Alles richtig machen beim Rentenantrag

 

Bald ist es so weit: Nach mehr als 40 Jahren Berufsleben wird der Elektriker Michael Kolbe im kommenden Jahr in Rente gehen. Kolbe wurde im August 1953 geboren, am 1. April 2019 beginnt für ihn der Ruhestand. Mit 65 Jahren und sieben Monaten erreicht er dann sein reguläres Renteneintrittsalter. Denn seit 2012 steigt die Regelaltersgrenze langsam stufenweise von 65 auf 67 Jahre. Die Rentenzahlungen fließen jedoch nicht automatisch. Die Rente wird nur auf Antrag gezahlt, so schreibt es das Gesetz vor. Für Versicherte empfiehlt es sich deshalb, den Antrag drei Monate vor Renteneintritt zu stellen, damit die Rente pünktlich fließen kann. Michael Kolbe ist gut vorbereitet. Er hat das Faltblatt „Ihr Rentenantrag – so geht’s“ von der Deutschen Rentenversicherung gelesen. Jetzt weiß er, wo er den Antrag stellen kann, welche Unterlagen und welche Antragsformulare er benötigt – und welche Fristen er einhalten muss.

1 Die Kontenerklärung

Bevor Michael Kolbe seinen Rentenantrag auf den Weg bringt, überprüft er sein Rentenkonto. Sicherheitshalber. Sind alle Ausbildungszeiten erfasst? Ist die Phase berücksichtigt, in der er länger krank war? Jedem Versicherten wird auf Antrag bei seinem Rentenversicherungsträger eine Rentenauskunft mit Versicherungsverlauf über die in der Rentenversicherung gespeicherten Zeiten erteilt. Durch seine jährliche Renteninformation ist Kolbe gut darüber informiert, wie hoch seine Rente voraussichtlich ausfallen wird. Er darf davon ausgehen, dass sein Konto vollständig ist. Denn er hatte bereits mit Mitte 40 eine „Kontenklärung“ veranlasst. Sie ist wichtig, damit alle Versicherungszeiten lückenlos im Versicherungskonto gespeichert sind und so bei der Berechnung der Rentenhöhe berücksichtigt werden. Deshalb fordert Kolbe jetzt noch einmal einen Ausdruck seines Versicherungskontos an. Detaillierte Informationen findet er im Faltblatt „Kontenklärung: Fragen und Antworten“. Alles ist komplett, der Antrag kann raus.

2 Der Rentenantrag

Michael Kolbe hat drei Möglichkeiten: Er kann seinen Antrag persönlich stellen, ihn online ausfüllen oder die ausgefüllten Formulare mit der Post schicken. Die Online-Variante ist für Michael Kolbe die bequemste Lösung. Dank des neuen Personalausweises mit elektronischem Identitätsnachweis kann er seinen Antrag komplett über das Internet abwickeln. Versicherte ohne neuen Personalausweis drucken beim Online-Antrag zusätzlich noch das Unterschriftenblatt aus und reichen es per Post nach. Der Rentenantrag ist so bereits elektronisch erfasst und kann vom Rentenversicherungsträger schnell bearbeitet werden. Unter kurzlink.de/beratungsorte finden sich die Auskunfts- und Beratungsstellen. Aber auch andernorts bietet die Rentenversicherung Sprechtage an. Zusätzlich beraten ehrenamtliche Versichertenberater und Versichertenälteste der Rentenversicherung bei der Antragsstellung. Meist nimmt auch die Gemeinde oder das Versicherungsamt den Rentenantrag auf.

3 Die Rente kommt

Die Rentenversicherung prüft den Antrag. Michael Kolbe hat die Fragen in den Formularen richtig und vollständig beantwortet. Alle nötigen Nachweise sind beigefügt. Das spart Zeit, Rückfragen der Rentenversicherung sind bei Herrn Kolbe nicht nötig. Pünktlich erhält er seinen Rentenbescheid. So kann seine Rente ab April 2019 jeweils zum Ende des Monats auf sein Konto fließen. Kolbe freut sich nach den vielen arbeitsreichen Berufsjahren schon auf seinen Ruhestand. Er fühlt sich fit. Im nächsten Frühjahr kann er sich endlich ausgiebig seinen Hobbys, seinen drei Enkeln und dem Garten widmen.

 

Die wichtigsten Unterlagen für den Rentenantrag

- Personalausweis
- Rentenversicherungsnummer
- Anschrift der Krankenkasse und Versichertennummer
- IBAN und BIC
- persönliche Steueridentifikationsnummer
- Geburtsurkunden der Kinder
- Nachweise über Berufsausbildungen
- Nachweise über fehlende Versicherungszeiten (Krankheit, Arbeitslosigkeit)
- sowie gegebenenfalls der Schwerbehindertenausweis

Tipp:

Unser Faltblatt „Ihr Rentenantrag"– so geht’s zum Download: kurzlink.de/rentenantrag.