Betroffene erhalten ein auf sie individuell abgestimmtes Angebot zur Vorbereitung auf die Reha-Maßnahme.
Betroffene erhalten ein auf sie individuell abgestimmtes Angebot zur Vorbereitung auf die Reha-Maßnahme.



Teilhabechancen steigern

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Oldenburg-Bremen führt ein weiteres Modellprojekt im Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeits­leben – rehapro“ durch. Der Titel des Projekts lautet „­BASE“, eine Abkürzung für „Barrieren senken bei Aufforderung zum Rehabilitations­antrag“. Das Projekt richtet sich an erkrankte Versicherte, die durch die Krankenkasse oder die Agentur für Arbeit zur Stellung eines Rehabilitationsantrages aufgefordert werden. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass diese Personen signifikant niedrigere Zufriedenheitswerte in Bezug auf die Rehabilitation haben als Personen, die sich aktiv um eine medizinische Rehabilitation bemühen. Auch der Erfolg der Rehabilitation ist durchschnittlich geringer.

Die zur Beantragung einer Rehabilitation aufgeforderten Patienten befinden sich im sogenannten Langzeit-­Krankenstand, das heißt, sie sind bereits länger beeinträchtigt in Gesundheit und Wohlbe­finden, eingeschränkt in ihren gewohnten Aktivitäten, und sie können nicht arbeiten. Die Aufforderung ist zudem mit einer Frist versehen, deren Missachtung massive finanzielle Einbußen nach sich ziehen können. Entsprechend skeptisch und zum Teil ablehnend stehen die Betroffenen diesem Reha-­Verfahren gegenüber. „Unser Ziel ist es, dass auch diese Ver­sichertengruppe einen hohen Nutzen aus der Reha ziehen kann“, erläutert Dr. ­Bettina ­Begerow, Projektleiterin bei der DRV Oldenburg-­Bremen. „Damit dies gelingt und die berufliche und soziale Teilhabe effektiv gestärkt werden kann, ist es hilfreich, ausreichend informiert zu sein über organisatorische und inhaltliche Steuerungsmöglichkeiten einer Rehabilitation. Dann können individuelle Ziele gesteckt werden und die Betroffenen treten ihre Reha motiviert und handlungsorientiert an.“

„Wir wollen die Teilhabe­chancen für diese Patienten verbessern.“

Dr. Bettina Begerow,
Projektleiterin bei der DRV Oldenburg-Bremen

Diese Voraussetzungen in die Rehabilitation sollen im Rahmen des Projektes auf zwei Wegen verbessert werden: Zum einen soll ein interaktives digitales Angebot entwickelt und implementiert werden. Zum anderen werden die Betroffenen durch Reha-Coaches auch persönlich auf die Rehabilitation vorbereitet. „Damit erreichen wir eine auf die individuellen Bedürfnisse, Barrieren und Ressourcen der Versicherten abgestimmte Vorbereitung auf die medizinische Rehabilitation“, erläutert ­Begerow.

Die Projektlaufzeit beträgt fünf Jahre. Das Angebot wird betroffenenzentriert entwickelt und der Erfolg durch die Universität Oldenburg ausgewertet. Die digitale Plattform soll nach Projektabschluss bundesweit zur Verfügung gestellt werden und auch bei anderen Zielgruppen hinsichtlich der Zugangsbahnung zur Reha Einsatz finden.