf spürbare Rentensteigerungen. Denn bis zum zehnten Geburtstag des jüngsten Kindes wertet die Rentenversicherung niedrige Einkommen um die Hälfte auf – maximal bis zum Durchschnittsverdienst aller Versicherten. Und wer zwei oder mehr Kinder unter zehn Jahren gleichzeitig erzieht, kann dafür im Rentenkonto eine Gutschrift erhalten, die einem Drittel des Durchschnittsverdienstes entspricht. Hierfür zählt übrigens auch die Pflege von Kindern unter 18 Jahren. Voraussetzung für die Höherbewertung: Das Kind ist nach 1991 geboren und der erziehende Elternteil kann bei Rentenbeginn mindestens 25 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten vorweisen.

 

Witwenrenten: Frauen liegen weit vorne

 

Nach wie vor sind es vor allem Frauen, die eine Rente wegen Todes erhalten. So zahlte die Deutsche Rentenversicherung 2017 mehr als 4,5 Millionen Witwenrenten aus. Dagegen erhielten weniger als 700.000 Männer eine Witwerrente. Der Durchschnittsbetrag der Renten an verwitwete Frauen lag bei 625 Euro in den alten und 690 Euro in den neuen Bundesländern. Männer im Westen erhielten durchschnittlich 294 Euro und im Osten 397 Euro. Die bedeutendste Ursache für den Unterschied: Bei Hinterbliebenenrenten wird höheres Einkommen angerechnet. Da Männer oft deutlich mehr an eigener Rente erhalten, wird ihre Witwerrente häufiger gekürzt oder sie entfällt sogar ganz.

 

Weitere Informationen: www.deutsche-rentenversicherung.de