Bei gutem Wetter fällt ein Umstieg auf das Fahrrad leichter.
Bei gutem Wetter fällt ein Umstieg auf das Fahrrad leichter.



Mit kurzen Etappen starten

Der Jahresabschluss wird gern als Zeitpunkt für Rück- und Ausblicke genutzt. Was hat man erlebt, was war bewegend, und was muss im nächsten Jahr unbedingt anders werden? Zum neuen Jahr werden gern ambitionierte Neujahrsvorsätze gefasst. Leider sind viele Ende Januar schon wieder vergessen. Aber wie gelingt es, Verhaltensmuster zu ändern, um zum Beispiel – passend zum Titelthema dieses Heftes – nachhaltiger zu leben?

Der Mensch neigt zur Bequemlichkeit. Viele Verhaltensmuster sind über viele Jahre erlernt und ritualisiert. Diese Ritualisierung vereinfacht das Leben, da ohne große geistige Anstrengung das gewünschte Ergebnis erzielt werden kann. Viele Abläufe werden quasi automatisch abgespult.
Um aus diesem Prozess auszubrechen, muss man sich daher zunächst der eigenen Verhaltensmuster bewusst werden. In Verbindung mit einem konkreten Ziel, etwa ein nachhaltigeres Leben zu führen, können die Verhaltensmuster nach und nach kritisch hinterfragt werden: Warum fahre ich mit dem Auto zur Arbeit, obwohl ich den Weg auch mit dem Fahrrad zurücklegen könnte? Muss ich jeden Tag einen einzeln verpackten Joghurt essen oder kann ich mir nicht auch Joghurt aus einem großen Mehrwegglas in eine Schale umfüllen?

Anfangen und durchhalten

Aller Anfang ist schwer. Wie startet man richtig? Kinder erlernen Neues, indem sie Dinge einfach ausprobieren, Fehler machen, daraus lernen und es erneut versuchen. Dieser natürliche Lernprozess ist in jedem Menschen verankert. Er muss nur aktiviert werden. Wer eine Starthilfe benötigt, dem helfen häufig gemeinsame Aktionen mit anderen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten, etwa das „Stadtradeln“, bei dem man gemeinsam mit vielen Verbündeten Kilometer mit dem Rad sammeln kann, um möglichst viel CO2 zu vermeiden.
Bis das neue Verhalten zur Normalität wird, dauert es jedoch etwas. Änderungsprozesse sind kein Sprint, sondern ein Dauerlauf. In der Zwischenzeit wird es Versuchungen geben, zur alten Gewohnheit zurückzukehren. Spätestens wenn man auf dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit einmal richtig durchregnet ist, denkt man daran, dass man im Auto trocken geblieben wäre.
Mit einem klaren Ziel und der richtigen Einstellung gelingt es, standhaft zu bleiben. Zeitgleich kann man aus der Situation auch lernen. Für die Zukunft deponiert man im Büro vielleicht ein Handtuch, Wechselkleidung und Schuhe. Wenn dann der Parkplatz in der Tiefgarage abgegeben und das eingesparte Geld in Regenkleidung investiert wurde, steht der dauerhaften Verhaltensänderung nichts mehr im Weg. Mit der Zeit kann man sich an größere Umstellungen wagen, wobei es gegebenenfalls sinnvoll sein kann, Unterziele zu bilden.

Nicht zu viel auf einmal wollen

Man sollte mit kleinen Änderungen anfangen, die man auf jeden Fall schafft. So bekommt man schnell erste Erfolgserlebnisse. Und wer denkt, das bringe doch nichts: In Deutschland werden stündlich etwa 320.000 Einweg-Becher für Heißgetränke verbraucht. Das zeigt, welches Potenzial an Mülleinsparung es bereits bei einem einzelnen Produkt gibt.

Oldenburg,...

Hauptstandort der DRV Oldenburg-Bremen, ist bereits Fahrradstadt. In einer Umfrage der Nordwest-Zeitung gaben 59 Prozent an, dass sie sich überwiegend mit dem Fahrrad durch Oldenburg bewegen.