Die gesetzliche Rente steht auch in Zukunft
nicht infrage, so hieß es unisono von Landesminister Karl-­Josef Laumann, dem Vorstandsvorsitzenden der DRV Westfalen Prof. Dr. Volker Verch und dem Ersten Direktor Thomas Keck (v.l.n. r.).
Die gesetzliche Rente steht auch in Zukunft nicht infrage, so hieß es unisono von Landesminister Karl-­Josef Laumann, dem Vorstandsvorsitzenden der DRV Westfalen Prof. Dr. Volker Verch und dem Ersten Direktor Thomas Keck (v.l.n. r.).



"Gute Jobs schaffen soziale Sicherheit"

 

 

Polit-Prominenz im Parlament der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Westfalen: Der nordrhein-westfälische Landesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann, war bei der jüngsten Vertreterversammlung der DRV Westfalen zu Gast. Laumann sprach gut eine Stunde lang sehr grundsätzlich über die Herausforderungen für die soziale Sicherung in der Zukunft – natürlich mit verstärktem Blick auf die Alterssicherung. Für Laumann liegt der Schlüssel für die Funktionsfähigkeit und die Sicherheit unserer Sozialsysteme und somit auch die der gesetzlichen Rentenversicherung in gut bezahlten versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Kurzum: Gute Jobs müssen geschaffen und erhalten werden – und das in einer möglichst hohen Zahl! Die Vertreterversammlung der DRV Westfalen ist das höchste Gremium des Rentenversicherungsträgers und besteht aus je 15 Vertretern der Versicherten und der Arbeitgeber. Das Gremium bildet quasi den parlamentarischen Kern der Selbstverwaltung der Rentenversicherung. Die Vertreterversammlung tagt sowohl in der Hauptverwaltung in Münster als auch einmal jährlich in einer der Kliniken oder einer anderen Einrichtung. Dieses Mal fand die Tagung im Berufsförderungswerk (BFW) in Dortmund statt, dessen Träger u.a. die DRV Westfalen ist. Das BFW qualifiziert Menschen nach Unfall oder Krankheit wieder für das Berufsleben. In seiner Rede legte Karl-Josef Laumann, der neben seinem Amt als Landesminister auch auf Bundesebene eine wichtige Rolle in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik spielt, auch ein klares Bekenntnis zur gesetzlichen Rentenversicherung als tragende Säule der Alterssicherung ab. Zugleich unterstrich er die Notwendigkeit des sogenannten DreiSäulen-Modells. Danach soll die Rente für eine auskömmliche Alterssicherung durch die betriebliche sowie eine private Altersvorsorge ergänzt werden. Laumann ging in seiner Rede zudem auf aktuelle Reformpläne der Politik für das Rentensystem ein.

Die Vertreterversammlung ist das Parlament der DRV Westfalen.

Neuregelungen sofort umsetzen

Diesen Ball griff auch der Vorstandsvorsitzende der DRV Westfalen, Prof. Dr. Volker Verch, auf und meldete für eines der Rentenprojekte der Großen Koalition erfolgreichen Vollzug: So hat der Münsteraner Rentenversicherungsträger die Einführung der sogenannten Mütterrente II technisch problemlos umsetzen können. Insgesamt haben knapp über 440.000 Rentnerinnen und Rentner der DRV Westfalen von der Neuregelung profitiert. Verch berichtete, dass bei Neurenten mit Rentenbeginn im Januar 2019 die Neuregelung sofort zum Rentenbeginn umgesetzt werden konnte. Die Neuberechnungen der Bestandsrenten sind bei dem westfälischen Rententräger bis April und Mai erfolgt. Betragsmäßig ergab sich eine Nachzahlung in Höhe von über 50 Millionen Euro. Mit der zum 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Neuregelung sind die Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder um sechs Monate beziehungsweise einen halben Entgeltpunkt angehoben worden. Die Anzahl der Rentenanträge, die bei der DRV Westfalen gestellt wurden, verblieb auch in 2018 mit 87.887 Anträgen auf einem hohen Niveau. Dies berichtete der Erste Direktor Thomas Keck bei der Vorstellung des Verwaltungsberichtes 2018. Zwar gingen die Antragszahlen im Jahresvergleich um 0,9 Prozent zurück. Grund für den Rückgang der Antragszahlen im Bereich „Rente“ ist die gesunkene Zahl an Anträgen auf Rente wegen Erwerbsminderung. Der Bestand aller Renten, die von der DRV Westfalen gezahlt werden, lag zum Jahreswechsel bei exakt 1.221.604 Renten. Das sind 0,8 Prozent weniger als in 2017. „Aufgrund der demografischen Entwicklung und eines nach wie vor zunehmenden Versichertenbestandes ist davon auszugehen, dass der Rentenbestand künftig wieder zunehmen wird“, prognostizierte Keck. Ein leichtes Plus verzeichnet die DRV Westfalen in der Nachfrage nach Rehabilitation. Die Gesamtzahl an Anträgen auf Leistungen zur Rehabilitation hat sich im Jahr 2018 um 0,5 Prozent auf 132.741 Anträge erhöht. Die Zunahme der Anträge ist im Wesentlichen auf die gestiegenen Antragszahlen bei den Leistungen zur medizinischen Rehabilitation wegen allgemeiner Erkrankungen zurückzuführen. Ein weiteres intensives Arbeitsfeld der DRV Westfalen bleibt der Bereich von Auskunft und Beratung. Westfalenweit unterhält der Regionalträger neun Auskunfts- und Beratungsstellen; hinzu kommen Sprechtage in vielen anderen Kommunen dieses Landesteils. „Das Angebot einer persönlichen Beratung haben im vergangenen Jahr 204.075 Kunden genutzt. Darüber hinaus erhielten 227.354 Kunden eine telefonische Beratung. In 4.686 Fällen erfolgte die Beratung schriftlich bzw. per E-Mail“, listete Keck auf.

 

Infos im Internet unter www.deutscherentenversicherung.de/ Westfalen