„Verlässliche und solide Institution im Wandel der Zeiten“

Dieses Jahr feiert die DRV Saarland ihr 100-jähriges Bestehen. Wie nahm alles seinen Anfang?

Am 1. April 1922 begannen fünf Beamte im Saarbrücker Schloss mit dem Aufbau der Versicherungsanstalt des Saargebietes. Inzwischen zählt die DRV Saarland rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verwaltet einen der größten Haushalte im Saarland. Im Laufe eines Jahrhunderts hat sie eine wechselvolle Geschichte erlebt und dabei zahlreiche Herausforderungen gemeistert, darunter mehrere Wirtschaftskrisen, den Zweiten Weltkrieg wie auch die wechselnde Zugehörigkeit des Saargebietes zu Deutschland und Frankreich. Sie hat sich als verlässliche und solide Institution im Wandel der Zeiten erwiesen.

Welche Meilensteine gibt es?

Der erste Meilenstein ist eng verbunden mit der Geschichte unseres Bundeslandes. Infolge der Volksabstimmung von 1935 wurde das Saargebiet, das zuvor vom Völkerbund verwaltet wurde, wieder an Deutschland angegliedert. So wurde die einstige „Versicherungsanstalt des Saargebietes“ schließlich zur „Landesversicherungsanstalt des Saarlandes“. Mit dem Zweiten Weltkrieg folgte ein weiterer Einschnitt, denn viele Versichertenverläufe wurden vernichtet und mussten anschließend in mühsamer Detektivarbeit rekonstruiert werden. 1947 machte die wirtschaftliche Struktur des Saarlandes, geprägt durch den Bergbau sowie die Hütten- und Stahlindustrie, die Gründung einer eigenen Pensionsversicherung, der heutigen Hüttenknappschaftlichen Zusatz­versicherung, für Beschäftigte dieser Branche erforderlich. Sie gilt bis heute als Besonderheit des saarländischen Rentenversicherungs­trägers.

„Inzwischen verwaltet die DRV Saarland einen der größten Haushalte im Saarland.“

Stephanie Becker-Kretschmer,
Geschäfts­führerin der DRV Saarland

Damals hatte die DRV Saarland noch keinen festen Sitz. Wann änderte sich das?

Anfang der 1950er-Jahre, nach wechselnden Standorten, errichtete die DRV Saarland schließlich ein eigenes Verwaltungsgebäude in der Martin-­Luther-­Straße, das derzeit kernsaniert wird. Mit der Rentenreform erfolgte 1957 die entscheidende Umstellung des Rentensystems vom Kapitaldeckungsverfahren auf ein umlagefinanziertes Modell. Weitere Meilensteine folgten, darunter 1958 die Wiedereinführung der Selbstverwaltung und 1975 und 1976 die Einführung von ehrenamtlichen Versicherten­ältesten, die die Versicherten bei der Antragstellung unterstützen. Ein weiterer Einschnitt war nicht zuletzt die Organisationsreform in der gesetzlichen Rentenversicherung von 2005, im Rahmen derer die Landesversicherungs­anstalt für das Saarland in „Deutsche Rentenversicherung Saarland“ umbenannt wurde.

Zu den jüngsten Herausforderungen lässt sich sicherlich die Corona-Pandemie zählen. Wie wurde sie bewältigt?

In der Tat stellte die Corona-Pandemie die DRV Saarland vor große Herausforderungen. Dank des unermüdlichen Einsatzes unserer Beschäftigten konnten wir jedoch auch unter diesen schwierigen Umständen unsere Krisensicherheit unter Beweis stellen und unser Service­angebot aufrechterhalten.

Tradition in Glas und Stein: Treppenhaus und Gebäude der DRV Saarland. Unten das Saarbrücker Schloss, in dem alles begann, und darüber ein Ausblick auf das Verwaltungsgebäude, wie es nach der Sanierung aussehen wird.

Wie haben Sie den 100. Geburtstag der DRV Saarland begangen?

Im Beisein von 500 Gästen haben wir im Rahmen eines Festaktes in abwechslungsreichen Formaten und künstlerischen Darbietungen die Geschichte unserer Institution Revue passieren lassen und unser 100. Jubiläum angemessen gewürdigt. Als Ehrengäste durften wir unter anderem die Ministerpräsidentin, ­Anke ­Rehlinger, die Präsidentin der DRV Bund, ­Gundula ­Roßbach, und Dr. Tim Köhler von der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung begrüßen. Besonders bedanken möchte ich mich auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DRV Saarland, die maßgeblich zum Gelingen dieses schönen Festes beigetragen haben.

Worin liegen die künftigen Herausorderungen der DRV Saarland?

Der demografische Wandel und die zunehmende Arbeitsverdichtung bei anhaltendem Fachkräftemangel werden künftig umfassende Reformen erfordern. Um dem zu begegnen, arbeiten wir in verschiedenen Projekten daran, die Digitalisierung der DRV Saarland und der Rentenversicherungen im Allgemeinen sowohl intern für unsere Beschäftigten als auch extern bei den Angeboten für unsere Versicherten noch weiter voranzutreiben. Die Bereitschaft und Fähigkeit, flexibel auf neue Entwicklungen zu reagieren, werden wir uns auch in Zukunft im Sinne unserer Versicherten bewahren.

Einen Überblick über die Geschichte der DRV Saarland und vieles mehr finden Sie unter: www.deutscherentenversicherung-saarland.de

Wer mehr über die Geschichte der DRV Saarland erfahren möchte, kann online in der Jubi­läumsbroschüre stöbern: t1p.de/100Jahre