Kurz & knapp

 

 

Schwerpunkt Rentenpakt: Mehr Sicherheit, mehr Rente

Der Rentenpakt fördert Millionen Versicherte. Rentenniveau und Beitragssatz werden bis 2025 durch Haltelinien begrenzt.
 

Rentenniveau

Elsa Günther (64) hat 40 Jahre lang in verschiedenen Druckereien im Rheinland gearbeitet. In dieser Zeit hat sie durchgehend in die Rentenkasse eingezahlt. Nun steht sie kurz vor der Rente. Mit der Einführung einer Haltelinie wird das sogenannte Rentenniveau bis 2025 bei mindestens 48 Prozent gehalten. Das Rentenniveau zeigt, wie sich die Renten im Verhältnis zu den Löhnen entwickeln. Durch die Haltelinie beim Rentenniveau von mindestens 48 Prozent fällt die Rentenanpassung von Elsa Günther bis zum Jahr 2025 höher aus als ohne Haltelinie.

»Durch die neue Haltelinie fällt meine Rentenanpassung bis 2025 höher aus als zuvor.«

Elsa Günther (64), Druckerin
 

Mütterrente

Anne Behrend (58) aus Stuttgart hat drei Kinder, alle geboren vor 1992. Für die Erziehung unterbrach sie ihre Tätigkeit als Chemikerin für jeweils drei Jahre. Die Zeit, in der sie ihre Kinder erzog, wird dennoch bei der Berechnung ihrer Rente berücksichtigt. Bis 2018 bekam sie für jedes Kind zwei Jahre Kindererziehungszeit angerechnet: zwei Entgeltpunkte. Jeder entspricht zwischen 31 Euro (Ost) und 32 Euro (West) Monatsrente. Ohne einen Antrag stellen zu müssen, bekommt sie seit Januar für jedes Kind einen halben Entgeltpunkt mehr, insgesamt zweieinhalb Entgeltpunkte pro Kind.

Rund 9‚7

Millionen Mütter oder auch Väter erhalten ab 2019 eine höhere Rente
 

Beitragssätze

André-Linus Becker (29) arbeitet seit dem Ende seines BWL-Studiums vor drei Jahren in Vollzeit bei einem Autozulieferer in Erfurt. Da er gesetzlich rentenversichert ist, zahlt er jeden Monat in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Die eine Hälfte der Beiträge übernimmt sein Arbeitgeber, die andere wird von seinem Bruttogehalt abgezogen. Derzeit liegt der Rentenbeitrag von Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei 18,6 Prozent. Die Haltelinie stellt sicher, dass der Beitragssatz bis 2025 nicht über 20 Prozent steigt.

»Für Beitragszahler wie mich wird der Rentenbeitrag auf maximal 20 Prozent begrenzt.«

André-Linus Becker (29), Controller
 

Erwerbsminderungsrente

Mirja Hoffmann (45) arbeitet als gelernte Pflegefachkraft in Berlin. Bei einem Verkehrsunfall wurde sie im Januar 2019 arbeitsunfähig. Durch die Folgeschäden wird sie nicht mehr in der Lage sein, zu arbeiten. Sie erhält eine Rente wegen voller Erwerbsminderung. Die Höhe ihrer Rente würde nach alter Regelung so berechnet, als ob sie bis 62 Jahre und drei Monate wie bisher weitergearbeitet hätte. Neu ab dem 1. Januar 2019 ist, dass das Ende der Zurechnungszeit auf das Alter von 65 Jahren und acht Monaten angehoben wird. Bis 2031 steigt es schrittweise bis auf 67 Jahre.

»Für mich fällt die Erwerbsminderungsrente spürbar höher aus als nach alter Regelung.«

Mirja Hoffmann (45), Pflegefachkraft

 

Doppelte Haltelinie

Die doppelte Haltelinie sichert das Rentenniveau und stabilisiert die Beiträge bis 2025.

Mütterrente

Wer vor 1992 geborene Kinder erzogen hat, wird besser abgesichert.

Verbesserte Erwerbsminderungsrente

Neu ab 1. Januar 2019: Die Erwerbsminderungsrente errechnet sich aus den Beitragszahlungen bis zum Eintritt der Erwerbsminderung und von da an im Jahr 2019 bis zur aktuell gültigen Regelaltersgrenze von 65 Jahren und 8 Monaten (= Zurechnungszeit). Anschließend wird die Zurechnungszeit bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre verlängert.

QUELLE GRAFIKEN:
BUNDESMINISTERIUM FÜR ARBEIT UND SOZIALES 2018