Flexirentnerin
Flexirentnerin



„Ich würde das Arbeiten vermissen.“

Mein Lebenslauf ist ziemlich bunt: Ich bin ausgebildete Bürokauffrau und war dann wegen der Betreuung meiner drei Kinder einige Jahre zu Hause. Im Jahr 2000 kam ich endgültig wieder zurück auf den Arbeitsmarkt. Mittlerweile arbeite ich seit fast 20 Jahren in Teilzeit in Bochum bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Fünf Stunden pro Tag nehme ich am Termintelefon Anrufe von Versicherten entgegen, die Rat in Sachen Rente und Reha suchen. Ich koordiniere Termine und kläre auf, wie die Beratungen in der Beratungsstelle oder zu Hause am Telefon sowie im Videogespräch ablaufen.

„Für mich ist die Flexirente perfekt, um mich finanziell besser auf­zustellen und weiter meine Kollegen zu sehen.“

Weil ich einen Schwerbehinderten-Status habe, hatte ich die Möglichkeit, schon zwei Jahre vor dem regulären Renteneintrittsalter einen Rentenantrag zu stellen. Seit Oktober 2021 beziehe ich nun also meine Altersrente. Ganz aufhören wollte ich aber dennoch noch nicht und habe mich deshalb informiert, ob es möglich ist, auch neben dem Bezug der Rente weiterzuarbeiten. So meldete ich mich zu einem längeren Beratungsgespräch bei der Deutschen Rentenversicherung an, um die für mich beste Variante einer Flexirente zu berechnen. Jetzt beziehe ich meine Altersrente, kann aber weiterarbeiten und Geld dazuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Gleichzeitig zahle ich nach wie vor in die Rentenkasse ein und erhöhe damit sogar meine Rente.

Zuverdienst für die hohe Kante

Die Grenze des Hinzuverdienstes liegt eigentlich bei 6.300 Euro pro Kalenderjahr. Wegen Corona hat die Regierung allerdings das so­genannte Sozialschutz-Paket aufgelegt, sodass die Hinzuverdienstgrenze angehoben wurde, für das Jahr 2021 sogar auf 46.060 Euro. Auch für 2022 gilt diese Regelung noch (Informationen zum Jahr 2023 siehe Mittelspalte). Das wollte ich gerne nutzen. Finanziell war für mich diese Kombination aus vorgezogener Altersrente und Hinzuverdienst äußerst attraktiv.

Aber nicht nur diese Aussicht hat mich zu der Entscheidung gebracht. Ich bin ein sehr aktiver Mensch. Gar nicht mehr zu arbeiten, kann ich mir momentan noch überhaupt nicht vorstellen. In den Ruhestand gehe ich darum auch mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Meine Kollegen sind toll, ich werde sie sehr vermissen. Außerdem sind soziale Kontakte besonders wichtig, um auch im Alter mental fit und gesund zu bleiben. Darum habe ich bereits Pläne für die Zeit geschmiedet, wenn ich im Februar 2023 aufhöre.

So absolvierte ich im Laufe des Jahres 2021 eine Qualifikation bei der Alzheimer-Gesellschaft, um neben der Rente vielleicht im kleinen Rahmen als Begleiterin für demenziell erkrankte Menschen zu arbeiten. Dazu gehört auch, diese Menschen im Alltag bei Arztbesuchen oder Besorgungen zu unterstützen. Außerdem möchte ich mich ehrenamtlich als Versichertenälteste schulen lassen und andere Versicherte in Sachen Rente beraten.

Information:

Bei vorgezogenen Altersrenten soll die Hinzuverdienstgrenze ab dem Jahr 2023 nach einer Gesetzesvorlage entfallen. Weitere Hinweise finden Sie unter:

t1p.de/Hinzuverdienstgrenzen

Die Beratungsangebote zur Flexirente und zu weiteren Themen rund um die Rentenversi­cherung, finden Sie unter: t1p.de/Beratung-DRV 

Mehr zum Thema: t1p.de/Flexirente-DRV