Im sportlichen Einsatz für ihre Gesundheit: Helen Frostbrant-Bake.
Im sportlichen Einsatz für ihre Gesundheit: Helen Frostbrant-Bake.



Mehr Bewusstsein für die eigene Gesundheit

 

Es ist wichtig, auch einmal an sich zu denken. Auf den eigenen Körper zu hören. Etwas für die Gesundheit zu tun. Gerade zum bevorstehenden Jahreswechsel feiern gute Vorsätze und schlechtes Gewissen gerne gemeinsam Silvesterparty. Doch nachdem der Rauch des Feuerwerks sich verzogen hat und die leeren Sektflaschen im Glascontainer entsorgt sind, sind viele positive Vorhaben oftmals schon wieder vergessen. Dabei ist gerade Prävention für die eigene Gesundheit wichtig. Menschen können viel tun, um Krankheiten zu vermeiden und ihre Gesundheit zu stärken. Dass selbst Experten bei diesem Thema oft einen Anstoß brauchen, weiß Helen Frostbrant-Bake. „Ich habe mein Leben lang für die Gesundheit anderer gearbeitet“, berichtet die erfahrene Physiotherapeutin. „Ein Bewusstsein für meine eigene Gesundheit musste ich erst entwickeln.“
Die 62-Jährige strampelt auf dem Ergometer. Seit fünf Monaten absolviert Frostbrant-Bake am Rehazentrum Lübeck ein Präventionsprogramm der Deutschen Rentenversicherung. Heute ist der Kurs zu Ende. Der sogenannte Refreshertag steht an. Alle Teilnehmenden werden noch einmal durchgecheckt und ziehen Resümee. „Die Präventionsleistung war ein Kick-off, um zu merken, was ich für mich selbst tun muss“, meint Frostbrant-Bake. „Ich habe daran teilgenommen, um Krankheiten vorzubeugen und um mich weiterhin fit für Beruf und Freizeit zu halten.“
Physiotherapeut Benjamin Zastrow vom Rehazentrum Lübeck begleitet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Präventionskurse über mehrere Monate durch ihr individuelles Programm. „Unsere Kurse nötigen die Teilnehmer dazu, mehr in sich selbst hineinzuhören. Die Menschen haben leider verlernt, sich selbst zu reflektieren. Dadurch merken sie nicht mehr, wenn der Körper erste Warnzeichen gibt.“

Benjamin Zastrow, Physiotherapeut

»Sport muss Spaß machen.«

Die Deutsche Rentenversicherung finanziert Prävention, um drohenden Krankheiten vorzubeugen oder ersten Einschränkungen entgegenzuwirken. Der Grundgedanke der Präventionsleistung ist das Vermitteln einer gesundheitsorientierten Lebensweise. Wichtig ist die Unterstützung durch den Arbeitgeber. Das bestätigen alle Teilnehmenden des Präventionsprogramms. Denn er muss nicht nur vier Arbeitstage auf die Beschäftigten verzichten, sondern ihnen zudem ermöglichen, – außerhalb der Arbeitszeit – berufsbegleitend die Kurse und das Bewegungsprogramm zu besuchen. „Dafür bekommt der Arbeitgeber fittere und oftmals motiviertere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück“, sagt Katharina Wilharm vom Rehazentrum Lübeck. Sie hat sehr gute Erfahrungen gemacht. „Viele Betriebe, die Teilnehmer zu uns geschickt haben, empfehlen die Präventionsleistung sogar weiter.“ Gerade angesichts des Fachkräftemangels könne sich kein Unternehmen erlauben, gutes Personal vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen zu verlieren. „Da hat sich das Bewusstsein verändert“, ist sie überzeugt.
Helen Frostbrant-Bake wurde der Bedarf für eine ambulante Prävention vom Betriebsarzt bescheinigt. „Mein Antrag wurde sehr unkompliziert von der Deutschen Rentenversicherung Nord bewilligt, dabei hat das Rehazentrum Lübeck mich gut unterstützt“, berichtet sie. Aus ihrer eigenen beruflichen Praxis weiß sie, wie wichtig Eigenverantwortung ist. „Jeder Teilnehmer muss hier Einsatz zeigen und bereit sein, Angebote anzunehmen“, sagt die gebürtige Schwedin, die nach Studium und Ausbildung in Baden-Württemberg seit rund 30 Jahren in Lübeck lebt. Im Beruf ist sie hoch engagiert. Sie hat die Physiotherapeutische Ambulanz am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck aufgebaut und mehrere Jahre geführt. Seit drei Jahren ist sie in der stationären physiotherapeutischen Versorgung der Palliativmedizin und Neurochirurgie tätig. Ein Job, der die Physiotherapeutin mental und körperlich sehr fordert. „Ich bewege mich zwar bei der Arbeit viel, muss jedoch schwere Lasten heben, denn viele meiner Patienten brauchen viel Unterstützung oder können sich selbst nicht mehr bewegen.“
„Sport muss Spaß machen“, betont Benjamin Zastrow. Er weiß, dass die beste Maßnahme nicht nachhaltig wirkt, wenn sich die Patienten nur durchquälen. Er empfiehlt den Teilnehmenden der Präventionsleistungen deshalb, immer ein Programm zu wählen, das mit Freude absolviert wird. Walken, Yoga, Gerätetraining oder Kochkurse – das Rehazentrum bietet viele Angebote, die sich gut im Berufsalltag integrieren lassen. Wichtig sei es, ein persönliches Ziel zu haben. „Seid kreativ, probiert Neues aus“, motiviert er seine Kursteilnehmer.
Der Abschlusscheck auf dem Ergometer war für Helen Frostbrant-Bake positiv. Sie hat ihre Leistungsfähigkeit in den vergangen Monaten gesteigert und gut an ihrer Fitness gearbeitet. „Von den Werten her bist du zwölf Jahre jünger“, sagt ihr Trainer. Er freut sich sichtlich für sie.

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Vier Phasen der Prävention

Das Präventionskonzept der Rentenversicherung besteht aus vier Phasen. In der dreitägigen Initialphase werden die Arbeitnehmer vom Arbeitgeber freigestellt. Nach einem Medizincheck lernen die Teilnehmer in kleinen Gruppen theoretische Grundlagen für eine gesündere Lebensweise und absolvieren praktische Übungen. Darauf folgt eine mehrmonatige berufsbegleitende Trainingsphase. Die Teilnehmer machen im Rehazentrum ihre Übungen und besuchen verschiedene Kurse, um die richtige körperliche Aktivität oder Sportart für sich zu finden. Die dritte Phase ist die Eigeninitiativphase, in der die erlernten Übungen in den Alltag integriert werden sollen. Sechs Monate nach Beginn der Maßnahme kommen alle Kursteilnehmer nochmals für einen Tag zur Abschlusskontrolle und zum Austausch zusammen.