Behindertenwerkstätten stehen für die Teilhabe
am Arbeitsleben.
Behindertenwerkstätten stehen für die Teilhabe am Arbeitsleben.



Kurz & Knapp

 

 

AUFGESTOCKTE RENTE

Trotz geringer Beiträge: Wer in einer Behindertenwerkstatt arbeitet, erhält nach 20 Jahren eine auskömmliche Rente.

Menschen mit Behinderungen werden von der Deutschen Rentenversicherung in besonderer Weise unterstützt. Bei Beschäftigten einer Behindertenwerkstatt oder einer ähnlichen geschützten Einrichtung spielt es keine Rolle, wie hoch ihr Verdienst ist. Ihre Beiträge werden bereits in Höhe von 80 Prozent der sogenannten Bezugsgröße gezahlt. Auf diese Weise können Beschäftigte, die von Kindheit an mit schweren Einschränkungen leben, eine auskömmliche Rente erhalten.

Außerdem wird die Rente so berechnet, als hätte der Versicherte mit Schwerbehinderung bis zum regulären Renteneintrittsalter gearbeitet. Diese Regelung gilt für alle, die trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen mindestens 20 Jahre lang gearbeitet haben. Nach dieser Zeit können sie eine volle Erwerbsminderungsrente erhalten. Und mehr noch: Die oft noch jungen Anspruchsberechtigten dürfen trotzdem in einer Behindertenwerkstatt weiterarbeiten. Denn die Erwerbsminderungsrente soll nicht dazu führen, dass sie ihr gewohntes soziales Umfeld verlieren.

Im Jahr 2019 haben 112.639 Menschen mit Schwerbehinderung von dieser Regelung profitiert. Die Altersstruktur macht deutlich, war um die Möglichkeit, den Arbeitsplatz behalten zu können, so wichtig ist: 38.500 dieser Versichterten sind jünger als 50 Jahre. Über die Hälfte ist zwischen 50 und 60 Jahre alt. Ihre durchschnittliche Rente betrug im Jahr 2019 rund 826 Euro.

Solidarischer Akt

Arbeiten diese Bezieher von Erwerbsminderungsrenten weiter in einer Behindertenwerkstatt, müssen sie keine Sorge haben, dass das Entgelt, das sie dort erhalten, von der Rente abgezogen wird. Die im Durchschnitt 180 Euro dürfen zusätzlich verdient werden. Behindertenwerkstätten sind für Menschen gedacht, die aufgrund ihrer Schwerbehinderung nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten können.

Die Broschüre zum Thema im Internet: t1p.de/em-rente
 

Grundrente: Zuschlag zur Rente


Wer viele Jahre gearbeitet und unterdurchschnittlich verdient hat, soll künftig eine Grundrente erhalten. Sie ist keine eigenständige Leistung, sondern ein Plus zur bestehenden Rente. Die Höhe wird individuell berechnet. Das Gesetz, mit dem der Zuschlag zur Rente eingeführt wird, tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Um den Zuschlag erhalten zu können, muss man mindestens 33 Jahre gearbeitet und Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt haben. Mitgezählt werden beispielsweise auch Zeiten, in denen man Kinder erzogen oder einen Menschen gepflegt hat. Es findet auch eine Einkommensprüfung statt, bei der in der Regel die Einkommen von den Finanzämtern an die Rentenversicherung gemeldet werden. Der Zuschlag zur Rente wird sich voraussichtlich im Schnitt auf rund 75 Euro monatlich belaufen. Es ist kein Antrag bei der Rentenversicherung erforderlich. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Zuschlag automatisch ausgezahlt. Da von der Rentenversicherung in rund 26 Millionen Fällen geprüft werden muss, ob die Grundrente gezahlt wird, dauert es voraussichtlich bis Mitte 2021, bis die ersten Grundrentenbescheide verschickt werden können. Die Zuschläge, auf die ab Januar 2021 ein Anspruch besteht, werden in allen Fällen nachgezahlt.

Mehr Infos zum Thema und den Voraussetzungen für den Zuschlag im DRV-Video: t1p.de/grz-video
 

Zurück in den Beruf – mit Hilfe

Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu erhalten ist für die Deutsche Rentenversicherung ein hohes Gut. Deshalb wird nicht nur medizinische, sondern auch berufliche Rehabilitation gefördert: „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“, beispielsweise technische Hilfen, Umbauten oder auch berufliche Bildung. 135.295 Versicherte haben diese Leistungen im Jahr 2019 erhalten.

 

 

 

HILFE ZUR TEILHABE AM ARBEITSLEBEN

3.800 Zuschüsse für ein Auto hat die Deutsche Rentenversicherung im Jahr 2019 bewilligt. Anspruch hat, wer wegen seiner Behinderung für den Weg zur Arbeit auf ein Fahrzeug angewiesen ist.

Mehr Infos: t1p.de/DRV-KFZ-Hilfe 
 

Rentenzahlung an Heimbewohner

Das Bundesteilhabegesetz hat mit der 3. Reformstufe die Auszahlung der Rente auch für Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen neu geregelt. Die Rente wird nicht mehr vom Sozialhilfeträger eingezogen, sondern an die Pflegebedürftigen ausbezahlt. Die Zahlungsweise für die Pflege wird individuell festgelegt. So soll vermieden werden, dass Menschen in Alten- und Pflegeheimen sich fremdbestimmt fühlen.

Infos: t1p.de/DRV-Teilhabegesetz
 

Digitale Rentenübersicht ab Herbst 2023

Alle Ansprüche aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Vorsorge sollen ab dem Herbst 2023 in einem einheitlichen Online-Portal zu sehen sein. Das hat die Bundesregierung beschlossen. Auf diese Weise sollen sich die Versicherten einfacher einen Überblick über ihre finanzielle Situation im Alter verschaffen können – und gegebenenfalls zusätzlich vorsorgen. Das umfangreiche und ehrgeizige Digitalprojekt soll bis Oktober 2023 abgeschlossen sein. Weiterhin erhalten die Versicherten Informationen über die Zwischenstände ihrer Altersversorgung. Die Deutsche Rentenversicherung setzt sich schon seit geraumer Zeit für einen Gesamtüberblick ein. Bereits heute erstellt sie die jährlichen Renteninformationen.

Mehr Infos: t1p.de/Rentenuebersicht