Eine kleinere Gruppe älterer Personen mit Mundschutzmasken stehen vor einer Ärzten in einem weißen Kittel.



Corona-Impfaktion: Der Fachklinik Aukrug

 

Anfang April hat die Fachklinik Aukrug begonnen, ihre Mitarbeitenden in einer großen Impfaktion gegen das Coronavirus zu impfen. Zudem hat sich die Klinikleitung dafür stark gemacht, weitere Impfdosen zu erhalten, um auch Patientinnen und Patienten ein Impfangebot unterbreiten zu können. Tatsächlich wurde vom Land Schleswig-Holstein Impfstoff zugesagt.

Spezialisiert auf orthopädische, innere
und psychosomatische Erkrankungen: Fachklinik Aukrug

 

Durch eine Lieferung von 200 Dosen des Präparats von Johnson & Johnson – einem Vektorimpfstoff, der nur einmal verabreicht werden muss – konnte im Mai begonnen werden, über 60-jährige Patientinnen und Patienten zu impfen. „Der Impfstoff bietet einen logistischen Vorteil“, sagt der Kaufmännische Leiter der Fachklinik, Martin Groll. „Wir brauchen die Geimpften nicht erneut zu terminieren und können losgelöst vom Wohnort impfen. Für die Rehabilitanden bietet es zudem den Vorteil, dass sie nach der Karenz von 14 Tagen schon während ihres Aufenthalts in der Klinik den vollen Impfschutz haben.“ 

 

Ein älterer Mann in einem weißen Kittel.

»Viele Rehabilitanden sind schon lange auf der Suche nach einem Impfangebot.«

Dr. Gregor Usdrowski, Ärztlicher Direktor, Fachklinik Aukrug

 

Erfahrungen sammeln

„Es freut mich, dass wir unsere Rehabilitanden erreichen können“, berichtet der Ärztliche Direktor, Dr. Gregor Usdrowski, der die Einführungsveranstaltung für die Impfinteressierten durchführte. „Viele sind gefrustet und enttäuscht, gehören einer Priorisierung an und sind schon lange auf der Suche nach einem Impfangebot, konnten aber bisher keinen Termin erhalten. Genauso freut es mich, dass die Kolleginnen und Kollegen so engagiert sind und den Impfablauf nicht nur bei den Mitarbeitenden, sondern auch bei den Patientinnen und Patienten so durchdacht organisiert und gestaltet haben.“

Insgesamt wird die Fachklinik Aukrug 200 Rehabilitanden impfen. Gestartet wurde am 21. Mai mit zehn Personen. „Zuerst gilt es auch, eigene Erfahrungen mit dem Impfstoff und der Reaktion der Rehabilitanden auf die Impfung zu machen“, erläutert die Pflegedienstleitung, Ines Müller-Enghofer. Wöchentlich folgten dann weitere Termine.

Fachklinik Aukrug wird umgebaut

Vor 90 Jahren wurde in Tönsheide die Lungenheilanstalt zur Behandlung der damaligen Volkskrankheit Tuberkulose (TBC) eröffnet. In idyllischer Landschaft entstand ein imposantes Backsteingebäude im Heimatschutzstil.

Die heutige Fachklinik Aukrug ist schon lange keine TBC-Klinik mehr, sondern eine moderne Rehabilitationseinrichtung, die sich auf die Behandlung von orthopädischen, inneren sowie psychosomatischen Erkrankungen spezialisiert hat. Und die alten Gebäude entsprechen nicht mehr den Anforderungen einer zeitgemäßen Unterbringung von Rehabilitanden. Insbesondere die langen Wege machen es den oftmals multimorbiden Patientinnen und Patienten unnötig schwer.

Ein Gebäudeentwurf für eine Klinik.

Deshalb hat sich die Deutsche Rentenversicherung Nord entschieden, umfassend zu modernisieren und knapp 50 Millionen Euro in die Rehaklinik zu investieren. Zwei bestehende Gebäudeteile – darunter das historische Kernstück, das Haus am Park – werden abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Mitte Februar rollten die ersten Bagger auf das Gelände und bis 2025 soll der Umbau vollendet sein. Ziel ist ein wirtschaftlicher und zukunftsfähiger Klinikbetrieb und der langfristige Erhalt der mehr als 150 Arbeitsplätze am Standort.

Die Klinik will den Rehabilitationspatientinnen und -patienten Zimmer mit einer modernen, zeitgemäßen Ausstattung anbieten. Insgesamt bleibt durch den geplanten Umbau die derzeitige Kapazität von 221 Betten sowie einem Schlaflabor mit acht Plätzen erhalten.

Auf der Webseite der Fachklinik live per Webcam einen Blick auf die Baustelle werfen unter: www.fachklinik-aukrug.de/aktuelles/

Der Impfstoff

Ein ältere Mann mit Maske macht seinen Arm frei zum Impfen.

Für den Vektor-basierten COVID-19-Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson konnte eine hohe Schutzwirkung von mindestens 80 Prozent gegen eine schwere COVID-19-Erkrankung nachgewiesen werden. Für einen ausreichenden Impfschutz ist bislang eine Dosis ausreichend.