Kleinere Gruppen und mehr Abstand machen
eine Reha auch in Corona-Zeiten sicher.
Kleinere Gruppen und mehr Abstand machen eine Reha auch in Corona-Zeiten sicher.



„Kein einziger Fall Corona"

 

Frau Augsten, wie ist eine Reha unter Corona-Bedingungen möglich?
Man braucht ein gutes Hygienekonzept – und das haben wir in der kardiologischen Knappschafts-Klinik Bad Driburg ebenso wie in den anderen Kliniken der Rentenversicherung. Neben den allgemeinen Hygieneregeln, wie Hände desinfizieren und in die Armbeuge husten, gilt: Abstand, Abstand, Abstand und Maskenpflicht, Maskenpflicht, Maskenpflicht.

Was bedeutet es konkret, wenn ein Patient oder eine Patientin aufgenommen wird?
Bei jedem, der die Rehaklinik betritt, wird am Eingang erst einmal die Temperatur gemessen. Wer dabei über 37,5 Grad Celsius misst, wird isoliert und getestet.
 

Dr. Gabriele Augsten, Chefärztin der kardiologischen KnappschaftsKlinik Bad Driburg

 

Wie haben Sie sich bei den Bewegungstherapien auf Corona eingestellt?
Wir haben die Gruppengrößen stark reduziert. Dadurch können alle Patienten gut Abstand halten. Bei der Maskenpflicht halten wir es so, dass sie getragen werden müssen, bis der Patient an seinem Platz ist, etwa an einem Ergometer. Dann kann die Maske abgenommen werden.

Beim Essen kann naturgemäß keine Maske getragen werden. Wie gehen Sie damit um?
Bei uns wurde zu Anfang in zwei Schichten gegessen, sodass der Speisesaal immer nur zur Hälfte besetzt war. Inzwischen darf es wieder etwas voller sein, aber der Abstand kann nach wie vor gut eingehalten werden. Beim Rein- und Rausgehen wird ein MundNasen-Schutz getragen.

Welche Patienten kommen zu Ihnen?
ls kardiologische Rehaklinik haben wir einen hohen Anteil an Patienten, die direkt nach ihrem Krankenhausaufenthalt für eine Anschlussheilbehandlung zu uns kommen. Notoperationen, etwa ein Herzklappenersatz, muss es immer geben, auch in Corona-Zeiten. Häufig kommt es anschließend zu Direktverlegungen. Inzwischen können aber auch wieder ganz reguläre Rehapatienten nach einem Antrag bei der Rentenversicherung zu uns kommen.

Als kardiologische Klinik haben Sie es mit Risikopatienten zu tun. Wie groß ist das Risiko?
Wir bieten besonders viel Schutz, mehr als außerhalb der Klinik. Es ist deshalb nicht sinnvoll, auf die Reha nach einer Herzoperation zu verzichten. Die Gefahr, sich in der „freien Wildbahn“ anzustecken, ist höher als bei uns, da wir ständig auf Hygieneregeln achten. Bisher hatten wir keinen einzigen Corona-Fall.

 

Info: Reha bundesweit wieder möglich

Die Rehakliniken der Rentenversicherung nehmen wieder Rehabilitanden auf. Mancherorts gelten aber weiter behördliche Aufnahmebeschränkungen. Aktuelle Informationen finden Sie unter anderem auf der Website der jeweiligen Rehaklinik.