Michelle Heidenreich und Tobias Plümel arbeiten an der Digitalisierung.
Michelle Heidenreich und Tobias Plümel arbeiten an der Digitalisierung.



Rente auf Knopfdruck


Die Aktenschränke beim Düsseldorfer Rentenversicherer sind leer. Auch auf den Schreibtischen der Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter findet sich kaum noch eine Papierakte. Und für ältere Akten wird in Düsseldorf schon seit Jahren kein Archiv mehr bereitgehalten.

Dass trotzdem kein Anschreiben, kein Antrag und kein Originaldokument verloren geht, dafür sorgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des hauseigenen Digitalisierungszentrums. Sie haben die Aktenbestände schon weitestgehend gescannt und digitalisieren auch die eingehende Papierpost – das sind rund 50.000 Seiten am Tag. Die gescannten Dokumente stehen der Sachbearbeitung spätestens am Folgetag in den elektronischen Postkörben zur Verfügung.
 

3,0 Millionen Dokumente wurden im Jahr 2020 im Digitalisierungszentrum gescannt und der Sachbearbeitung zugesteuert. Im Vorjahr waren es hingegen „nur“ 1,75 Millionen Dokumente.

Der elektronische Postkorb ist Teil der Anwendung „rv PuR“. Das „rv“ steht für Rentenversicherung, und PuR erinnert zwar an die gleichnamige deutsche Popgruppe, bedeutet aber „Postkorb- und Rechercheclient“.

Auf Knopfdruck holen sich die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter an ihren Computern eine elektronische Akte aus dem virtuellen Postkorb. Ein weiterer Knopfdruck genügt, um eine Akte einzusehen, zu bearbeiten und mit Notizen oder Lesezeichen zu versehen. Die Anwendung verfügt auch über eine Archivierungsfunktion.

Das umfangreiche Programm ist nicht vom Himmel gefallen. Es hatte mehrere Vorgänger und wird auch in Zukunft in Düsseldorf ständig weiterentwickelt. In all diese Arbeiten sind nicht nur Fachleute der Deutschen Rentenversicherung Rheinland, sondern auch viele Beschäftigte ihres ITDienstleisters eingebunden. Außerdem stehen die Düsseldorfer Expertinnen und Experten in ständigem Austausch mit den Fachleuten anderer Träger.
 

Übergangszeit ist beendet

Bei der Deutschen Rentenversicherung Rheinland dauerte es einige Jahre, um alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachabteilungen mit dem digitalen Arbeiten vertraut zu machen. In der Corona-Zeit fanden diese Schulungen mithilfe von Videokonferenzen statt. „Die Umstellung auf die papierlose Akte war darum mit einer langen Übergangszeit verbunden. Aber diese konnten wir inzwischen abschließen“, bestätigt Tobias Plümel, der die Zeit des Übergangs seit 2018 begleitet. Plümel ist Leiter des Teams, das bei der Deutschen Rentenversicherung Rheinland für die Pflege und Weiterentwicklung des „rv PuR-Programms“ und für die Schulungen verantwortlich ist. Er leitet außerdem das Digitalisierungszentrum. Viele Kunden nutzen bereits die Online-Dienste. Wer sich dennoch per Post an den Düsseldorfer Rentenversicherer wendet, sollte sein Schreiben an die Großkundenadresse „Deutsche Rentenversicherung Rheinland, 40187 Düsseldorf“ adressieren, empfiehlt Tobias Plümel: „Der Kunde spart sich den Umweg über unsere Poststelle, denn das Schreiben kommt direkt in unserem Digitalisierungszentrum an und ist somit schneller in der Sachbearbeitung.“

Die Vorteile des digitalen Arbeitens sind enorm. Es spart Papier und Lagerfläche. Zudem ist eine elektronische Akte für alle Berechtigten stets sofort verfügbar. Ein Austausch zwischen den Rentenversicherern wird durch eine bundesweit einheitliche Akte einfacher. Die Anwendung ist benutzerfreundlich und barrierefrei.

Das Team von Tobias Plümel arbeitet bereits an einer nächsten Entwicklungsstufe von „rv PuR“. Damit soll eine Akte noch schneller bearbeitet werden können. Für die Versicherten heißt das: Sie werden in Zukunft ihre Renten- oder Rehabescheide noch schneller in den Händen halten. 

 

E-MAIL AN DIE RENTENVERSICHERUNG

In loser Folge beantwortet Rentenexpertin Petra Weber Leserfragen. Heute: Reha im Alter

Helga B., Düsseldorf: Ich bin jetzt 59 Jahre alt, habe 36 Berufsjahre und 60 Prozent Schwerbehinderung. Ich möchte demnächst eine Altersrente wegen Schwerbehinderung beziehen. Kann ich jetzt noch eine Reha beantragen?

Petra Weber: Ja, das ist prinzipiell möglich, solange Sie noch keine Altersrente bekommen oder beantragt haben. In Ihrem Fall ist eine Altersrente wegen Schwerbehinderung frühestens ab 61 Jahren und 4 Monaten möglich – allerdings mit einem Abzug von 10,8 Prozent. Abschlagsfrei steht Ihnen die Rente ab 64 Jahren und 4 Monaten zu. Sie können somit eine medizinische Reha erhalten, wenn Ihr beruflicher Alltag durch Ihre Behinderung oder eine Krankheit beeinträchtigt ist. So muss Ihre Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder Behinderung erheblich gefährdet oder gemindert sein und durch die Reha voraussichtlich wiederhergestellt, stabilisiert oder verbessert werden können. 

 

Portrait, Petra Weber lächelt in die Kamera

»Sie können eine Reha erhalten, wenn Ihr beruflicher Alltag durch Ihre Behinderung oder Krankheit beeinträchtigt ist.«

Petra Weber, Deutsche Rentenversicherung Rheinland

Weitere Infos finden Interessierte in der Broschüre „Reha und Rente für schwerbehinderte Menschen“. Diese steht unter www.deutsche-rentenversicherung.de kostenlos bereit zum Download oder zum Bestellen.