Frei, aber abgesichert

 

Neulich war wieder einmal so ein junger Mensch in Julia Hühns Sprechstunde gleich beim Braunschweiger Hauptbahnhof. Eine Abiturientin, 18 Jahre jung, mit viel Tatendrang und wenig Orientierung. Um herauszufinden, ob der Lehrerberuf ihre Berufung ist, entschied die Teenagerin sich für eine Art Langzeitpraktikum an einer Schule im südwestafrikanischen Namibia. Denn auch das ermöglicht ein Freiwilliges Soziales Jahr: Erfahrungen im Ausland sammeln, mit Unterstützung des Staates. „Freiwilligendienste sind sehr gut geeignet, um sich beruflich zu orientieren und Lebenserfahrung zu sammeln“, weiß Julia Hühn von der Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover: „So frisch von der Schule wissen die jungen Leute aber meist gar nicht, was da noch alles dranhängt – und wie gut der Staat ihnen dabei mithilfe der Sozialversicherung unter die Arme greift.“ Gerade wenn es um ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr geht, kommen junge Menschen unter 27 in Hühns Büro, um erstmals eine Sozialversicherungsnummer oder einen Sozialversicherungsausweis zu beantragen. Beides ist Voraussetzung für die Teilnahme an den Freiwilligendiensten. Für sie besteht kraft Gesetzes Versicherungspflicht. Das heißt, der Arbeitgeber meldet die Teilnehmer der gesetzlichen Sozialversicherung, bestehend aus Kranken-, Unfall-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Gleiches gilt für den Bundesfreiwilligendienst, den Menschen jeden Alters absolvieren können. „Die Leute erfahren in unserer Beratung, dass ihr Engagement also keineswegs umsonst ist“, betont Hühn. Vielen geht es in erster Linie darum, krankenversichert zu sein. Aber auch für die Rente sind die freiwilligen Zeiten wertvoll. Sie steigern die spätere Altersrente zwar nur unwesentlich; dafür aber zählen sie als erworbene Anwartschaften. Denn auch wenn die jungen Menschen es noch nicht wissen: Von der Erwerbsminderungsrente über Witwen- und Waisenrenten bis hin zur Altersrente beträgt die Mindestversicherungszeit für einen Rentenanspruch zwischen fünf und 45 Jahre. Das rechnet Hühn den Engagierten gern vor: „Denn da zählt jeder Monat.“