Komplizierte Sachverhalte lassen sich am besten im persönlichen Gespräch klären.
Komplizierte Sachverhalte lassen sich am besten im persönlichen Gespräch klären.



„Wir tun alles, was wir können“

 

 

Hochbetrieb herrscht in der Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz in Speyer. Der Wartebereich ist fast voll besetzt, und an der Anmeldung warten noch weitere Kunden. Stephan Platte lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. „Das ist ganz normal bei uns. So ist das jeden Tag!“ In den anderen sechs Beratungsstellen in Rheinland-Pfalz sieht es nicht anders aus. Die meisten Besucher kommen pünktlich zu ihrem vorab vereinbarten Beratungstermin. Manche kommen früher oder ohne Termin, dann müssen sie warten. „Es hätte ja sein können, dass ich doch schon früher dran komme“, sagt der junge Mann an der Anmeldung. Stephan Platte ist stellvertretender Leiter der Beratungsstelle in Speyer und liebt seine Arbeit. Das Ehepaar, das er gerade beraten hat, geht zufrieden Richtung Ausgang – aber nicht, ohne sich noch mal mit einem festen Händedruck bei ihm zu bedanken. „Wir tun hier alle, was wir können“, sagt Platte mit Blick auf die wartenden Besucher, „aber wir sind auch nur Menschen!“

170.000 persönliche Beratungen

Das ist auch gut so, schließlich kommt jeder Besucher mit seinem ganz persönlichen Anliegen zur Beratungsstelle und erwartet, dass die Rentenexperten ihm helfen. 2019 waren es über 170.000 persönliche Beratungen. Die Zahlen steigen. Das Rentenrecht wird gleichzeitig komplizierter: Flexi-Rente, Mütterrente, steigende Altersgrenzen und Abschläge bei vorzeitiger Rente sind nur einige Schlagworte. „Eine Beratung wird immer aufwendiger“, sagt Platte. „Die Menschen wollen zu Recht wissen, wie es mit ihrer Rente aussieht. Das ist auch unser Anspruch.“
 

»Eine Beratung wird immer aufwendiger.«

Stephan Platte, stellvertretender Leiter der DRVBeratungsstelle in Speyer

Frühzeitig um das Konto kümmern

Deshalb hat Platte gleich ein paar Tipps parat, die ihm ganz wichtig sind: Man sollte sich frühzeitig um sein Versicherungskonto kümmern, damit man nicht gegen Ende des Arbeitslebens mühselig alte Unterlagen suchen muss. Zur Beratung sollte man alle Unterlagen mitbringen – „besser zu viel als zu wenig“. Über seinen Rentenbeginn sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen, weil es inzwischen so viele Varianten gibt. Und wer einen Antrag stellen will oder eine Beratung braucht, sollte sich schon früh um einen Termin kümmern. Wird der Antrag rechtzeitig gestellt, ist auch für die Bearbeitung noch genügend Zeit. Weil die Beratungen so gefragt sind, kann es mit einem Beratungstermin mehrere Wochen dauern. Stephan Platte weiß, dass nicht jeder so lange warten kann. „Natürlich kann man auch ohne Termin kommen, muss aber Wartezeit mitbringen. Wie beim Arzt halt!“ Viele Versicherte verstehen das. Zudem versuchen die Beratungsstellen der Rentenversicherung, sich auf die Versicherten einzustellen. So hat die Beratungsstelle in Trier seit Kurzem ein neues Angebot: Immer vormittags gibt es Beratungen ohne Termin. „Wir haben das einfach mal versucht. Bisher kommt es gut an bei unseren Versicherten“, sagt Thorsten Müller, Leiter der Beratungsstelle.
 

Die Mitarbeiter haben viel zu tun

Auch die Renten- oder Reha-Sachbearbeitung hat viel zu tun. Die Antragszahlen steigen – fast 50.000 Rentenanträge und rund 55.000 Reha-Anträge im vergangenen Jahr sprechen für sich. Ständig neue Gesetze und die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitsabläufe sind zugleich zu stemmen. „Manchmal läuft nicht alles reibungslos oder es kommen ungünstige Umstände zusammen. Das liegt aber nicht immer an uns“, sagt Tobias Litzka. Er weiß, wovon er spricht, denn er ist Sachbearbeiter in der Rehabilitation. Da geht es immer um Krankheiten und ums Geld. Außerdem muss es besonders schnell gehen: vom Antrag zum Bescheid in maximal drei Wochen. Das ist nur möglich, wenn der Antrag vollständig ausgefüllt und der Befundbericht des Hausarztes oder behandelnden Arztes hinlänglich aussagekräftig ist. „Von diesem ärztlichen Bericht hängt es ab, ob eine Reha bewilligt wird oder nicht. Deshalb ist er wirklich wichtig“, fügt er hinzu. Natürlich muss auch die Zusammenarbeit mit anderen beteiligten Stellen, wie Arbeitgeber, Krankenkassen oder Arbeitsamt, funktionieren. Für Litzka ist ganz klar: „Alle Wünsche können wir nicht erfüllen. Und alles können wir unseren Versicherten auch nicht abnehmen. Aber im Notfall lassen wir uns schon was einfallen.“ Schließlich kennt jeder solche Situationen aus dem eigenen Leben und ist froh, wenn jemand helfen kann.
 

Versicherte müssen mithelfen

Stephan Platte und Tobias Litzka setzen auf die Unterstützung der Versicherten: „Sie können noch mehr mithelfen!“ Auf seinen Beratungstermin kann man sich gut vorbereiten und Anträge können vollständig ausgefüllt und mit allen Unterlagen gestellt werden. Vieles kann online erledigt werden. „Dann bleibt uns mehr Zeit für die kompliFOTOS: DRV RHEINLAND-PFALZ zierteren Fälle.“
 

Info: Tipps und Angebote

  • Beratung einige Wochen vor dem gewünschtem Termin vereinbaren.
  • Termine online buchen unter: www.deutsche-rentenversicherung.de/termin
  • Beratungsort in der Nähe finden: www.drv-rlp.de/beratung
  • Damit es schnell geht: Anträge vollständig ausfüllen und alle Unterlagen beifügen.
  • Damit die Rente pünktlich kommt: Anträge mindestens vier Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn stellen.
  • Infos zu allen Leistungen und OnlineServices sowie die Online-Rechner gibt es auf: www.deutsche-rentenversicherung.de