David Hienen fühlt sich wohl an seinem Arbeitsplatz. Dabei hilft, dass sein Büro barrierefrei erreichbar ist.
David Hienen fühlt sich wohl an seinem Arbeitsplatz. Dabei hilft, dass sein Büro barrierefrei erreichbar ist.



Eine Kultur des Miteinanders


Bernd Lachmann engagiert sich seit Jahren für seine schwerbehinderten Kolleginnen und Kollegen. Er ist Schwerbehindertenvertreter bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Oldenburg-Bremen. Seine Herzensangelegenheit ist es, die „Integration“ durch die „Inklusion“ abzulösen. Was das bedeutet? Inklusion sei, wenn die Unterscheidung „beeinträchtigt /ohne Beeinträchtigung“ keine Relevanz mehr hat, so Lachmann. „Daher ist es wichtig, Inklusion in Betrieben zu leben und allen Mitarbeitern die gleichen Chancen zu ermöglichen.“ Dabei muss auf Details geachtet werden. So wird zum Beispiel bei jeder baulichen Veränderung überprüft, ob diese auch in jeder Hinsicht barrierefrei ist. Bernd Lachmann hat noch ein weiteres Anliegen: „Ein persönlicher Wunsch von mir wäre, dass in Zukunft mehr schwerbehinderte Jugendliche den Weg zu uns finden würden“.
 


Bei der DRV Oldenburg-Bremen arbeiten 1.085 Mitarbeiter, davon haben mehr als 80 eine Schwerbehinderung. Seit den 1950erJahren setzen sich in deutschen Betrieben Schwerbehindertenvertretungen für deren Interessen ein. Einen Teil der Schwerbehindertenvertretung der DRV Oldenburg-Bremen bilden neben Bernd Lachmann Martina Block-Stocker sowie Simone Budde.

Zufrieden mit der Umsetzung der Inklusion bei der DRV Oldenburg-Bremen zeigt sich David Hienen. Der 29-Jährige ist seit frühester Kindheit auf den Rollstuhl angewiesen. Vor sieben Jahren absolvierte er erfolgreich seine Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten. „Schon von Anfang an fühlte ich mich sehr wohl im Betrieb. Dazu beigetragen haben hilfsbereite Kollegen, aber auch Hilfsmittel, die mir zur Verfügung gestellt wurden.“
 

Barrierefrei ins Büro

Auf die Frage, was man bezüglich der Inklusion im Hause verbessern könnte, antwortet er: „Grundsätzlich gibt es immer Verbesserungspotenzial. Aber für meine Bedürfnisse ist alles vorhanden. Da aber jede Behinderung anders ist, kann ich nicht für alle sprechen. Mein Arbeitsplatz wurde behindertengerecht umgebaut. Selbst die Tiefgarage ist so ausgebaut, dass ich mit meinem an meine Bedürfnisse angepassten Auto zur Arbeit kommen kann und barrierefrei zu meinem Büro gelange. In diesem habe ich elektrische Fenster, einen höhenverstellbaren Schreibtisch und andere Hilfsutensilien. Aber auch meine Kollegen unterstützen mich, sollte ich Hilfe benötigen.“

Auch außerhalb der Arbeit engagiert sich David Hienen ehrenamtlich für die Inklusion in Oldenburg. Er ist Mitglied im gemeinnützigen Verein „Enjoy Your Life“. Dieser befasst sich mit der Verbesserung der Barrierefreiheit im Kultur- und Freizeitbereich, organisiert jährlich die Party der Vielfalt und stellt eine Übersicht über zu vermittelnde Hilfsmittel zusammen. „Wir sind Mitglieder mit und ohne Behinderungen, die gemeinsam etwas verändern wollen.“ Abschließend gibt Hienen noch mit auf den Weg, dass gesunde Menschen in Zukunft vermehrt dafür sensibilisiert werden sollten, dass nicht alles, was sie als normal betrachten, für Menschen mit einer Behinderung auch selbstverständlich ist. 

 

Info: Beratung & Hilfe

Kontakt zu allen Versichertenältesten und den Auskunfts- und Beratungsstellen der DRV Oldenburg-Bremen: www.drv-oldenburgbremen.de→ Beratung & Kontakt → Beratung vor Ort → Umkreissuche

 

Ehrenamtlich in besonderen Zeiten

Abstand halten – diese Devise gilt auch für die Versichtenältesten.

Die Versichertenältesten sollen auf ihre Sicherheit und Gesundheit achtgeben können.

Die Corona-Pandemie bestimmte in den letzten Monaten das Leben eines jeden Menschen – so auch das der Versichertenältesten bei der DRV Oldenburg-Bremen. Deren Gesundheit und Sicherheit stand – auch aufgrund der zum Teil altersbedingten Zugehörigkeit zur Risikogruppe – mit an erster Stelle. Präventiv wurde den ehrenamtlich Tätigen daher freigestellt, ob sie ihr Ehrenamt für die Zeit der Pandemie entweder telefonisch, persönlich – beschränkt auf dringende Fälle – weiterführen oder ruhen lassen wollten. Eine weitere Einschränkung war die Absage der fünftägigen Versichertenältesten-Schulung im Bildungszentrum Reinfeld.

Am 2. Juli 2020 wurde die Grundrente im Deutschen Bundestag beschlossen. Grund genug, den Versichertenältesten das Thema näherzubringen und sie für ihre Tätigkeit „fit“ zu machen. Nach erfolgter Erstellung und Umsetzung entsprechender Hygienekonzepte konnten die Versichertenältesten Ende September daher wieder in den Schulungsräumen der DRV Oldenburg-Bremen begrüßt werden. Neben dem sozialpolitischen Schwergewicht „Grundrente“ standen die Vorstellung der neuen digitalen Software für Selbstverwalter ALLRIS® sowie das Ergebnis der Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ auf dem Programm. Trotz der gewichtigen Themen überwog aber ganz klar die Wiedersehensfreude – wenn auch unter besonderen Umständen.